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Ehrenamt-im-Strafvollzug

LAG - Info Nr. 82


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LAG-Info 82       Inhaltsverzeichnis

Auf ein Wort
Vorstand bedankt sich
Dank an Spender
Vorstand berichtete
Herzlichen Glückwunsch
Zum Titelthema
Auf Suche
- nach Alltagsschnuppern
- nach Arbeit und Unterstützung
- nach Alternativen
- nach Gemeinsamkeiten
- nach Disziplin
- eine Ehrenamtliche
- 16:28 meint
- Leserbrief eines Gefangenen
- nach Info-Heft-Paten
- nach menschenwürdigem Leben
AG "Übergangsmanagement"
Gesellschaftliches Vorzeigeprojekt
Runder Tisch im JM
Online-Fernstudium
Gedankensplitter
Auswertung Straubinger Tagung
Geschichte "Wer bist du?"
Regionen
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Unser Flyer Zurück zur LAG-Info - Übersicht


 

Auf ein Wort

Liebes Mitglied, liebe Leserin, lieber Leser!

Am 22. Februar 2013 teilte mir in meiner Eigenschaft als stellvertretende Vorsitzende der LAG e. V. Rudolf Repges mit, dass er mit sofortiger Wirkung als Vorsitzender der LAG e. V. zurück tritt.

Eine neue Situation für uns alle, aber ganz besonders für mich. Ich werde mich mit all meiner Kraft dieser Herausforderung stellen und die LAG mit ihrer Zielsetzung, Lobby für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sein, nach innen und nach außen vertreten.

Rein vereinsrechtlich müssen wir in keine Hektik verfallen. Wir können uns in aller Ruhe der sowieso anstehenden (drei Jahre sind um!) Wahl im Rahmen der Mitgliederversammlung zuwenden.

Hier und im Zusammenhang mit der neuen Situation bitte ich Sie, mir den Rücken zu stärken und neben Ihrer betreuerischen Tätigkeit auch etwas Vereinsarbeit zu übernehmen. Wenn jeder von uns etwas Verantwortung übernimmt, werden wir auch diese Klippe überwinden. Vom Schriftwechsel des Vereins über die Pflege der Mitgliederdatei oder Mitwirken in der LAG-Info-Redaktion bis zum Ansprechpartner vor Ort gäbe es Möglichkeiten für ein hilfreiches Engagement.

Das Ansehen, das sich die LAG mit all ihren Vorständen in den 25 Jahren ihres Bestehens erworben hat, gilt es zu bewahren bzw. weiter auszubauen. Ich bitte Sie, mir dabei zu helfen.

Auf der Suche nach Mitstreitern für unsere gute Sache freue ich mich über jedes Zeichen (eine kurze E-Mail, ein Brief, ein Anruf) der Verbundenheit.

Rudolf Repges danke ich im Namen aller Mitglieder für seinen Einsatz, die geleistete Vereinsarbeit und für die vielen Termine, die er für unsere LAG übernommen hat.

Ihre

Gaby Buß
Vorsitzende der LAG e. V.


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Vorstand berichtet

3. 12. 2012: JVA Straubing, Treffen Ehrenamtlichen-Gruppe: Teilnahme Rudolf Repges.
9. 12. 2012: Grundkurs bei SKM Augsburg für die JVAen: Augsburg, Kaisheim, Aichach, Landsberg und München: Ausbildungsteam mit Thomas Breier als Gast-Referent.
14. 1. 2013: JM, München: Runder Tisch-AK Zusammenarbeit Ehrenamtliche-Kontaktbeamter-Anstaltsleitung; Teilnahme: Rudolf Repges, Gaby Buß, Norbert Merz, Eva Jung-Kramer. (Siehe Bericht Seite 33)
20. 1. 2013: 6. Vorstandssitzung in München: Teilnahme: Rudolf Repges, Gaby Buß, Emil Wagner, Marga Helms, Norbert Merz. Besprochen wurde: Zu den Augsburger Gesprächen noch letzte Vorbereitungen. Übersicht der rückständigen Mitgliedsbeiträge aus 2012 – insgesamt 43 Mitglieder haben noch nicht überwiesen. Patenschaften für LAG-Info-Heft (Seite 29). Bericht über den „Runden Tisch“ im Justizministerium diskutiert. Vorschau auf die Vorstandswahlen im Oktober 2013. Wechsel in der Ortsgruppe Straubing, Horst Münzer gibt sein Amt nach langjähriger Tätigkeit auf und übergibt die ehrenamtliche Gruppe der JVA Straubing an Gabi Rudhart.
23. 1. 2013: JVA Straubing Anstaltsleitergespräch mit LRD Matthias Konopka; Thema Möglichkeiten der ehrenamtlichen Betreuung im Neubau SV-Haus. Veranstaltung der JVA, jährliches Treffen der ehrenamtlichen Mitarbeiter, Würdigung, Anerkennung von Anstaltsleiter Matthias Konopka sowie durch Stellvertreterin der Anstaltsleitung ORRin Anja Ellinger, Info über den Neubau SV-Haus (siehe Bericht Seite 46). Teilnahme: Rudolf Repges, Gaby Buß.
29. 1. 2013: Justizministerium, Arbeitsgespräch RiOLG Carsten Haferbeck und Rudolf Repges.
20. 2. 2013: Rücktritt des Vorsitzenden der LAG e.V., Rudolf Repges. Gaby Buß übernimmt satzungsgemäß den Vorsitz und die Leitung der LAG e.V.

