Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
Ehrenamt-im-Strafvollzug

LAG - Info Nr. 68


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LAG-Info 68       Inhaltsverzeichnis

Auf ein Wort
Vorstand im Ministerium
... alles anders machen
Werde ich es diesmal ...
Ein sehr Engagierter
Augsburger Gespräche 2009
- Junge Täter
- Jugendgericht
- Strafvollzugsgesetz
- Ehrenamtliches Engagement Jugendarrest
Der besondere Vatertag
Einblick
Wanderung
Lebensretter
Ehrenamt statt Aspirin
Besichtigung
Engagierte Ehrenamtliche
Ohne Liebe
Der Ausgang
Glück als Unterrichtsfach
Jugendliche nicht im Stich ...
Amtswechsel Augsburg
Verfahren Zumwinckel
Engel der Gefangenen
Steuerrabatt
Kostenbeteiligung
BVG - Entlassung

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Unser Flyer Zurück zur LAG-Info - Übersicht


 

Auf ein Wort

Liebes Mitglied, liebe Leserin, lieber Leser!

„Was bleibt?“ Diese Frage kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich an die Menschen denke, die ich in der Anstalt, im Rahmen der Entlassung und nach der Entlassung begleitet habe.
Wie viele wunderbare Zukunftsvisionen, Wunschträume hatten diese Menschen. Und was blieb übrig? Wo sind sie gelandet? Schnell wurden Schuldige ausgemacht, und nicht selten musste ich eingestehen: Unsere Gesellschaft hatte schon Besseres anzubieten. Aber hier geht es unseren Entlassenen nicht schlechter und nicht besser als Tausenden von Menschen.
Was ist zu tun? Ich denke, wo es (vom Strafgefangenen) gewollt ist und wo Sie es sich leisten können, sollten Sie - und sei es nur ein sehr, sehr lockerer Kontakt - die Verbindung erhalten und pflegen.
Die Augsburger Gespräche waren ein Erfolg. Dass dies so war, hat ausschließlich mit den hervorragenden Referenten zu tun. Denn sie verstanden es, das jeweilige vorgegebe Thema den über 80 Zuhörern wunderbar und verständlich zu präsentieren. Dafür herzlichen Dank! Wie eine Beteiligung an unserem LAG-Info ausschauen kann, erkennen Sie an den vielen Beiträgen unserer Mitglieder und ganz besonders am Beitrag von Ursula Schneeberger auf Seite 34/35.

Ihr

Norbert Merz


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Vorstand im Ministerium

Am 12. Mai war es so weit. Thomas Staudigel und Gerhard Gruber, die beiden Vorsitzenden der LAG, hatten die Möglichkeit, sich bei Prof. Dr. Frank Arloth, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Nachfolger von Herman Korndörfer, vorzustellen.
Außerdem räumte Horst Krä, Regierungsdirektor, Leiter des Referats F 6, dem LAG-Vorstand, der von Norbert Merz begleitet wurde, viel Zeit ein, noch einmal das Aus- und Weiterbildungskonzept der LAG, die verschiedenen Projekte, die von der LAG getragen oder mitgestaltet wurden und werden, vorzutragen.
Leider musste auch das leidige Thema der Fahrtkostenerstattung und die dabei unterschiedlichen Vorgehensweisen angesprochen werden. In dieser Angelegenheit kommen wir, stellten alle Beteiligten fest, nur dann weiter - unabhängig von einer politischen Entscheidung im Haushaltsausschuss -, wenn die Leitungen der einzelnen Justizvollzugsanstalten zu Beginn eines Abrechnungszeitraums sehr offen und sehr klar über die zur Verfügung stehenden Mittel informieren.
Mit Interesse nahm der Vorstand die Information von Regierungsdirektor Peter Holzner auf, der über eines seiner Projekte „Übergangsmanagement“ und über die damit anstehenden Aktivitäten berichtete. Der Vorstand signalisierte, falls gewünscht eine aktive Mitarbeit durch die LAG.
Wie: „AK Ehrenamtliche“, Projekt „Jobscout“, LAG-Beteiligung beim „Tag der offenen Tür“ in der Staatskanzlei, Beteiligung der Gefangenen an den Kosten der Krankenbehandlung, Ehrenamtliche und die kleinen Ungereimtheiten in der täglichen Praxis.
Es wurden aber auch und ganz besonders gerne die positiven Signale aus den Regionen aufgezeigt. So zum Beispiel die Werbeaktion der JVA Straubing mit und von Frank Kargerbauer (Kontaktperson), die Führung Ehrenamtlicher der JVA Straubing und Weiden durch die neue JVA Landshut durch Hans Jürgen Amannsberger, Leitender Regierungsdirektor, LAG-Engagement in Landsberg, die demnächst stattfindenden Gespräche der Ehrenamtlichen der Münchner Gruppe um Gerhard Gruber mit dem zuständigen Richter für den Jugendarrest in München. (Ein Ergebnis der „Augsburger Gespräche“.) Oder das neuen Tischtennisangebot von Thomas Staudigel in der JVA Bamberg mit einer beispielhaften Unterstützung durch Hans Lange, Leiter der JVA und Leitender Regierungsdirektor. Hans Lange erzielte durch sein Engagement für die ehrenamtlich aktiven Tischtennisspieler eine sehr positive, absolut unkomplizierte und äußerst angenehme Spielatmosphäre und entsprechenden Spielbetrieb.
Norbert Merz


