Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
Ehrenamt-im-Strafvollzug

LAG - Info Nr. 64


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LAG-Info 62       Inhaltsverzeichnis

Auf ein Wort
Verdienstkreuz für Peter Möller..
Nachrufe
Jugendstrafvollzug
Gesetz macht‘s möglich
Die Seesterne
Sollte uns zu denken geben
Fahndung nach guten Kern
Aggressivität ist kein Erbgut
Werte machen stark
Gefängnis nach Stundenplan/a>
... persönliche Zuwendung
Überlebt! - dann weggesperrt
Heim statt Knast
Wegsperren hilft keinem
Psychologie der Verständigung
Sehnsucht
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Auf ein Wort

Liebes Mitglied, liebe Leserin, lieber Leser!
Sisyphus als Titelbild auf die erste Seite eines Heftes zu nehmen, das sich mit dem Jugendstrafvollzug befasst? Ist das nicht doch sehr deprimierend, stimmt das Bild negativ? Oder regt es uns alle an, uns mit all unseren Kräften für eine gemeinsame Wiedereingliederung starkzumachen?
Mich hat es in Bewegung gesetzt, weil, würden wir die Jungs alleine lassen, dann wirklich immer wieder der Stein nach oben gerollt werden würde mit alledem, was wir dann schon kennen.
Das Ministerium, die Gesetze bieten Chancen, und die im Jugendvollzug Beauftragten warten auf Unterstützung durch die Bürger.
Bitte wirken Sie in Ihrem persönlichen Umfeld bzw. verraten Sie mir, wo ich durch einen Brief, einen Flyer für unser Anliegen werben kann.
Mein Anliegen ist und bleibt: Mehr Ehrenamtliche für die sehr unterschiedlichen Engagements und jede und jeden, der sich dafür begeistern lässt, auszubilden und für die Aufgabe vorzubereiten.
Ich bin aufgrund der Personalknappheit auch der Meinung, dass wir nur gemeinsam - Anstaltsleitung, Bedienstete und Ehrenamtliche - das Problem der Zuführung der Gefangenen zu Einzelgesprächen und zu Gruppenaktivitäten. Ein Insider meinte: „Das ist für jede Anstalt eine organisatorische, aber bewältigbare Herausforderung.

Ihr

Norbert Merz


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Verleihung des Verdienstkreuzes

Wir, der Vorstand und alle Mitglieder der LAG, gratulieren Peter Möller zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Danke für Dein Engagement und für Deinen Einsatz bei der Betreuung der Strafgefangenen und bei der Werbung und Ausbildung neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter. Norbert Merz


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Nachrufe

Nachruf auf Justizministerin a.D. Dr. Mathilde Berghofer-Weichner
Die LAG dankt dieser großen Politikerin, die sich immer Zeit für die Belange der Ehrenamtlichen des Strafvollzugs genommen hat. Mit großer Bewunderung und hohem Respekt gedenken wir dieser engagierten Frau.

Wir trauern um Edith Breitschaft, eine sehr engagierte Betreuerin und Begleiterin straffällig gewordener Menschen, die nach langer Krankheit leider viel zu früh am 12. Mai von uns gegangen ist.
Edith war uns eine liebe und wertvolle Kameradin bei unserer wichtigen Aufgabe, Menschen sich wieder wie solche fühlen zu lassen.
Für sie waren alle gleich!
Wir werden uns gerne an sie erinnern!


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Jugendstrafvollzug

Was ist geplant, was wird gemacht, was wird mehr gemacht als bisher, was ist die Beteiligung der Ehrenamtlichen?
Ist diese unsere Beteiligung überhaupt erwünscht.
Schaut man sich die Aktivitäten der letzten Jahre an oder wertet man die seit einiger Zeit verstärkt auffallenden Anstrengungen der Anstalten, dann kann und muss man feststellen, eine Verstärkung ist das Ergebnis des überdurchschnittlichen Einsatz und Engagements der Bediensteten und der Fachdienste und der Ehrenamtlichen, die von den Hauptamtlichen der Anstalt gerufen, berufen und eingebunden werden.
Die Kraft, das zusätzliche Engagement kann nur mit zusätzlicher Manpower gestemmt werden. Es nützt nichts - am wenigstens den Gefangenen, die vielleicht wirklich die Wende suchen -, über ein Zuwenig an Stellen zu jammern. In einer Bürgergesellschaft, die noch nie so bereit war, sich ehrenamtlich zu engagieren, muss diese Komponente gepflegt und genutzt werden.
Ehrenamtliche Bürger, die sich gerne einbinden lassen, müssen aber auch ernst genommen werden.
Das heißt: Diesen Menschen Möglichkeiten der Mitwirkung aufzuzeigen (Werbung), sie in einer Informationsveranstaltung zu informieren und nachfragen zu lassen, ihnen in einem Grundseminar die wesentlichen Zusammenhänge von Strafvollzug, gefangenen Menschen und besonderen Aspekten der Mitwirkung aufzuzeigen.
Jugendstrafvollzug will - und das wird von allen Beteilten immer und immer weder betont - die Jugendlichen auf ein Leben in Freiheit ohne neuerliche Straftaten vorbereiten.
Es ist immer wieder überraschend, was Bedienstete bereit sind, in einen Begegnung mit den Jugendlichen an Emotionen mit- und einzubringen.
Trotzdem muss festgestellt werden, dass eine Vielzahl von jugendlichen Straftätern diese Zuwendung nicht geboten bekommen. Das hat nichts mit nicht wollen zu tun. Nein, das ist schlicht und ergreifend die Zeit, die ein Bediensteter dafür aufwenden kann. Das Schlüsselverhältnis Bedienstete zu Gefangenen spricht eine deutliche Sprache.
Könnte eventuell das ehrliches Miteinander, das Aktivieren geeigneter Bürgerinnen und Bürger das Problem mildern helfen?
Bürger nicht einzubinden, - für welche Aufgabe auch immer - bedeutet, jungen, willigen Strafgefangene die Chance zu nehmen und ihnen so eine geordnete Rückkehr in die Gesellschaft zu verweigern.
Norbert Merz