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Zum Titelthema

Sind wir nicht alle auf der Suche? Nach Sinnhaftigkeit
Nach einer guten Betreuung
Nach einem guten Start in die Freiheit
Nach dem verlorenen Familienglück
Nach einer guten Entlassung
Nach einem guten Job
Nach der Lösung für meine Unzulänglichkeiten
Nach einem straffreien Leben
Nach einem guten Start aus der Poleposition
Nach einem guten Gespräch


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Auf Suche nach Arbeit, nach Unterstützung bei Entlassung

Szene: Meine Autowerkstatt, als langjähriger Kunde kennt man die Mitarbeiter in einem kleinen mittelständischen Unternehmen, zwei bis drei Angestellte und den Chef in den Werkhallen, die Frau im Büro und am Empfang. Gewohnt war man immer das Stammpersonal. Aus unterschiedlichen Gründen hat es im letzten Jahr viele Personalwechsel gegeben. Mir ist dies aufgefallen und ich fragte nach, was hier die Ursache sei. Der Firmenchef ist mir als umgänglicher und freundlicher Mensch bekannt – fachkundig. Er teilte mir mit, dem Lehrling war es zu schwer, Räder wuchten etc, einem anderen die Arbeitszeit zu ungenau mit Ende, der nächste wollte sich in eine andere Stadt verändern. Bei zwei weiteren neuen Mitarbeitern war die Gesundheit nicht die beste und es wurde da auch nichts. Die Werkstatt läuft gut und ich bemerkte den inneren Druck des Firmenchefs. Der Arbeitsmarkt im Großraum München für Kfz-Mechaniker ist im Moment leergefegt. Da kam mir eine Blitzidee, ich berichtete von meiner ehrenamtlichen Betreuung und fragte, ob er bereit wäre, einem ehemaligen Gefangenen, der kurz vor der Entlassung steht, eine Chance zu geben. Es waren insgesamt noch 3 Informationsgespräche nötig, um Verständnis zu vermitteln, die naturgemäßen Ängste waren vorhanden, die Frau nahm natürlich an den Gesprächen auch teil und es wurde zu dritt in offener Runde sehr intensiv gesprochen. Beide kamen zu dem Ergebnis, sie versuchen es und ich sollte mich schlau machen. Dann schrieb ich die in Frage kommenden Justizvollzugsanstalten an, welche eine Kfz-Werkstätte betreiben, ob in Kürze ein Gefangener entlassen wird und sich nach München verändern möchte, verfasste eine Stellenausschreibung und ab per E-Mail an die jeweiligen Arbeitsbeamten. Vier Justizvollzugsanstalten wurden angeschrieben, drei antworteten mit dem Hinweis: Einmal, derzeit kein Gefangener, auf den dies passt, und zwei waren sozusagen vorläufig ein Volltreffer. Aufmerksame Arbeitsbeamte haben die E-Mail gelesen und sich bei mir gemeldet.
Bei der einen Bewerbung fehlte dann die Konsequenz beim Gefangenen, es weiter zu verfolgen. Die Bewerbung kam nicht. Warum auch immer. Es entwickelte sich jedoch eine sehr gute Bewerbung aus der JVA Kaisheim. Mit dem dortigen Sozialarbeiter wurde gut zusammengearbeitet. Ich besuchte den Gefangenen im Arbeitsbetrieb, die Bewerbung wurde mitgegeben und ich erzählte vom infrage kommenden Kfz-Betrieb. Die Augen leuchteten und ich musste die Euphorie etwas bremsen. Bei der Anhörung wurde vom zuständigen Richter die Aussage gemacht, wenn er eine Arbeitsstelle vorweisen könne, eine Entlassadresse war vorhanden, dann würde er auf Reststrafe entlassen werden können. Es lag ein sehr gutes Vollzugsverhalten vor, und ein perfektes Zeugnis seines Arbeitsbetriebes konnte vorgelegt werden. Dann wurde das Probearbeiten in sehr kurzer Zeit genehmigt, drei Tage konnte sich der Proband beweisen und dies tat er in eindrucksvoller Art und Weise. Ich begleitete an zwei Tagen durch Abholen und Nachfragen am Ende des Arbeitstages bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer und beide waren mehr als zufrieden. Beim Probanden war zu hören, ich bin kaputt…aber es gefällt mir hier. Ich war auch ganz zufrieden. Dann musste er wieder einrücken und wir versuchten ein erneutes Probearbeiten noch im alten Jahr bei der Firma, da ja die Auftragsannahme geplant werden musste. Entlasstermin wäre kurz vor Weihnachten terminiert. Leider hat bei einem weiteren Probearbeiten die juristische Abteilung der JVA nicht mehr zugestimmt, eine „Kann-Bestimmung“, dies nochmals zu genehmigen oder eben nicht. Dies war dann hinderlich, weil ich natürlich versuchte, den Arbeitsplatz freizuhalten, zumal jetzt 2 weitere Bewerbungen von außen vorlagen. Wir kamen überein, dem Gefangenen die Chance weiter zu geben, er konnte nichts für die Nicht-Genehmigung. Jedoch der zuständige Richter hat Wort gehalten und hat der Entlassung zugestimmt. Vor Weihnachten wurde der Proband entlassen und begann seinen neuen Arbeitsplatz im neuen Jahr. Ich würde jetzt sagen: Übergangsmanagement in der Praxis, man muss jedoch für nichts zuständig sein, um etwas zu bewegen. Man sollte versuchen, etwas die Augen und Ohren offen halten. Eine Entlassung mit einer Wohnung und einem sofort anzutretenden Arbeitsplatz ist nicht die Regel, umso mehr hat es mich gefreut, dass es hier geklappt hat. Bewiesen hat sich der Gefangene selbst mit seiner Leistung, er hat Hilfe angenommen. Hilfe bekam er vom sozial eingestellten Firmeninhaber, der sich überzeugen ließ – es zumindest zu versuchen – auch wenn es aus der Not heraus war. Ich bedankte mich sehr, für den Versuch. Ich bin überzeugt – es klappt. Ein wenig Rückhalt ist oft viel wert. In dieser Kette gibt es natürlich Dank zu sagen innerhalb der JVA, dem zuständigen Arbeitsbeamten, der aufmerksam die Mail gelesen und auch den Gefangenen darauf angesprochen hat, dies wäre was für Dich. Dank an den Sozialdienst, der oft von mir telefonisch kontaktiert wurde, um dran zu bleiben. Kurzfristig wurden zwei Besuche zugelassen. Dank an den neuen Arbeitgeber, jetzt ist die Gesellschaft dran… er muss sich wieder zurechtfinden im Alltagstempo, im Alltagsgeschehen. Er schafft‘s! (rr)