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... alles anders machen

„Diesmal werde ich alles anders machen“, sagte der Strafgefangene kurz vor seiner Entlassung.
Fast könnte man resigniert fragen, „was hast du während deiner Haftzeit dafür getan“? Und er antwortet, „aus dem Knast heraus konnte ich doch nicht frei agieren!“
Kann er, können wir, können wir mit ihm zusammen wirklich nichts tun?
Welche Zeit hat er dafür verwendet, sich zu fragen, warum er im Gefängnis ist. War es nur die schlimme Kindheit, seine versoffene Mutter, sein schlagender Vater, die Arbeitslosigkeit, das große Geschäft, das nur an einer Kleinigkeit scheiterte, sein Chef, der ihn gepiesackt hat?
Hatten wir überhaupt im Laufe unserer Betreuung, unserer Gespräche mit ihm solche „privaten“ Themen angesprochen?
Im Rahmen eines Betreuertreffs erzählte ein Ehrenamtlicher: „Erst als ich aufgehört habe, mich als Müllkübel zur Verfügung zu stellen, habe ich Freue an meiner Betreuung. Ich gehe befreit und ohne Angst zu den Besuchen und kann wieder normal reagieren, sprechen, raten und Vorschläge zur Diskussion stellen.“
Hier wurde endlich offen an- und ausgesprochen, was viele von uns ähnlich erleben.
„Jetzt höre ich zu, reagiere, aber ich fresse es nicht mehr in mich hinein. Das heißt nicht, dass mich das eine oder andere nicht berühren würde! Aber ich habe gelernt, nicht alles mit nach Hause zu nehmen“, erzählte er weiter.
Den nötigen Abstand zu unserem Gegenüber finden - das ist die Kunst unserer Tätigkeit.
Wie war das nun, „Diesmal werde ich alles anders machen“? Auch wenn wir keine Therapeuten sind, wir können zuhören, wir können Themen anregen, wir können zum Tun auffordern, wir können unsere Lösungsmöglichkeit zur Diskussion stellen, wir können Pläne auf Praxistauglichkeit mit ihm zusammen überprüfen, wir können ..., wir können ..., aber tun, seine Person in Bewegung setzen, das muss er selber!
Norbert Merz


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Werde ich es diesmal ...

