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Ehrenamt-im-Strafvollzug

LAG - Info Nr. 81


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LAG-Info 81       Inhaltsverzeichnis

Auf ein Wort
Dank, Spenden, neue Mitglieder
Vorstand berichtete
Insider
- Denken, meinen, umsetzen
- Gedankensplitter
- Ehrenamtliche(r)
- Gefangener
- Sozialarbeiter
- Gespräch mit dem Gefangenen
- Redaktion Horizonte
- Insider trifft Insider
Würdigung Vitus Wagner
Straubinger Tagung
Vorstand zur Straubinger Tagung
Runder Tisch im JMuV
Regionen
- Landsberg
- Landshut
- München
- Niederschönenfeld
- Nürberg
- Würzburg
- Augsburg
- Donauwörth
- München
- Bayreuth
 
Leserbriefe
Leserbrief von 16-28
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Unser Flyer Zurück zur LAG-Info - Übersicht


 

Auf ein Wort

Liebes Mitglied, liebe Leserin, lieber Leser!

Ein immer aktuelles Thema, Insider – wer weiß was, wer meint etwas zu wissen? Unsere Titelauswahl für unsere „Weihnachtsausgabe“ stellte auch die Redaktion vor eine Herausforderung und wir hatten einen hohen Anspruch an den Titel. Also beschlossen wir, auch nach drinnen zu gehen und Insider zu besuchen. Man könnte auch sagen interaktiv tätig. So wurde die Redaktion der Gefangenenzeitschrift Horizonte in der JVA Kaisheim besucht, und man tauschte sich über redaktionellen Alltag aus, sowie über das Wissen der ehrenamtlichen Betreuung und daraus resultierendem gegenseitigen Verstehen. Lesen Sie bitte die dazugehörigen Berichte in unserer neuesten Ausgabe, die verschiedensten Sichtweisen von Insidern! Ebenfalls wurden einzelne Gefangene, welche von uns betreut werden, mit dem Thema konfrontiert. Einen guten Schritt in die Zukunft konnten wir damit erreichen, dass der runde Tisch im Justizministerium dazu führte, ein Konzept vorstellen zu dürfen, um im Januar wieder zusammenzutreffen und Standards für das Ehrenamt zu entwerfen und nach Möglichkeit festzuschreiben. Viele Aktionen und Aktivitäten sind im letzten Quartal durchgeführt worden, die Mitgliederversammlung hatte eine sehr würdige Atmosphäre, bei der nächsten Vorstandssitzung werden die aufgeworfenen Anregungen nochmals durchgesprochen und fixiert. Weiter werden die Kontakte zu den Anstaltsleitungen verstärkt und im Besonderen mit den Kontaktbeamten Verbindung gehalten. Unser Motto lautet weiterhin: Wir wollen mehr werden, da es bei den aktiven Betreuungen mehr als ersichtlich ist, dass eine ehrenamtliche Betreuung für den Gefangenen hilfreich ist. Im Dezember 2012 wird ein weiterer Grundkurs in Zusammenarbeit mit dem SKM Augsburg durchgeführt. Zahlreiche Anmeldungen liegen bereits vor. Ersichtlich ist großer Bedarf in der sogenannten Entlassvorbereitung, hier ehrenamtliche Betreuung zur Seite zu haben, hilft allen Seiten. Es ist jedoch gut vorzubereiten, zu planen und dann auch umzusetzen. Bei einer Entlassvorbereitung ist der Vorstand derzeit aktiv beteiligt und begleitet in die Freiheit, insbesondere hier mit der Vermittlung eines Arbeitsplatzes. Ein würdiges Gedenken werden wir unseren verstorbenen treuen Mitgliedern stets erhalten, wahre Insider haben uns verlassen. Ihren Auftrag führen wir weiter aus. Mit Herz und Seele Insider bleiben, auch wenn wir als Ehrenamtliche die Tür in den Knast nur einen Spalt offen sehen. Dieser Spalt ist jedoch für den Gefangenen der Lichtblick, aus Einsamkeit, Verzweiflung, Mutlosigkeit wieder herauszufinden. Schenken Sie Ihrem betreuten Gefangenen Glücksmomente, bei einem Besuch ein Lächeln zu erkennen und zu schenken, dies ist für uns motivierend für unseren Auftrag. Auch mal wieder über uns selbst nachzudenken, in uns hineinzuhören, vielleicht die Welt mal wieder sehen wie ein Kind: unbefangen, fröhlich, Leben wahrnehmen trotz Alltag und Berufsleben. Danke für Ihre Tätigkeit im zu Ende gehenden Jahr und einen guten Start mit frischer klarer Luft und Wintersonne bis zum nächsten Heft. Alle guten Wünsche für jene, denen es im Moment nicht so gut geht.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Rudi Repges
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Vorstand berichtet