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Auf Suche - nach Gemeinsamkeiten

Anlässlich der Tagung der Seelsorger in der JVS Straubing hatten mich die Seelsorger der bayerischen Justizvollzugsanstalten zum Thema „Wie nehmen die Ehrenamtlichen den Seelsorger wahr“ eingeladen. Es entwickelte sich ein lebhafter und interessanter Gedankenaustausch. Dabei konnte ich aus meiner Erfahrung und den Gesprächen vor Ort mit den Ehrenamtlichen nur bestätigen, dass überall dort, wo sich die am Gefangenen orientierte Zielsetzung der ehrenamtlich Engagierten und der seelsorglichen Aktivität treffen, die Seelsorger sehr wohl wahrgenommen werden. Beispiele dafür sind unter anderem Straubing (der Vierteljahres-Treff mit den Ehrenamtlichen), Landsberg (die Samstagsgruppe), Kaisheim (Redaktionsteam „Horizonte“), München, Bernau, Bayreuth, Ebrach, Nürnberg. Es wurde aber auch die Frage aufgeworfen, wie wir gemeinsam die Entlassung und die Wiedereingliederung der Strafgefangenen aktiv unterstützen können. Welche Kontakte haben die Seelsorger zu Pfarrgemeinden, in die der Entlassene demnächst kommt? Wie können Ehrenamtliche und Seelsorger in die Pfarreien hineinwirken, um Strafgefangene zu willkommenen Mitgliedern einer Pfarrgemeinde werden zu lassen? Oder auch die Frage: wie können aus diesen so kontaktierten Pfarreien ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen werden. Der Gefangenenchor der JVA Bayreuth ist in diesem Zusammenhang sicherlich ein gutes Beispiel dafür.
Hier ist noch genug Handlungsbedarf. Lasst uns die Begegnung ausbauen und nutzen. Lasst uns den Kontakt zu den Pfarreien ausbauen.
Norbert Merz