Wird ein Gefangener auf seine Entlassung angesprochen, dann erfährt man von den Ängsten und quälenden Fragen. „Werde ich es diesmal meistern, schaffe ich den Absprung, wird man mich aufnehmen etc.“ Hört man genau hin, dann sind es die Versagensängste, die Angst vor der Gedankenlosigkeit der Mitbürger, und die Ungewissheit des Makels.
„Straftat-Knast-Entlassung-Versagen-Knast-Entlassung“, ein Karussell!
Dies sind die Gedanken, die Aussagen eines Betroffenen, der über Jahre der LAG verdienstvoll und mit viel Engagement bei der Aus- und Weiterbildung von ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Seite stand.
Und auch da quälte ihn die Frage, ob er nicht viel zu oft auf seine Haft einginge, ob er damit nicht nur „angeben“ wolle usw. Ganz klar, es ging ihm natürlich nicht ums Angeben oder um Großsprecherei. Immer wollte er mit seinem Beispiel zeigen, dass hinter aller „Schuld und Sühne“ Menschen zu finden sind, die unsere Zuwendung dringend nötig haben – ja, die sie oft brauchen, um überhaupt wieder einen Weg für sich zu finden, den richtigen Weg in die Freiheit.
„Schon vor meiner letzten Entlassung aus der Strafhaft“, erzählte er einmal, „machte ich mir Gedanken, wie es nach dem ,Tag der Entlassung‘ weitergehen soll und muss.“
So wie immer?
Oder, wie der Titel der LAG-Info 68 lautet: „Was bleibt?“,
„Wir, einige Gefangene, die fast gleichzeitig entlassen wurden“, berichtete er, „wir wollten neue Wege gehen und nach der Entlassung, so beschlossen wir, treffen wir uns regelmäßig, um uns gegenseitig aufzubauen und uns Mut zu machen. Wir alle wollten nicht mehr in den Knast müssen. Straubing, darf nicht das Ziel sein!“
Und dann stellte er fest: „Unsere Sozialarbeiter zeigten uns Wege auf, keine ausgetretenen, vorbereiteten, geebneten Pfade!“
Alle fühlen sich dem Aufstieg verpflichtet. Wenn man es nur will, muss es doch auch möglich sein! Viele, viele haben ihren eigenen Weg gefunden und berichten voller Stolz bei den regelmäßigen Treffen.
Bei diesen Zusammenkünften wurden nicht Wunden geleckt, sondern man fasste den Entschluss, den Sozialarbeitern unserer Stadt bei der Entlassung straffälliggewordener Menschen zu helfen. „Ich wollte mich dafür einsetzen, dass Gefangenen Hilfe für die Entlassung und auch noch danach zuteil wurde, das soll auch allen noch in Haft befindlichen geboten werden. Dafür will ich mich einsetzen. Das war und ist meine Motivation für die Gefangenenbetreuung.“
Was bleibt?
Es bleibt die Erkenntnis, dass mein Schicksal in meinen Händen liegt. Ich kann mich hinsetzen und warten, oder ich kann meine Erlebnisse dazu nutzen, den Menschen drinnen und draußen die Hand zu reichen.
„Ich stieg“, erzählte er weiter, „in die sich gerade bildende Ehrenamtlichen-Bewegung voll ein. Grundkurse für neue Ehrenamtliche wurden entwickelt, Wochenendseminare mit Gefangenen der JVA, die sich auf ihre Entlassung vorbereiteten, organisiert. Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Strafgefangene taten sich zusammen, um Wiedereingliederung zum Erfolg zu verhelfen.“
Und mittendrin der ehemalige Strafgefangene, der begriffen hat, dass er mit seiner Erfahrung, seinen Erlebnissen, seinem Wissen um die Dinge sich selbst hilft, wenn er anderen hilft.
Und dann kam er immer wieder ins Schwärmen: „Gruppenabende der Betreuer, Gruppenabende in der JVA, Wochenendseminare, und, und! Ich lernte viele, viele Menschen aus den verschiedensten Berufen, den unterschiedlichsten Mentalitäten kennen, Es ergaben sich neue ganz andere Möglichkeiten sich einzubringen und mitzugestalten.“
Ein „Traum“ wurde Wirklichkeit und ich war dabei!