20. 9. 2012: Monatstreff der ehrenamtlichen Betreuer der evang. Straffälligenhilfe München unter Leitung von Gerhard Gruber. Teilnahme: Rudolf Repges, Gaby Buß
25. 9. 2012: Arbeitsgespräch mit Sprecherinnen des AK EiS München (Arbeitskreis Ehrenamtliche im Strafvollzug) Gabriele Faber und Christa Tegeler. Teilnahme: Rudolf Repges, Gaby Buß.
26. 9. 2012: Kassenprüfung bei Marga Helms durch Helga Kremer und Alfred Schell.
28. 9. 2012: JVA Nürnberg, Besprechungstermin mit Anstaltsleiterin Frau Ltd. Regierungsdirektorin Renate Schöfer-Sigl. Teilnahme: Rudolf Repges, Norbert Merz (Öffentlichkeitsarbeit).
12. 10. 2012: Anreise zum Veranstaltungsort der Mitgliederversammlung in Augsburg, vorbereitende Maßnahmen der Durchführung: Gaby Buß.
13.10.2012: Mitgliederversammlung im Kloster St. Stephan, Augsburg. Die Beteiligung war mit 16 Mitgliedern leider recht spärlich. Nach kurzfristiger Erkrankung von Rudi Repges übernahm Gaby Buß die Leitung und führte die Mitglieder souverän und kompetent durch die Tagesordnung. Diese bestand neben der Kassenprüfung und Offenlegung der Plan- und Ist-Zahlen vor allem auch aus dem Bericht des Vorstands über die laufenden Aktionen und einem Ausblick auf 2013. Ein wichtiger Punkt war auch die Ehrung von Norbert Merz, der diese mit einen beschiedenen, aber doch beeindruckenden Bericht seines Ehrenamts-Lebenslaufes bereicherte.
Genauere Informationen erhalten die Mitglieder durch das Protokoll, welches dieser LAG-Info-Ausgabe beiliegt.
17. 10. 2012: SKM Donau-Ries, Donauwörth, im Haus Leonhard. Treffen der ehrenamtlichen Mitarbeiter der JVA Kaisheim und JVA Niederschönenfeld unter der Leitung von Frau Stephanie Sedelmeier. Teilnahme: Gaby Buß, Anita Dick.
22. 10. 2012: Runder Tisch im Justizministerium: Konzeptgespräch Zusammenarbeit Anstaltsleitung-Kontaktbeamter-Ehrenamtlicher. Teilnahme: Ministerialdirektor Dr. Walter Schön, Ministerialdirigent Prof. Dr. Frank Arloth, Richter am Oberlandesgericht Carsten Haferbeck, Rudolf Repges, Gaby Buß, Norbert Merz.
Bericht siehe Seite 30
23. 10. 2012: SKM Augsburg, Glasbau Klinkertorstraße, Infoabend zum Ehrenamt im Strafvollzug, Einladung von Hans Wagner (Dipl. Soz. Päd. FH), Leitung Straffälligenhilfe, um dieses Gebiet in der Straffälligenhilfe wieder neu aufzustellen und auszubauen. Teilnahme: Rudolf Repges, Gaby Buß
30. 10. 2012: JVA Kaisheim, Besuch der Redaktion der Gefangenenzeitschrift Horizonte. Diskussion über redaktionelle Arbeit und Themenfeld ehrenamtliche Betreuung. Teilnahme: Rudolf Repges, Gaby Buß, Norbert Merz.