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Auf Suche - nach Disziplin

90 Minuten Freiheit, Fußball als Disziplinlehre
Ein Blick über den Zaun in Richtung Norden: Knast JVA Hamburg- Fuhlsbüttel, bekannt auch als das berüchtigte „Santa Fu“. Szene: Fußball-Sportplatz – eng führt der Spielführer M. den Ball am Fuß, sein flacher Pass landet bei Linksaußen A. Er sprintet, zieht allen Gegenspielern davon – zielt vor dem Strafraum aufs Tor, schießt und der Ball schlägt im rechten Toreck ein! Jubelnd reißt er die Arme nach oben und seine Spielkollegen kommen auf ihn zugelaufen…wie in der Bundesliga. Das hier ist schlechthin das “Highlight der Woche“ sagt der 26-Jährige erfreut. Die Knastmannschaft von Eintracht Fuhlsbüttel bietet wenig Glamour, erhält grundsätzlich auch keine Freigabe für Auswärtsspiele, alle Gegner müssen auch bei Heimrecht ihrer Mannschaft in den Knast. Die Gefängnismannschaft spielt in der untersten Hamburger Liga, Kreisklasse Gruppe 2. Die Mitspieler aus dem Sicherheitsgefängnis sind Mörder, Totschläger und Drogendealer, allesamt Insassen von Haus 2, dem Trakt der sogenannten „schweren Fälle“. Gespielt wird auf einem Ascheplatz im Gefängnishof. Ringsum graue Mauern, Stacheldraht, Zellblöcke. Die „Fans“ am Spielfeldrand: Ein paar Wärter, etliche Krähen und ca. ein Dutzend Mithäftlinge, die gerade Freistunde Hofgang haben. Die Fußballer leben hier von Mittwoch bis Sonntag, Mittwoch ist Training und Sonntag Punktspiel. Dazwischen sehen die Tage gleich trist aus. An diesem Sonntag geht es für den Tabellenführer „Santa Fu“ gegen den heutigen Spielgegner Norderstedter SV. Schon um acht Uhr stehen die Hobbykicker vor den Gefängnistoren. Sie lassen Körperkontrollen über sich ergehen, Sporttaschen werden durchleuchtet, Handys und Ausweise müssen abgegeben werden. Es gibt bei der Gastmannschaft niemand der sagt, weil es im Gefängnis ist, habe ich keine Lust, trotz acht Uhr morgens! Es gibt immer mehr dieser Projekte, wo die Fußballmannschaften auch am regulären Spielbetrieb in einer Liga mitmachen, aufsteigen dürfen sie allerdings nicht – der Modus ist ja durch ständige „Heimspiele“ verzerrt. Über den Sport soll den Gefangenen Fairplay, Anstand und Regeltreue beigebracht werden. „Auf dem Platz ist der Schiedsrichter das Gesetz.“ Das Gesetz ist heute schlacksig und trägt eine kleine Nickelbrille. Er steckt die Pfeife in den Mund und bläst kräftig hinein. – Anpfiff und zwischenzeitlich nieselt es, auf dem Platz sind schimmernde Pfützen, der Wind pfeift bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Die Spieler scheinen davon kaum etwas mitzubekommen, das Spiel läuft! A. trifft in der 35. Spielminute zum zweiten Mal. Er springt einem Zuschauer am Rande in die Arme und freut sich wie ein kleines Kind, es scheint heute zu laufen! In den 90 Minuten auf dem Platz haben wir den Kopf frei und keine Sorgen, erklärt er. Er wollte eigentlich mal Profi werden, da er schon gut Fußball spielen kann und war als 17-Jähriger schon mal im Fußballinternat des spanischen Erstligisten Celta Vigo. Aber es wurde nichts draus, in der alten Oberligamannschaft von ihm war zwischenzeitlich kein Platz mehr, man hat ihn abgeschrieben. Er dachte „Scheiß auf alles“ und versuchte schnelles Geld zu machen. Wegen schweren Raubes mit Waffengewalt sitzt er nun in Santa Fu. Sportobmann der JVA Michael Schäfer versucht für die Spieler ein neues Umfeld durch Fußball, nach der Haft neue Perspektiven zu schaffen. Noch fünf Minuten, es steht 4-1 für Santa Fu, jetzt wird auch gebolzt, die Gegnermannschaft hat noch etwas aufgemacht, aber beim Abpfiff steht es 5-2 für die Knastmannschaft Eintracht Fuhlsbüttel! Ein Sieg, der schon fast Gewohnheit ist, man liegt wieder auf Meisterschaftskurs, auch ohne Aufstieg ist eine Meisterschaft eine geile Sache! Insgesamt waren wir schon viermal in 7 Jahren Meister, sagt Spielmacher M, der wegen Drogenhandels noch bis 2013 sitzt. Während des Spiels vergisst man, dass man im Knast sitzt. Dann muss man zurück vom Spielfeld in den Backsteinbau. Fußball ist hier ein Privileg. Harte Fouls oder Ausschreitungen? Fehlanzeige! Den Spielern sei klar, dass bei einem Vorfall sofort Schluss mit dem Fußball sei. Auch Fehlverhalten im Knastalltag, wird schon mal mit Spielverbot geahndet. Also versucht man ohne Disziplinarmaßnahme den Knastalltag zu bewerkstelligen. Man denkt nur: Spielen, spielen, spielen am Sonntag! Auf dem Weg nach draußen lotst der Obmann die Gastmannschaft durch die Eisentüren. Norderstedts Kapitän Carsten Schilling: Das war ein ganz normales Fußballspiel und ich finde das ist die fairste Truppe der ganzen Liga. Ein besonderes Lob! Die Eisentüre fällt hart ins Schloss, er blickt hinter sich: Aber man ist doch ganz froh, wenn man wieder draußen ist. (Auszüge aus einem Bericht der LZ vom 29. 12. 2012)

Ein guter Beitrag, um Disziplin zu lernen, Regeln zu akzeptieren. Auch in Bayern werden die Sportgruppen mehr in den Gefängnissen. Häufig sind bereits Schachmannschaften in den regulären Punktbetrieb integriert, wobei hier auch die Gegner stets in das Gefängnis müssen und auf ihr Heimrecht verzichten. Beim Fußball nimmt es erste Formen hinter den Mauern an und mancher Anstaltsleiter hat auch schon eine eigene „Knastbundesliga“ in seiner Anstalt im Kopf! So etwas sind neue Wege, die offenbar zu einem Erfolg der Einsicht beitragen können. Diesen Weg kann man nur motivierend begleiten, danke für die Möglichkeit! Besonders auch Schiedsrichterkurse in den Justizvollzugsanstalten sind geeignete Maßnahmen um ein neues Betätigungsfeld zu finden, und man merkt, es ist nicht einfach – auch Regeln umzusetzen. Einhalten müssen sie die Spieler! Kicker der Eintracht Fuhlsbüttel, bleibt am Ball und Dank an die dortige Anstaltsleitung für den Mut, dies zu ermöglichen. (rr)