Und nun schauen Sie sich das Titelbild unserer LAG-Info noch einmal an. Liebe, Freundschaft, Blitz, gefesselt sein, mitspielen, jonglieren, gestalten und nur einfach - mit zwei Punkten - schön sein!
Norbert Merz

Diese Betrachtung basiert auf einer Ausarbeitung „Vorwort“, das „1628“ vor langer Zeit geschrieben hat.


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Ein sehr Engagierter

Ein sehr Engagierter schreibt:
„Zusammenarbeit ist für mich ein sehr starkes Bedürfnis!“
Und er meinte, dass die Zusammenarbeit zwischen und mit den Gleichgesinnten, nämlich den Ehrenamtlichen des Strafvollzugs, stärker in den Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit gerückt werden müsste.


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Augsburger Gespräche 2009

Jugend-Gesellschaft-Strafvollzug

Was kann die Gesellschaft tun (Sozialisation) oder was ist notwendig, damit Jugendliche erst gar nicht zu Tätern werden?
Das war die Frage, die von sehr unterschiedlichen Standpunkten beleuchtet wurde.
Aufbauend auf den kriminologischen Erkenntnisse zu Formen, Ursachen und Prävention von Jugendkriminalität und von Dr. Wiebke Steffen dargelegt, folgte der Einblick von Ortrun Jelinek in das Geschehen und die kreativen Möglichkeiten des Gerichtes, einem Jugendlichen durch Chancen der Besinnung und gezielte Maßnahmen das Gefängnis zu ersparen.
Eine, wie man feststellen kann, letzte Chance!
Welche Behandlungsangebote sich dann immer noch aus dem Strafvollzugsgesetz ableiten ließen, erläuterte Horst Krä, Leiter der Abteilung F6 des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz München.
Gelegenheiten, sich ehrenamtlich im Vorfeld einer Inhaftierung, dem sogenannten Jugendarrest, zu engagieren, zeigte Lilli Kaul auf. Beschäftigungsangebote, Nähe, Vertrauen - also viel Menschlichkeit - sind gefragt und würden stark verhindern helfen, eine kriminelle Karriere mit all den Nebenwirkungen zu starten.
Durch die Tagung führte, nach dem Pater Otmar Wieland, der Hausherr, die Teilnehmer begrüßt hatte, Gerhard Gruber, 2. Vorsitzender der LAG.


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Der besondere Vatertag

Vatertag hinter Gittern - Gefangene der Justizvollzugsanstalt Landshut feiern mit ihren Kindern
Vatertag einmal anders. So könnte man das bezeichnen, was sich am Himmelfahrtstag in der Justizvollzugsanstalt Landshut-Berggrub abspielte. Es war ein ungewöhnliches Bild, das sich am vergangenen Donnerstag in der Turnhalle der Justizvollzugsanstalt Landshut bot. 14 Kinder im Alter zwischen 3 und 13 Jahren spielten mit ihren Papas Fußball, Basketball oder „Eierlaufen“. Auf einem große Fallschirm konnten sie sich austoben oder einfach durch die Halle ziehen lassen.
Neun ausgewählten Gefangenen wurde die Gelegenheit gegeben, in der Sporthalle der Anstalt zwei Stunden lang mit ihren Kindern zu spielen. Die Mütter konnten sich in der Zwischenzeit bei Kaffee und Kuchen, der vom Bayerischen Landesverband für Gefangenenfürsorge finanziert wurde, vom Alltag erholen.
Vor einigen Monaten hatten der stellvertretende Leiter der Justizvollzugsanstalt Landshut, Oberregierungsrat Marcus Hegele, und die Mitarbeiter des Sozialdienstes die Idee, den inhaftierten Papas einen „Vatertag“ zu organisieren. „Zur Resozialisierung gehört auch, dass die Familien während des Strafvollzuges möglichst nicht kaputtgehen, sondern sogar gestärkt oder verbunden werden“, so Oberregierungsrat Marcus Hegele. Der „Vatertag hinter Gittern“, der in Bayern wohl ein einzigartiges Projekt war, leistete hierzu einen großen Beitrag.