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Zum Thema: Insider - denken, meinen, umsetzen

Unser Insider heißt in dem Artikel von Benjamin Jungbluth in der Süddeutschen Zeitung vom 23. August „Der Mittelsmann“.

Wunderbar wurde neben anderen wichtigen Aspekten vor allem das Wirken, die Erfahrungen von Peter Möller, die das gesamte Spektrum abdecken, skizziert. Der Artikel wird Basis für die nachfolgende Betrachtung sein: „Insider - denken, meinen, umsetzen“

Peter Möller arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit Strafgefangenen – er öffnet ihnen ein Tor in die Freiheit, heißt es in der Schlagzeile. Und unser Insider weiß dann dazu zu berichten: „Der erste Freigang ist immer der schlimmste. Groß gewachsene Männer suchen meinen Arm und klammern sich an, wirken völlig hilflos. Es sind zu viele Menschen, zu viele Geschäfte, zu viele Eindrücke.“

Was hat dieser große Mann vor seinem ersten Ausgang „gedacht, gemeint, umgesetzt“?

„Früher Berufssoldat: Fallschirm- und Gebirgsjäger, Auslandseinsatz in Bosnien, alles viele Jahre her, hat Möller eine neue, jedoch nicht minder anspruchsvolle Tätigkeit gefunden“. Er wurde, wie wir es nennen, zum Insider. Das kann man nur werden, wenn man, wie Peter Möller, Strafgefangene betreut, sie während ihrer Haft besucht, zu den ersten Freigängen begleitet und ihnen teilweise auch noch nach der Entlassung hilft, mit ihrem Leben zurechtzukommen.

Insider - denken, meinen, umsetzen
Wer Peter Möller kennt, kennt auch seine Antwort, die er dem Gefangenen gibt, wenn dieser eine Woche vor der Entlassung ihn fragt, wie es mit ihm weitergehen soll. Genau, der kann erstens nicht mit Möllers Verständnis rechnen, sondern bekommt zweitens kurz und bündig die Frage vorgelegt: „was er denn bitte die ganzen 143 Tage davor gemacht habe."

Rückkehr in die Selbstständigkeit bedeutet für Möllers, ihnen einen Weg aus jahrelanger Bevormundung zu weisen. Wer länger als fünf oder sechs Jahre sitzt, der verinnerlicht den täglich durchgeplanten Rhythmus. Jedes Essen, jedes Duschen, jeder Hofgang wird von anderen geregelt. Besonders trifft es diejenigen, die große gesellschaftliche Umbrüche hinter den Gefängnismauern verpassen. Der Fall der Mauer und die Einführung des Euros waren für Möller und seine Kollegen ein hartes Stück Arbeit. Aber auch hier zieht Möller Grenzen und stellt fest: „Nicht alles hat seine Ursache im Gefängnis, manch einer war schon vorher unselbstständig."

Der Insider weiß um den Gefangenen, kann sich in ihn hineinversetzen, kennt dessen Phantasien und Träume. Dem Insider Möller ist aber „denken, meinen, umsetzen“ bei den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht fremd.

So ist für ihn klar: Der Einzelkämpfer braucht die Gruppe für den Erfahrungsaustausch, für den Rückhalt, für die Sicherheit. Also arbeitet Peter Möller nicht nur seit mehr als 20 Jahren im Team mit, sondern er leitet die Münchner Gruppe der Straffälligenhilfe des Evangelischen Hilfswerks München fast zehn Jahre. Im Wissen um seine Ehrenamtlichen baut er die Gruppe aus und erreicht, dass sie als eigenständige Dienststelle des Evangelischen Hilfswerks anerkannt wurde. Nebenbei gründet und baut er in Rosenheim eine weitere Gruppe für die JVA Bernau auf. Regelmäßig ist er auch heute noch in der JVA Bernau im Einsatz.