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Auf Suche - eine Ehrenamtliche

Gibt es auch Menschen, die nicht „auf Suche“ sind?
Die so mit sich zufrieden sind, dass das Wort „Suche“ für sie ein Fremdwort ist? Und die damit gar nichts anzufangen wissen?
Nein. Sonst würde die Redaktion unseres LAG-Heftes gewiss nicht dieses Wort ausgewählt haben, wenn es für uns ohne Bedeutung wäre und wir dazu nichts zu sagen hätten. Diese Anregung zum tieferen Nachdenken finde ich deshalb interessant und auch heilsam. Also werde auch ich versuchen, mir darüber Gedanken zu machen.
Aber ich werde mich jetzt gewiss nicht darüber aufhalten, wie viele Stunden in der Woche ich „auf Suche“ bin, um verlegte Unterlagen aufzustöbern, wie das bei mir so üblich ist. Ich werde bei dieser Suche tief nach innen gehen und mich fragen, was in meinem Leben zu den dringlichsten Dingen gehörte, die ich gesucht habe und vielleicht noch immer suche.
Dinge? – Aber nein. Menschen! Menschen habe ich gesucht. Menschen, mit denen ich reden konnte, mit denen ich mich austauschen konnte, die mir halfen, eine Richtung zu finden, wenn ich mich im Dickicht des Lebens verirrte, wenn ich nicht mehr weitergehen wollte, weil ich keinen Mut und keine Kraft mehr hatte, dieses Leben auf mich allein gestellt zu bewältigen.
Ja, ich begegnete solchen Menschen! Menschen, die mir die Hand gaben, die mir aus der Misere halfen, die mir den Sinn meines Suchens und meines gesamten Lebens zum Bewusstsein brachten, mich wach werden ließen, auch wach für die Sorgen und das Schicksal jener Menschen, die es lange nicht so gut hatten wie ich. Ich verließ also mein inneres Gefängnis, in das ich mich selbst eingeschossen hatte, und begann ebenfalls die Hand auszustrecken, um das, was ich an Hilfe und Verständnis bekam, weiterzugeben an jene, die noch dringender auf Suche waren als ich.
Und als ich diese innere Sprache der Sehnsucht nach echter Menschlichkeit und echtem Beistand einmal begriffen und erfahren hatte, war diese plötzliche „Sucht der Suche“ nach Licht und Liebe noch lange nicht zu Ende. Ich wollte mehr, auch um weitergeben zu können. Ich brauchte Gespräche in der Gemeinschaft mit Freunden, mit Gleichgesinnten und mit der Lust an gegenseitigem Helfen und Verstehen, um nicht immer wieder die Flucht vor mir selbst zu ergreifen und aufzugeben.
Und so traf ich auf meiner Suche auch Menschen mit schweren Schicksalen, die mich besonders auf den Plan riefen und hellhörig machten, weil sie aus unserer Gesellschaft so hartherzig ausgeschlossen wurden: die Straftäter und Gefangenen.
Auch sie waren „auf Suche“ und sind es noch heute. Auf der Suche nach Menschen, nach Verständnis, nach Offenheit, nach Vertrauen, nach Liebe. Auch sie warten darauf, sich mit verständnisvollen Menschen austauschen zu können, um ihnen in gegenseitigem Vertrauen näherzukommen. Um so ihr Leben in Ordnung zu bringen.
Als ich dies gespürt und begriffen hatte, machte auch ich mich auf den Weg, um sie zu begleiten und alles zu tun, um sie zusammen mit Helfern und Freunden dem wirklichen Leben näherzubringen.
Auch mein Leben ist dadurch reicher geworden.
Gabriele Seifried


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Auf Suche - 18-28 meint:

März 2013
In meiner westdeutschen Eltern-Heimat bedeutet das „Auf“ doch etwas anderes als hier bei uns in Bayern. Dieses „Auf“ in Verbindung mit einer Institution wie: Auf Schalke – Auf Fabrik – Auf Kirche – Auf Zelle, meint immer eine ganz besondere Beziehung zu den Dingen. Das „Auf“ ist fast gleichzusetzen mit: Ich/wir stehen dazu, es ist mein/unser Anliegen.
Das kann man nun 1 zu 1 auf die ehrenamtliche Arbeit mit Gefangenen übertragen. Alle in der Gefangenenbetreuung Tätigen, ja auch alle, die schon im Vorfeld der Ermittlungsarbeit, bei der Polizei und der Justiz, mit der Sache befasst sind, begeben sich auf die Suche. Die Polizei sucht den/die Täter, den Tathergang. Der Staatsanwalt sucht nach der Gesetzeslage die richtige Anklage zu verfassen. Das Gericht ist auf der Suche nach Recht und Gerechtigkeit und dem richtigen Strafmaß. Der Verteidiger sucht – oft auch vergebens – nach entlastenden Argumenten. Der Beschuldigte sucht nach Ausflüchten.
Irgendwie sind alle Genannten auf der Suche, Auf-Suche nach Fakten – ihren Aufgaben entsprechend. Wenn nun diese Stellen in einem Fall ihre Suche, die sich hauptsächlich gegen den Angeklagten, den Gefangenen gerichtet hatte, abgeschlossen haben und das Ergebnis – nämlich Haft – bekannt ist, tritt als letzte Instanz die Strafvollstreckung ihre Arbeit an.
Die Odyssee „Auf Suche“ für und mit dem Gefangenen beginnt.
Eine JVA hat viele, viele Helfer, um die Haft so zu gestalten, dass dem Gesetz Rechnung getragen wird. Darüber hinaus stehen in jeder Anstalt qualifizierte Beamte, Lehrer, Geistliche, Psychologen, Sozialpädagogen, Ärzte usw. bereit, dem Gefangenen die nötige Unterstützung während der Haft zukommen zu lassen.
Der Gesetzgeber hat Leute beauftragt, sich von Amts wegen mit dem Gefangenen zu beschäftigen. „Der Gefangene soll befähigt werden, in Zukunft ein ...“ na ja, das kennen wir ja. Der Gefangene wird von den Bediensteten „verwaltet“, „behandelt“ oder auch, selten genug, angeleitet, je nach den Möglichkeiten der JVA und den Anlagen des jeweiligen Gefangenen. Und dann ist da aber noch der Ehrenamtliche, denn laut Gesetz ist auch die Resozialisierung des Häftlings eingeplant.
Können Sie sich noch an das „Spannungsdreieck“ aus Ihrem Grundkurs erinnern? Jetzt sind wir mittendrin! Jeder zerrt in eine andere Richtung, auf der Suche nach dem richtigen Weg, den der Gefangene nun einschlagen soll. „Wer suchet, der findet“ – sagt ein altes Sprichwort. Das ist wohl wahr, aber ist es immer das Richtige, was man findet, was einem als richtig verkauft wird? Der Gefangene und der Ehrenamtliche werden sich gemeinsam Auf-Suche machen, einen Weg für den Gefangenen zu finden, den er auch als „Entlassener“ weitergehen kann, ohne erneut mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Und das Begleiten über die Entlassung hinaus, in die neu gewonnene Freiheit ist ja enorm wichtig. Der Ehrenamtliche ist da der Einzige, der für den Entlassenen das Leben beiderseits der Gitterstäbe richtig einzuschätzen vermag. Der gesuchte Weg muss also auch das „Hochgefühl“ der Entlassung überdauern, aushalten können.
Und dieses Suchen, so meine ich, ist für den Gefangenen, aber auch für den Ehrenamtlichen eine ganz entscheidende Phase in der Entlassungsvorbereitung. Auch ich, der ich einige Jahre in Haft war, habe dieses Suchen erlebt und musste feststellen: Man kann in dieser Situation jede Unterstützung, jede Hilfe, jeden Rat, auch gerade aus dem Kreis der Anstaltsbediensteten, gebrauchen.
Ja, die Suche nach dem richtigen Weg ...
Ich erinnere mich, als sei es erst gestern gewesen.
Nächtelang lag ich wach und dachte und dachte, wie geht es nach der Entlassung weiter? Ich begegne alten Gedanken, die mich hierher gebracht haben, die mich einlullen, die verharmlosen wollen: „Was willst Du denn, Du lebst doch noch, war doch alles halb so wild, Du hast doch die Zeit genossen. Lass Dich von den Sozialfuzis nicht verrückt machen, Deine Zeit kommt erst, es kommt sowieso alles anders als Du planst. Schau zu, dass Du möglichst ohne Blessuren diese Zeit überstehst, dann beginnt Dein neues Leben!“
Man schweift ab, man sucht nicht mehr, man verrennt sich mal wieder in die falsche Richtung. Nächste Nacht beginnt die Suche nach dem Weg aufs Neue. Wenn ich nun da so auf meinem Bett lag, - ja, auf meinem Bett, denn „Ins Bett gehen“, konnte man das bei diesen Dingern bestimmt nicht nen