Pressemitteilung der JVA Landshut


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Einblick

Wie können wir, trotz ungünstiger Prognosen, in dem Betreuten die Sehnsucht nach der Freiheit verstärken?
Vor einiger Zeit fragte ein Gefangener, was er davon habe, ohne Straftaten mit Hartz IV auskommen zu müssen? Seine Taten waren risikoreich, aber gewinnbringend.
Was verschweigt er uns, wenn er es so darstellt, als sei das Leben im Knast stressfrei, besser als Hartz IV. Oder ist das Leben im Knast wirklich stressfrei?

Was sagen Insider?


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Wanderung

Haben Sie schon einmal während einer Wanderung in einer unübersichtlichen Gegend die Orientierung verloren?
Wissen Sie noch wie Ihnen zumute war und wie sich Angst, Rat- bzw. Hilflosigkeit einstellten?!
Möglicherweise erinnern Sie sich noch an den freudigen Moment, als Sie jemanden trafen, den Sie nach dem Weg fragen konnten.
Sie hatten Glück, derjenige kannte sich aus. Er lief ein Stück mit Ihnen und nach einiger Zeit wussten Sie wieder selbst, wie es weitergeht.
Fast jeden Tag liest man in den Zeitungen oder erfährt durch andere Medien, dass junge Menschen in Berlin und anderswo Straftaten begehen. Viel seltener ist die Rede davon, dass sich die übergroße Mehrzahl dieser Jugendlichen und Heranwachsenden nach der Überwindung schwieriger Entwicklungsetappen wieder stabilisiert und nicht mehr straffällig wird.
Um sie auf diesem Weg nicht allein zu lassen, sieht das Jugendgerichtsgesetz neben Sanktionen auch eine Vielzahl von begleitenden Betreuungsangeboten für eben diese jungen Menschen vor.
Dabei nimmt die Zusammenarbeit zwischen einem Jugendlichen und seinem Betreuungs- bzw. Bewährungshelfer einen besonders wichtigen Platz ein.

Aus einer Jugendbroschüre der Stadt Berlin


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Lebensretter

Aufmerksamer Vollzugsbeamter rettet Leben eines Gefangenen - Lob von Ministerin Merk
Ein aufmerksamer Vollzugsbeamter hat einem Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Bernau das Leben gerettet. Ein 41-jähriger Gefangener mit russischer Staatsangehörigkeit versuchte am Donnerstagabend, sich aus familiären Gründen das Leben zu nehmen. Da er sich hierzu in dem abgetrennten Toilettenbereich seines Haftraums eingeschlossen hatte, fiel dies seinen Mitgefangenen nicht auf. Ein Beamter des allgemeinen Vollzugsdienstes, der beim abendlichen Einschluss die Vollzähligkeit der Gefangenen überprüfen sollte, gab sich mit dem scheinbaren Toilettenbesuch jedoch nicht zufrieden. Als nach mehrmaligem Rufen keine Reaktion des Gefangenen kam, öffnete der Bedienstete und fand den heftig blutenden Gefangenen vor. Dieser hatte sich mit seinem Besteckmesser eine schwere Schnittverletzung am Hals zugefügt. Der sofort beigezogene Notarzt ließ den Verletzten mit dem Hubschrauber in die Klinik fliegen, wo er gerettet werden konnte. Ohne das Eingreifen des Bediensteten hätte die Gefahr bestanden, dass der Gefangene kurze Zeit später verblutet wäre.
Heute sprach Justizministerin Dr. Beate Merk in München mit dem 39-jährigen Hauptsekretär im Justizvollzugsdienst und dankte ihm für seinen beherzten Einsatz: „Durch Ihr aufmerksames und vorbildliches Verhalten haben Sie ein Menschenleben gerettet. Ich bin stolz darauf, dass wir so tüchtige Beamte in unseren Anstalten haben, die für ihre Gefangenen Verantwortung tragen."