„Sein Engagement auf Landesebene“, berichtet die Süddeutsche Zeitung, „wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.“
Treffend seine Aussage in der SZ: „Die Arbeit mit den Strafgefangenen ist nichts für Weltverbesserer und Gutmenschen.“ Diese sollte eigentlich für alle im Ehrenamt Tätigen verpflichtend sein. Klar und deutlich auch im Interview: „Den armen Unschuldigen helfen, das Justizsystem ändern, ist nicht seine Intension! Ein unabhängiger Vermittler zwischen Gefangenen und der Justiz zu sein, darin sieht er seine Aufgabe.“

Möller der Insider kennt sein Metier, wenn er sagt: „Man muss in die Rolle des Gefangenen schlüpfen, um sein Verhalten zu verstehen Dann merkt man auch, ob der einen versucht zu benutzen. Denn man würde es in seiner Situation vermutlich ganz ähnlich machen." Bisweilen Verständnis für das Verhalten der Straffälligen, aber nicht ihre Taten entschuldigt. Viele sind erst einmal völlig unschuldig. Aber irgendeinen Grund muss es ja geben, dass sie im Gefängnis sitzen. Und es gibt immer einen.

Möller der Insider stellt aber auch an seine Kollegen hohe Ansprüche. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist und weiß, worauf er sich bei der Gefangenenbetreuung einlässt, hat seiner Meinung nach eine Chance, den Job gut zu machen. Auch die gesamte Gruppe muss sich auf den Einzelnen verlassen können.

Norbert Merz
Zitiert aus o.g. Artikel der SZ

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Gedankensplitter zum Titelthema

Insider - denken, meinen, umsetzen
Bei mir kommt das immer wieder vor! Da sitze ich mit einem Strafgefangenen zusammen. Er erzählt mir von seiner augenblicklichen Problematik, und schon produziert mein Gehirn Bilder, Hinweise, liefert „Rezepturen“. Dazu gesellen sich Beispiele aus meinem bisherigen Leben und die Lebensweisheiten anderer Menschen. Schon meine (glaube) ich, Lösungen zu haben und warte nur noch darauf, dass all diese hundertprozentigen Lösungsansätze umgesetzt werden.
Umgesetzt von wem? Ein Muster, eine Lösung, die aus meinem Lebensmodell entstanden sind und vom Gegenüber überhaupt nicht nachvollzogen bzw. verstanden werden, sollen von ihm umgesetzt werden!
Welche Bilder, welche Hinweise entwickelten sich in seinem Gehirn, im Kopf meines Gegenübers? Beide sind wir Insider! Insider, die denken, meinen und umsetzen. Und so wurden in seinem Gehirn, wurden im Laufe seines Lebens Ereignisse, Erfahrungen, Lösungen hinterlegt und abgespeichert, die mit meinen Erfahrungsschatz, mit meinen Ideen, meinem Kopfkino nicht vergleichbar sind. Meine Kinderstube – das hat nichts damit zu tun, dass er Straffällig wurde – ist nicht mit seiner vergleichbar. Seine Sozialisation lief anders ab als meine.
Versuchen Sie es doch einmal. Welches Bild entsteht in Ihrem Kopf beim Wort „Wohnung“? Und nun fragen Sie Ihr Gegenüber, wie die Wohnung vor seinem geistigen Auge ausschaut. Überrascht? Wir können beliebig weitermachen: „Freiheit“, „Job“, „Freizeit“! Und stellen fest, es gibt ganz selten ein einigermaßen vergleichbares Bild. Ob das schlimm ist? Nein! Das ist normal. Ich, der „Insider“, sollte sich das nur wieder einmal bewusst machen.
Ja, genau so werde ich es zukünftig machen. Ich werde nachfragen, werde es mir erklären und erläutern lassen. Könnte es sein, dass so abgestimmt und so abgeglichen die Umsetzung erfolgreicher und weniger enttäuschender ablaufen wird?
Norbert Merz

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Runder Tisch im Justizministerium