nen -, wenn ich da also so nach links und rechts schaute, und mir vorstellte, dass jeder dieser vierzig auf ein besseres Leben nach der Haft hoffte ... Ich bin überzeugt, dass auch alle, na sagen wir die meisten, ein anderes Leben führen wollten, aber nicht wussten, wie sie es anstellen sollen. Denn, geredet haben wir untereinander nicht darüber. Das begann erst, als Gefangene aus anderen Anstalten berichteten, dass da „Leute von draußen“ zu den Gefangenen in die Anstalten kommen, „Ehrenamtliche“, so sagte man, und die machen ganz verrückte Sachen, wie „Ausgang“ und so - .
Wohl dem Gefangenen, der einen dieser Ehrenamtlichen an seiner Seite hat, einen Menschen, der auf Grund seiner Einstellung, seiner Lebensweise, seines Naturells in der Lage ist, in der Lage sein muss, für und mit dem Gefangenen die richtigen Wege zu finden, die logisch und akzeptabel sind.
Liebe Betreuer unter den verehrten Lesern, sagt Euren Betreuten, sie sollen nicht nach dem „Königsweg“ Auf-Suche gehen, denn den gibt es nicht! Viele kleine richtige Schritte aneinander gereiht ergeben auch eine beträchtliche Wegstrecke und sind vergleichsweise leichter zu korrigieren, sollte es nötig sein, und es wird da und dort nötig sein.
Die Suche beschränkt sich aber nicht nur auf ein Gebiet. Jeden Tag kommen andere Fragen hinzu, die auf Antworten warten. Der Gefangene und sein Ehrenamtlicher begeben sich immer wieder von Neuem Auf-Suche, der Fragen sind es viele, je näher die Entlassung rückt. Waren es bei Haftbeginn Probleme der Eingewöhnung, der Weiterbildung, der Gesundheit, der Ehesicherung, auch der Einstellung zum Strafvollzug, zur richtigen Bewertung der Straftat, so werden die Fragen jetzt immer konkreter:
Bekomme ich Ausgang, Hafturlaub? Wo und als was werde ich arbeiten? Wo und wie werde ich wohnen? Wie zahle ich meine Schulden ab? Was ist mit meiner Familie? In welchem Umfeld werde ich leben? Kann ich meine Partnerschaft neu beleben – oder eine neu beginnen? Usw. – usw.
Wie ich schon mal sagte: Gefangenen haben viele Fragen, die alle auf Antworten warten und die Suche nach einer Antwort, einer guten Antwort, ist nicht immer einfach. Allerweltssprüche und pseudo-intellektueller Krampf helfen da nicht weiter. Man muss schon Auf-Suche gehen nach den fundierten Antworten, die den Gefangenen weiterbringen.
Wenn es so einfach wäre, nach einem längeren Knastaufenthalt so ohne Weiteres wieder in ein normales Leben zurückzufinden, gäbe es nicht diese enormen Rückfallquoten. Ein Koch- oder Bastelkurs in allen Ehren, er trägt aber nur in den seltensten Fällen zur Wiedereingliederung bei. Ich habe nichts gegen sinnvolle Freizeitgestaltung im Knast, ich habe auch Schach und Skat gespielt, das lenkt von so manchen bohrenden und zehrenden Fragen ab, das baut manchmal Geist und Seele wieder auf. Man darf das Wichtigste, die Wiedereingliederung, aber nicht aus den Augen verlieren. Die Zukunft gilt es zu erarbeiten. Und dabei können dem Gefangenen alle helfen, Ehrenamtliche, aber auch Verwandte und Bekannte.
Gerade die Ehrenamtlichen haben oft Einblick in die Vorstellungen und in die Gedankenwelt der Gefangenen.
Diese Personen oder welche auch immer, die die Gabe haben, sich in die Gedankengänge des Gefangenen einzuklinken, haben natürlich den Vorteil, die Argumentation, die Schlussfolgerungen des Häftlings – auch wenn sie falsch sind – besser zu verstehen, sie quasi richtig einzuordnen. Auch das sagte ich schon mal: Gefangene „ticken“ anders als normale Menschen. Und mit diesem „Anders“ stehen sich die Gefangenen manchmal jedoch selber im Wege. Umgekehrt bewirkt dieses „Anders“ wiederum eine Spontanität, die sich so mancher freilaufende Bürger wünschen würde. Ob Sie es nun glauben oder nicht, aber ich finde es schade, dass ich zu all diesen meinen ehemaligen Mitgefangenen, meinen „Freunden auf Zeit“ keinen Kontakt mehr habe. Da waren Leute dabei, an die ich mich gerne erinnere, die trotz ihrer Straftaten ein ansprechendes Wesen hatten, die eben nicht nur „Verbrecher“ waren. Was ist aus ihnen geworden? Was machen wohl jetzt der Gerd, der Franz, der Helle, der Panther oder der Schwabe und all die Anderen?? –
Sie alle suchten einen Weg, einen Ausweg! Auch sie waren Auf-Suche, hatten sie Erfolg? Sie waren allein, nur auf sich selber gestellt. Sie hatten keinen Helfer! Aber zurück zu unserem Anliegen des Suchens: Behutsames Lenken und ein Stück Vertrauen entgegenbringen, ist für den Gefangenen schon der halbe Weg zum Ziel. Denn der Weg, den wir Auf-Suche beschritten haben, muss zu einem Ziel führen, welches da heißt: Straffreies Verhalten für das weitere Leben. In diesem Sinne: Gehen wir „Auf Suche“.
Ihr 16 28