8. Mai 2009 - Pressemitteilung Nr. 77/09


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Ehrenamt statt Aspirin

Wer anderen hilft, lebt fünf bis sieben Jahre länger als der Durchschnitt. Für Eckart von Hirschhausen, der dieses Ergebnis einer Studie gestern beim Auftakt der Kampagne „Geben gibt“ im Haus der Bundespressekonferenz erwähnte, gibt es daraus nur einen Schluss. „Statt Aspirin müssten die Ärzte viel öfter ein Ehrenamt verschreiben.“ Der Arzt, Bestsellerautor und Kabarettist hat selber die Stiftung „Humor hilft heilen“ gegründet.

Elisabeth Binder - Tagesspiegel 13. 3. 2009


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Besichtigung

... Er meinte auch, solche Anstalten müssen sich der Öffentlichkeit auch präsentieren können. Dass Herr Amannsberger 4 Stunden uns gewidmet hat, zeigt den Stellenwert der Ehrenamtlichen hier, es war einfach super! Sollte ich irgendetwas vergessen haben, bitte ich um Nachsicht, ich habe leider nichts notiert – aber die Ausführungen sind auch so im Gedächtnis geblieben.
Wir sagen Dank für die Gastfreundschaft, Dank für die Verköstigung, Dank für die Offenheit, mit der alles vorgetragen wurde. Dank an Ihre Beamten für die verantwortungsvolle Arbeit, die hier auch mal erlebt werden durfte.
Die Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter der JVA Straubing wünscht Herrn Amannsberger und seiner Crew stets eine gute Sicherheitslage. Es war ein Beispiel für gelebte Zusammenarbeit, die Besichtigung bleibt in Erinnerung.
Für die Gruppe, freundliche Grüße nach Landshut

Rudolf Repges
ehrenamtlicher Mitarbeiter der JVA Straubing und Erlangen

Stark gekürzt!


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Ohne Liebe

Pflichtbewusstsein ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig.
Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht grausam.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.

Laotse


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Engel der Gefangenen

Auf der Seite der Gebrochenen
Birgitta Wolf, die als „Engel der Gefangenen“ den Strafvollzug menschlicher machte, ist tot.
Birgitta Wolfs Arbeit begann dort, wo die Gesellschaft mit Menschen fertig ist. Sie half Obdachlosen, Ausgerissenen, Diskriminierten, vor allem aber Sträflingen, Haftentlassenen und ihren Angehörigen. Ein Leben lang hat sie nach der Erkenntnis gehandelt, dass ein Täter Hilfe braucht, will man neue Straftaten verhindern. Jetzt ist Birgitta Wolf, die den Beinamen „Engel der Gefangenen“ trug, im Alter von 96 Jahren in ihrem Haus im oberbayerischen Murnau gestorben.

Stark gekürzt aus Süddeutsche Zeitung vom 30. 4. 2009


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Was kommt nach dem Drinnen?

Theologische Reihe, Band 090
Markus Höbel

Was kommt nach dem Drinnen?
Gefangenenseelsorge und Strafvollzug zwischen Restriktion und Resozialisierung
Gefangenenseelsorge steht heute vor der Aufgabe, ein Selbstverständnis zu entwickeln, das es ihr ermöglicht, christlich motivierte Sorge um den Menschen in der Strafe zu üben, ohne inhaltlich und final an die Intention des Vollzuges gebunden zu sein. Ein zentrales Problem besteht darin, wie angesichts der geringen Aufnahmebereitschaft der Gesellschaft gegenüber Vorbestraften und der von vielen Verletzungen gezeichneten Persönlichkeit des Strafgefangenen eine Hilfe gefunden werden kann, die die Lebenssituation des Strafentlassenen nachhaltig verbessert. Um die Entstehung und Entwicklung der Seelsorge an Inhaftierten und der Strafvollzugsentwicklung nachzuvollziehen, werden Quellen, Erfahrungsberichte und praktisch-theologische Darstellungen historisch betrachtet und ausgewertet, damit sie für die gegenwärtige Seelsorge im Strafvollzug entfaltet werden können. Die Sondersituation des Spezialgebietes Gefangenenseelsorge kann genutzt werden zur Ausbildung einer grundsätzlichen Theorie der Seelsorge.
Markus Höbel, Jahrgang 1962, ist gelernter Landmaschinenmechaniker und Landwirt. Studium der Philosophie und Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und nach dem Studium Einsatz als Religionslehrer. Seit 1990 betreut er Strafgefangene und seit 2003 das Projekt „Die Welt wird schöner mit jedem Tag ... ", bei dem Jugendliche auf einem Bauernhof eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung erfahren und erwachsene Straftäter resozialisiert werden. 2004 mit der Medaille für die Verdienste um die bayerische Justiz ausgezeichnet.