22. 10. 2012
Unter der Leitung von Ministerialdirektor Dr. Walter Schön, fand ein zweistündiges Gespräch über die Verbesserung des Ehrenamts im Strafvollzug statt. Teilgenommen haben Ministerialdirigent Prof. Dr. Frank Arloth, Richter am Oberlandesgericht Carsten Haferbeck, Rudolf Repges und Gaby Buß (Vorstände LAG e.V.) sowie Norbert Merz (Öffentlichkeitsarbeit LAG e.V.)
In einer angenehmen Atmosphäre wurde über die Zusammenarbeit Anstaltsleitung, Kontaktbeamter zum Ehrenamtlichen diskutiert. Anlässlich der Straubinger Tagung wurden Problemfälle nahegebracht. Die Grundkursteilnahme vor Aufnahme ehrenamtlichen Tätigkeit im Strafvollzug wurde empfohlen. Generell wurde die Analyse zum Bedarf angeregt, die Kontaktpflege des Ehrenamtlichen, sowie deren Weiterbildung. Zusammenarbeit mit den Hilfeeinrichtungen als Anhaltspunkt im Übergangsmanagement sowie das Handbuch für die Sozialen Dienste in den JVAs als Grundlagen für Standards wurden in Erwägung gezogen.
Ein stetiger Austausch mit dem Referatsleiter ist unabdingbar, um die Ehrenamtlichen in ihrer Aufgabe zu unterstützen und wertzuschätzen. Das Budget der Fahrtkostenerstattungen wurde wieder angesprochen und um eine Erhöhung gebeten. Amtschef Ministerialdirektor Dr. Walter Schön versprach, alle vorgebrachten Argumente zu prüfen, und terminierte für Januar 2013 einen „Runden Tisch“. Dazu werden eine Auswahl von Anstaltsleitern und Kontaktbeamte mit eingeladen um eine einheitliche Vorgehensweise festzulegen. Die LAG e.V. bedankt sich im Namen aller ehrenamtlichen Betreuer und Mitarbeiter herzlich für das offene Ohr für unsere Belange. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Januar 2013.
(rr)

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Der AK-EiS in München hat sich neu strukturiert

Der „Arbeitskreis Ehrenamtliche in der Straffälligenhilfe“ (AK-EiS) München befand sich über 25 Jahre unter dem Dach des Katholischen Männerfürsorgevereins München. Organisatorisch war der AKEIS bei der Münchner Zentralstelle für Straffälligenhilfe angebunden. Dort fanden die Plenumssitzungen und Arbeitsgruppen des AK-EiS statt. Der Katholische Männerfürsorgeverein unterstützte den AK EiS auch finanziell. Dadurch waren regelmäßige Supervision für ehrenamtliche Betreuer, jährlich zwei Wochenendseminare für qualifizierte Fortbildung und die Bezahlung einer Arbeitskraft (monatlich 10 Stunden) für die Organisation des AK-EiS möglich.
Die Zusammenarbeit mit dem Katholischen Männerfürsorgeverein wurde zum 31. 3. 2012 beendet. Der AK-EiS bedankt sich sehr für die langjährige großzügige Unterstützung, die die Betreuung von Strafgefangenen und Strafentlassenen erleichtert hat. Ohne dieses Sponsoring wären einige Projekte nicht realisiert worden. Zudem erreichte die Arbeit einen hohen Qualitätsstandard.
Nun wagte der AK-EiS einen Neuanfang. Ein Strukturtag, der vom Leiter der Thetis-Akademie, Bernhard Kaschek, gestaltet und moderiert wurde, brachte neue Impulse und einen Motivationsschub. Die allermeisten Mitglieder des AK-EiS blieben bei der Stange, zwei Neue kamen dazu. Als gleichberechtigte Sprecherinnen wurden neu gewählt Christa Tegeler und Gabriele Faber. Dieses Amt bringt neben der Gefangenenbetreuung zusätzliche Arbeit. Vielen Dank für das Engagement. Ein neuer Besprechungsraum konnte bei der Bewährungshilfe München, Goethestraße 64, gefunden werden. Der Leiter der Justizvollzugsanstalt München Herr Stumpf fördert die Arbeit des Arbeitskreises wesentlich stärker als bisher. Vom Konzept des-AK-EiS-wurden-die bewährten Eckpfeiler beibehalten. Der Schwerpunkt-liegt-bei der Justizvollzugsanstalt München. Es erfolgt Einzelbetreuung von Strafgefangenen in Stadelheim. In den Sozialtherapeutischen Abteilungen für Sexual- und Gewalttäter sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Betreuung findet ebenfalls in der Frauen- und in der Jugendarrestanstalt statt. Es wird Gruppenarbeit geleistet. Die Gruppenausgänge mit Strafgefangenen werden ebenfalls fortgeführt.
Bisher war das monatliche Plenum das einzige Gremium des AK-EiS. Meist fehlte die Zeit zur inhaltlichen Vertiefung der Themen. Neben dem Plenum wurden jetzt sieben Kleingruppen gebildet, denen mindestens drei Teilnehmer/innen angehören sollen. Die Themen der Kleingruppen sind: * Gestaltung der Gruppenarbeit mit Gefangenen
* Individualbetreuung
* Information und Integration neuer Mitglieder
* Gestaltung des Plenums
* Administration und Finanzen des AK-EiS
* Organisation von Fortbildungen
* Homepage
Hilfe und Unterstützung beim Neustart hat der AK-EiS durch den Betreuungsbeamten der JVA München Gregor Dialer, erfahren. Der Arbeitskreis weiß dies sehr zu schätzen.
Im März 2012 haben sich Gabi Jentsch und Martha Elsner vom AK-EiS verabschiedet. Beide Mitarbeiterinnen haben mehr als 10 Jahre engagierte Betreuungsarbeit geleistet und den Arbeitskreis in vielen Beiträgen geprägt. Vielen Dank dafür.
Bernhard Moninger
München, im Oktober 2012