PS.: Auch weiterhin die Analphabeten in den Anstalten nicht vergessen.


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Arbeitsgruppe "Übergangsmanagement" legt Bericht vor

Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk erklärt anlässlich des vorgelegten Berichts der Arbeitsgruppe "Übergangsmanagement im bayerischen Justizvollzug" zur Optimierung des Übergangs Strafgefangener aus der Haft in die Freiheit: „Wir stellen immer wieder fest: Der Schritt aus dem strukturierten Alltag in einer Justizvollzugsanstalt in häufig genug unsichere Lebensverhältnisse in Freiheit bereitet den Entlassenen Schwierigkeiten. Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade in den ersten sechs Monaten nach der Entlassung besonders hohe Rückfallrisiken bestehen! Deshalb müssen wir die bereits vorhandenen Einzelmaßnahmen zur Unterstützung der Freigelassenen besser verzahnen, um ihnen bei der Wiedereingliederung noch mehr zu helfen."
„Reintegrationschancen Entlassener verbessern, Drehtüreffekt vermeiden - das dient dem Opferschutz!“
Der Bericht einer interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppe wird jetzt mit den am Übergangsmanagement beteiligten Stellen, insbesondere den Spitzenverbänden der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, diskutiert. Ziel ist, das Übergangsmanagement fortzuentwickeln und zu verbessern.
Durch eine Kooperationsvereinbarung mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit wurde bereits eine wichtige Säule errichtet. Ein wesentlicher Vorteil für den Gefangenen bei der Arbeitssuche.
Weitere Empfehlungen der Arbeitsgruppe:
Stärkung der Schuldnerberatung in den Justizvollzugsanstalten, damit ihre Schuldenlast die Gefangenen nicht in neue Straffälligkeit treibt.
Ausweitung der Betreuung von suchtgefährdeten und abhängigkeitskranken Gefangenen.
Ausbau von Zentralen Beratungsstellen für Straffälligenhilfe, in denen Angebote für Strafentlassene konzentriert werden. Gründung von weiteren Zentralstellen in Augsburg und Ingolstadt sind geplant.
Erleichterung der Suche nach geeigneten Wohneinrichtungen für Entlassene durch ein Webportal für die Sozialdienste der Justizvollzugsanstalten. Merk abschließend: "Eine erfolgreiche Resozialisierung der Täter, eine Brücke in ein Leben ohne Straftaten - das ist Opferschutz!" (Der Bericht der Arbeitsgruppe ist einsehbar unter:
http://www.justiz.bayern.de/imperia/md/content/stmj_internet/aktuelles/uebergangsmanagement.pdf)


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Gesellschaftliches Vorzeigeprojekt
"Schwan Stabilo Cosmetica"

Wir wollen die Projekte nicht nur finanzieren, sondern sie auch persönlich unterstützen und begleiten“, sagte Angelika Schwanhäußer, als ich sie nach den Stadtteil-Patenschaften fragte.
Angelika Schwanhäußer unterstützt seit Jahren die LAG!
„Der Stadtteil St. Leonhard/Schweinau (Nürnberg) hat in Schwan-Stabilo Cosmetics einen Paten, der sich langfristig finanziell und ideell“, wie der Geschäftsführer Ulrich Griebel herausstellte, im Stadtteil engagieren wird.
Unterstützt wird das Ganze von der Helga und Dr. Erich Schwanhäußer–Stiftung, vertreten durch Angelika Schwanhäußer.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass jedes der fünf Mitglieder der Geschäftsführung der Schwan-Stabilo Cosmetics eine Patenschaft mit persönlichem Engagement übernimmt.
Im einzelnen sind das:
  • Der Besuchsdienst „Stadtteil Mütter St. Leonhard/Schweinau“ bietet den russischsprachigen Migranten ein niederschwelliges Besuchs- ud Beratungsangebot.
  • Die Stadtteillotsen wollen die Kommunikation im Stadtteil stärken und unterstützen, generationen- und kulturübergreifende Netzwerke aufbauen.
  • Die Patenschaft für die Mittelschule St. Leonhard.
  • Das Interkulturelle Café will Stadtteilbewohner mit Migrationshintergrund motivieren, ihr oftmals sehr eingeschränktes Umfeld zu verlassen.
  • Das Stadtteilprojekt Frauencollege unterstützt Frauen mit russischem Migrationshintergrund. Ziel ist es, diese Frauen in ihren Stärken und in ihrem Selbstbewusstsein zu unterstützen.
  • Der Mädchentreff setzt sich für die Belange der Mädchen ein. Das Angebot reicht von Hausaufgabenhilfe, Mittagimbiss bis zur Beratung mit breitem Themenspektrum.
Ein interessantes Projekt mit fünf Teilprojekten vor allem wegen des sehr persönlichen Engagements der Geschäftsführer. Geld ja, aber mit sehr personaler Beteiligung und Einsatz.
Denken Sie bei Ihrem nächsten Einkauf an Firmen mit einem derartigen Engagement. Kaufen Sie Produkte der Firma Schwan-Stabilo.
Norbert Merz


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Straubinger Tagung 2013

Freitag, 13. bis Sonntag, 15. September 2013
Justizvollzugsschule Straubing

 

Mitgliederversammlung 2013

Samstag, 5. Oktober 2013
Im Kloster St. Stephan,
Stephansplatz 6, Augsburg

 



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Seltsam genug

Ein Mensch erlebt den krassen Fall,
Es menschelt deutlich, überall -
Und trotzdem merkt man, weit und breit
Oft nicht die Spur von Menschlichkeit.


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© LAG 2013-03-01