Einleitenden Vorbemerkung
„Im Projekt Katzenloh, in dem ,Schwache‘ und ,Starke‘ Menschen für eine bestimmte Zeit miteinander leben und sich gegenseitig mit der Gabe dienen, die sie empfangen haben, werden diese Ansätze auf ihre Praxistauglichkeit hin erprobt“

Aus dem Vorwort
Seinen „Sitz“ in meinem Leben hat das vorliegende Buch einerseits in der mehrjährigen Entlassvorbereitung von Gefangenen in der JVA Stadelheim und in meiner jetzigen Tätigkeit als Leiter des „Projekts Katzenloh“, anderseits in meinem ganz persönlichen Ringen, wie die Theologie und die Kirche mit Straftätern umzugehen hat. Denn bloßes Einsperren löst gar nichts: Gefangene bleiben nicht ewig Gefangene. Morgen sind sie wieder Nachbarn - nicht alle, nicht die Schwerkriminellen, aber die meisten. Morgen sind sie wieder Nachbarn: Das Bewusstsein dafür ist leider verschwunden.
Das Zusammenleben mit den „Knastbrüdern“ zeigte mir unmittelbar die Schwierigkeiten, denen sie sich in unserer modernen Gesellschaft gegenübersehen. Wichtiger aber noch ist: Sie lehrten mich die Orientierung an der Wirklichkeit. Hierzu trugen - in positiver Weise - mein Freund Bernhard Moninger (Sozialarbeiter in der JVA Stadelheim), Martina Wenleder und Christine Wachter-Naumann wesentlich bei. Ihnen danke ich für die Geduld mit mir, aber mehr noch für die Unterstützung, das Projekt am Leben zu erhalten.
... Ein letztes Wort sei mir an dieser Stelle gestattet. Die soziale Bedürftigkeit der Gesellschaft insgesamt hat zugenommen. Es gibt eine neue Armut außerhalb der Gefängnisse - Hartz IV - Gestrandete, Flüchtlinge usw. Der Keller der Gesellschaft hat etliche neue Stockwerke bekommen. Häftlinge sitzen jetzt noch weiter unten, sie werden noch weniger bedacht als früher. Und trotzdem gilt der Satz: Morgen sind sie wieder Nachbarn! Ich möchte meinen umliegenden Nachbarn, den Bauernfamilien und den Frauenzeller Bürgern für vorurteilsfreie Begegnungen und allseitige Unterstützung des "Projekts Katzenloh" Vergelt's Gott sagen. Ohne sie wäre ein Arbeiten und Leben in dieser speziellen Form der Wiedereingliederung von Strafentlassenen nicht möglich. Glücklich, wer solche Nachbarn hat - großartig!

Katzenloh, Maria Lichtmess 2009

Markus Höbel


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Straubinger Tagung 2009

Freitag, 17. bis Sonntag, 19. Juli 2009
Justizvollzugsschule Straubing


Mitgliederversammlung 2009

Samstag, 19. September 2009
In Augsburg / Hotel Riegele, Viktoriastraße 4,
gegenüber Hauptbahnhof


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Ehrenamtliche
sind die weißen Schafe
unter den Schwarzarbeitern

Giesela Knappe


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© LAG 2009-07-07