*****

   Am 25. 9. 2012 trafen sich zu einem Arbeitsgespräch in München, die beiden Sprecherinnen des AK-EiS, Ehrenamtliche im Strafvollzug, Gabriele Faber und Christa Tegeler mit den beiden Vorsitzenden der LAG e. V. Rudolf Repges und Gaby Buß. Es entwickelte sich in harmonischer Atmosphäre ein guter Gedankenaustausch, mit der Zielsetzung, den AK-EiS, welcher sich vor kurzer Zeit neu ausgerichtet hat, zu unterstützen. Nachfragen über Themen aus der Straubinger Tagung wurden behandelt sowie vereinbart, mit der LAG e.V. künftig enger zusammenzuarbeiten. Hierbei wurde wieder festgestellt, ein Ehrenamt im Strafvollzug braucht eine umfangreiche Einweisung in einem Grundkurs. Beide Sprecherinnen werden neue ehrenamtliche Mitarbeiter auf den Grundkurs der LAG e.V. aufmerksam machen und eine Teilnahme sehr empfehlen. Ferner wurde vereinbart, in unregelmäßigen Abständen auch den AK-EiS durch Besuche zu unterstützen, hier können verschiedene Themenfelder aus der Runde bearbeitet werden. Die Ehrenamtlichen des AK-EiS betreuen in der JVA München-Stadelheim, viele von ihnen auch in Begleitung eines Gefangenen in der Sozialtherapeutischen Abteilung für Sexualstraftäter, Station H 1. In enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Kontaktbeamten Sozialinspektor Gregor Dialer, trifft sich diese Gruppe einmal im Monat zum Gruppentreffen mit den betreuten Gefangenen. Einzelbetreuungen werden ebenfalls durchgeführt, die sich oft aus der Gruppe heraus dann sehr gut gestalten können. In dieser Gruppe wurde der Bedarf an Unterstützung für unser gemeinsames Ehrenamt im Strafvollzug erkannt, vielen Dank und auf gute Zusammenarbeit. (rr)


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EhrenWert Preis für Lilli Kaul