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Das Gesetz macht's möglich ...

Gesetz über den Vollzug der Freiheitsstrafe, der Jugendstrafe und der Sicherungsverwahrung (Bayerisches Strafvollzugsgesetz - BayStVollzG)

Welche Möglichkeiten das Gesetz (BayStVollzG) einräumt, dazu sollte sich jeder den Text in Ruhe durchlesen und dabei vielleicht seine Ideen und Beteiligungen überlegen und notieren.

An welchen hier im Gesetz aufgezeigten Möglichkeiten würden Sie sich beteiligen und warum?
Sie sind/waren Lehrer, Sie beherrschen Ihren PC, Sie haben Spaß am Lesen, Sie kennen die heimische Wirtschaft und deren Chefs, würden anderen gerne das Kochen beibringen, wissen etwas über Wäschepflege, kennen aus Ihrer Elternzeit die großen und kleinen Wehwehchen, schreiben gerne Brief, haben Freude an kleineren Wanderungen, kennen sich im Umgang mit Behörden aus, Sie können gut zuhören, Sie haben berufliche Erfahrung,
„Ich bin doch aber schon zu alt!“, sagte mir eine ältere Dame. „Ja, vielleicht, trotzdem bin ich an Ihrer Meinung und Ihren Argumenten interessiert“, entgegnete ich ihr, „denn diese Ihre Auffassungen sind für mich Hinweise und Anregungen und helfen mir andere, neue Wege zu finden!“
Bitte geben Sie mir Hinweise, wann und wo wir in Ihrem Kreis mit der Werbung neuer Mitarbeiter beginnen können.

Jugendvollzug gelingt, wenn wir uns alle beteiligen!


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Fahndung nach dem guten Kern

„Was wir hier tun, ist der Versuch, Erziehungsarbeit zu leisten, wir wollen an die Menschen rankommen, ihnen Chancen aufzeigen, wie ein ,normales Leben‘ aussehen kann.“
Das sagte: Wolfgang Deuschl, ehemaliger Leiter der JVA Aichach


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Werte machen stark

Hallo LAG-Redaktion,
Sie haben mich gefragt, wie es mit der Wertevermittlung in den Schulen und im Knast und ganz speziell in den Jugendstrafanstalten bestellt ist. Hier meine sehr persönliche Stellungsnahme:
Wenn es um Vermittlung von Werten in der Schule geht, denke ich da zuerst an die Fächer Religionslehre und Ethik. Für diese Fächer gibt es selbstverständlich Lehrpläne.
Aber auch in anderen Fächern wie Deutsch, GSE (Geschichte / Sozialkunde / Erdkunde) oder AWT (Arbeit/Wirtschaft/Technik) werden Werte vermittelt, ohne dass dies ausdrücklich im Lehrplan festgeschrieben ist. Da spielen z.B. die Auswahl von literarischen Texten oder die Gestaltung des Unterrichts selbst eine Rolle. 
In den „Knast-Schulen" wird es ähnlich sein.
Außerhalb des Unterrichts geht es in den vielfältigen Gruppenaktivitäten zwar nicht primär um Wertevermittlung, doch fließt sie ständig mit ein. Wenn ich an meine Zeit in der JVA denke, so war doch mein Bemühen auch dadurch geprägt, bei den Gefangenen so etwas wie ein „Wertegerüst" aufzubauen.
Welchen Erfolg wir mit unseren Bemühungen haben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn ich die jüngsten Nachrichten um den Post-Chef in Betracht ziehe, habe ich das Gefühl, ich versuchte die Gefangenen auf eine Welt vorzubereiten wie sie sein sollte und nicht wie sie ist. Da kann mich nur das Gelabere von Politikern ankotzen, die am Vormittag eine stärkere Wertevermittlung in der Schule anmahnen und am Nachmittag Geld nach Liechtenstein karren.
Solange bei vielen Menschen die Überzeugung vorherrscht, dass der Ehrliche der Dumme sei (und dies auch immer wieder bestätigt wird), solange wird es wohl auch schwierig mit der Wertevermittlung sein.
Ciao