  EhrenWert Preis für Lilli Kaul, ehrenamtliche Mitarbeiterin der JVA Nürnberg, des AK Reso und Mitglied der LAG e.V.
Lilli Kaul bietet seit sieben Jahren Kochkurse in der JVA Nürnberg an. Jetzt wurde sie für ihr Engagement ausgezeichnet und erhielt den mit 1000 Euro dotierten EhrenWert Preis im Oktober. Bei der Aktion „EhrenWert" zeichnen die Stadt Nürnberg und die Universa-Versicherungen mit Unterstützung der Nürnberger Nachrichten monatlich eine(n) Ehrenamtliche(n) aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung aus.
Kochkurse im Nürnberger Gefängnis heißt, einmal im Monat mit den Häftlingen zu kochen und so die Grundzüge des Kochens und der Warenkunde, der Hygiene und des Umgangs miteinander zu lernen. Die eine Hälfte der Zeit wird gekocht und die andere geratscht. „Wir reden übers Zeitgeschehen, über den Club, machen Witze", erzählt Lilli Kaul. „Die Gefangenen sind froh, jemand zu haben, mit dem sie ohne Vorbehalte sprechen können. Sie haben meist wenige Kontakte." Wenn das Menü fertig ist, genießen die Köche ihre Ergebnisse.
Der Vorteil des Kochkurses: Die Männer lernen etwas, das sie anwenden können, wenn sie die Gefängnismauern hinter sich gelassen haben. Fangen sie dann daheim an, etwa Schweinebraten und als Nachtisch Tiramisu zu zaubern, „können sie sich gegenüber der Familie von einer ganz anderen Seite zeigen. Von einer guten Seite." Lilli Kaul bietet ihnen also „ein kleines Stückchen Resozialisierung“ an. Und damit die Chance, sich von Schlägern, Dieben und Betrügern zurück zu verwandeln in Ehemänner und Väter.

Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!
(Auszugsweise aus dem Artikel von Gudrun Bayer Mitarbeiterin der Nürnberger Zeitung vom 19.10.2012.

PS: Auf die Glückwünschen zu ihrer Ehrung und zur Verleihung der Preises "EhrenWert" schreibt Lilli Kaul voller Bescheidenheit: "... danke für deine netten Worte, aber ich bin nur ein kleines Rädchen in der Resoarbeit. So nehme ich auch den Ehrenwertpreis, über den ich mich schon sehr freue, stellvertretend für alle, die in diesem Bereich arbeiten, entgegen." (NM)


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Augsburg

Am 23. 10. 2012 fand von 19.00 bis 21.30 Uhr ein Infoabend für das Ehrenamt im Strafvollzug in den Räumen der SKM Augsburg, Kath. Verband für soziale Dienste e.V., Klinkertorstraße 12, statt.
Vorausgegangen waren Zeitungsinserat und Bekanntgabe in den weiteren Bereichen der SKM. Eingeladen hatte Dipl. Soz. Pädagoge (FH) Hans Wagner, zuständig für die Straffälligenhilfe des SKM. Wagner organisiert und führt Sprechstunden in den Justizvollzugsanstalten Augsburg, Kaisheim, Aichach und Landsberg durch oder ist dort im Speziellen bei der Wiedereingliederungshilfe in der Vorbereitung bei der Entlassung unterstützend tätig.
Die SKM Augsburg betreibt auch ein Übergangswohnheim für Entlassene. Deutlich wurde auch der Hinweis für die Hilfen der Justiz, welche das Übergangsmanagement betreffen. Hier werden die festen Stellen für den Übergang sehnlichst erwartet, um dann auch organisatorisch und finanziell unterstützt zu werden. Ganz besonders legt Hans Wagner Wert darauf, dieses Feld der Straffälligenhilfe mehr auszubauen, weil dies dringend geboten ist. Die Anmeldungen bei den Sprechstunden in den JVAs geben hier einen realistischen Hinweis. Die LAG e.V. unterstützte bei der Anfrage um Informationen und Grundkurs für dieses Ehrenamt. In einem sehr angenehmen Rahmen kamen 15 Interessierte zu dieser Infoveranstaltung, um Näheres zu erfahren.
Das Tätigkeitsfeld wurde gut zusammengefasst, die Anwesenden brachten interessante Fragen mit, welche die Tätigkeit aufwirft. Erfreulich festzustellen, dass ein bunter sehr schöner Querschnitt der Bevölkerung anwesend war, besonders auch das Interesse von jungen Menschen 2 Praktikanten der SKM haben freiwillig an dem Abend teilgenommen, um vom Ehrenamt im Strafvollzug zu erfahren.
Wie geht es den Bürgern, welche aus eigenem Entschluss in den Knast gehen – aber auch wieder raus dürfen! Beispiele aus der Praxis wurden von Gaby Buß (LAG) und Rudolf Repges (LAG) hautnah rübergebracht, so dass sich die Gruppe bereits entschlossen hat, einen Grundkurs zu besuchen. Dies wurde auch vereinbart, und ca. Ende November/Anfang Dezember 2012 wird in den Räumen der SKM ein Grundkurs stattfinden, bei dem eventuell noch weitere Teilnehmer dazu gewonnen werden können.
Im Anschluss an den Infoabend fand noch ein weiterer kurzer Austausch statt, ganz besonders die Problematik kurz vor der Entlassung der Gefangenen wurde angesprochen. In diesem Bereich möchte Wagner (SKM) gerne eine „Sondergruppe“ bilden, welche nach angemessener Kennenlernzeit mit dem Gefangenen auch die Lockerung Ausgang begleiten kann, um z. B. die Wohnsituation u. a. zeitnah zu regeln.
Aus Erfahrung, so Hans Wagner, sei speziell in Augsburg dringender Bedarf an ehrenamtlichen Mitarbeitern. Das gilt auch für anderen Anstalten, für die Anzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter erhöht werden sollte. Dem stimmte der Vorstand der LAG e.V. zu. So vereinbarte man, eine neu gegründete Initiative auch bei regelmäßigen monatlichen Treffen zu unterstützen. Start ist der Grundkurs, auf den wir uns schon freuen.

Herzlichen Dank sagen Rudolf Repges und Gaby Buß für die Einladung sowie für das große Interesse welches die Anwesenden durch ihr Kommen und ihre Fragestellungen zeigten. (rr)


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Bayreuth

Helmut König, Sprecher der Ehrenamtlichen der JVA Bayreuth erhielt aus der Hand der Sozialministerin Haderthauer das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Durch seine hervorragenden humanitären Einsätze für vielen Menschen in den ärmsten Regionen Europas hat er sich große Verdienste erworben.
Seit Anfang 1990 organisiert er Hilfstransporte nach Osteuropa mit dem „Malteser Hilfsdienst Bayreuth“, das heißt, Hilfsgütern sammeln, Aufklärung zu betreiben und Vorträge bzw. kulturelle Veranstaltungen zugunsten der notleidenden Menschen in Osteuropa durchzuführen. Der Schwerpunkt seines humanitären Wirkens liegt in der Ukraine. Er setzt sich selbst ans Steuer der Transportfahrzeuge und sist als Hauptorganisator zugleich Ansprechpartner für die auf der bis zu 2.000 km langen Fahrtstrecke auftretenden Probleme.
Ein besonders hervorzuhebendes Projekt ist der Aufbau eines Waisenhauses für 200 Kinder und Jugendliche in der Nähe von Lemberg. Neben Geldspenden werden Werkzeuge, Baumaterialien und Nähmaschinen den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive sein.
Die LAG und die Vorstandschaft gratulieren zu dieser Auszeichnung, zu einem derartigen nicht selbstverständlichen Engagement sehr herzlich.
NM


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Augsburger Gespräche 2013

Samstag, 16. März 2013, 9:00 bis 17:00 Uhr
Kloster St. Stephan
Stephansplatz 6, Augsburg

 

Straubinger Tagung 2013

Freitag, 13. bis Samstag, 15. September 2013
Justizvollzugsschule Straubing

 

Mitgliederversammlung 2013 mit Wahl

Samstag, 5. Oktober 2013
Im Kloster St. Stephan,
Stephansplatz 6, Augsburg



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"Wer Einblick hat, kann verstehen.
Wer Durchblick hat, kann entscheiden.
Wer Weitblick hat, weiß die Dinge zu lenken."

Peter Mendt, FranziskanerAlbert Einstein          


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© LAG 2013-01-04