Anmerkung der Redaktion: Diese Hinweise und Erläuterungen schrieb ein ehemaliger sehr engagierter Mitarbeiter der Justiz, der in verschiedenen Anstalten sehr beeindruckend gewirkt hat.
Februar 2008


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... persönliche Zuwendung

Aus „Das Lernen lernen“
von Wolfgang Pohl
Durch persönliche Zuwendung
Eine Person, die mir hilft, in meinem Leben Sinn und Zweck zu finden, wird mich eher prägen als eine Person, der ich egal bin. Dies könnten zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer sein, aber auch Personen, die mir bei der 'Entfaltung meiner Persönlichkeit' irgendwie Vorbild sind (ein Elternteil, ein Verwandter, ein Freund, eine angesehene Persönlichkeit des öffentlichen Lebens...)

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Montagsstammtisch der Ehrenamtlichen der JVA Bayreuth

„Wendepunkt“ stellt sich vor
Zu einer Fortbildung trafen sich Ehrenamtliche der JVA Bayreuth, darunter auch zwei ehemalige Inhaftierte, die nun schon seit Jahren den schweren Weg der Wiedereingliederung gemeistert haben.
„Nach der Haft ist fachkundiger Beistand ebenso wichtig wie Mitmenschlichkeit" sagte Gerhard Zimmermann, bekannt als erfahrener Ehrenamtlicher der JVA Bayreuth, und lud Frau Rupp von der Nürnberger Stadtmission ein. Sie leitet als Diplom- Sozialpädagogin die Einrichtung „Wendepunkt Sozialtherapie", (Wohnen - Arbeiten - Integrieren), und gab Einblick in ihre Arbeit.
In sechs Monaten - so viel Zeit müssen sich die Probanden wenigstens nehmen - wird ein fester Tagesablauf eingeübt, im Alltagstraining will man die Problembewältigung in den Griff bekommen. „Wendepunkt" bietet Gruppenarbeit und Einzelgespräche an. Es gibt z. B. Aggressions-, Sucht- und Selbstkontrollgruppen. In den ersten Wochen arbeiten die Bewohner im Haus. Die Hauswirtschaft wird von den Bewohnern erledigt. Später wird eine Arbeit außer Haus gesucht und schließlich eine eigene Wohnung. Es gibt 18 Plätze im Haus. Alkohol und Drogen sind untersagt. Jeder Bewohner erhält Taschengeld und Kleidergeld. In der Freizeit stehen Angebote für Sport und diverse Unternehmungen zur Wahl. Das Miteinander im „Wendepunkt" ist familiär und vertrauensvoll. Es ist immer mindestens ein Betreuer im Haus. Wie heißt es im Flyer: „Der Wendepunkt ist Ihre Anlaufstelle - für die Wende in Ihrem Leben!"
Von Mechthild Holstein


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„Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt ....“
Schuld und Sühne, Strafe und Wiedergutmachung?

Nach schrecklichen Gewalttaten taucht immer wieder die Forderung auf, Täter einfach „lebenslang wegzusperren“. Auch wenn nach dem Gesetz die Überprüfung einer lebenslänglichen Haftstrafe ansteht und entschieden werden muss, ob Verurteilte freikommen sollen, kommt es zunehmend zu öffentlichem Widerspruch. Welchen Zweck verfolgt Strafe? Gewinnen Sühne und Wiedergutmachung neben Resozialisierung neue Bedeutung? Wie kann persönliche Schuld bearbeitet werden und zugleich gesellschaftliche Schuld neu ins Blickfeld geraten? Was bewirkt Strafe bei Straftätern? Welche Möglichkeiten gibt es wirklich, ihnen zu einem „ Leben danach“ zu verhelfen?
Referenten:
Prof. Dr. Heinz Stöckel, Generalstaatsanwalt a.D., Nürnberg; Prof. Dr. Richard Riess, Theologe und Autor, Erlangen; Walter Knöbl, Dipl.-Sozialwirt, Leiter von "Wendepunkt Sozialtherapie" der Stadtmission Nürnberg e.V.
Zielgruppe: Haupt- und Ehrenamtliche in der Arbeit mit Strafgefangenen und im Strafvollzug, Juristen, Therapeuten, Seelsorger, Bewährungshelfer, alle an ethischen Fragen Interessierte
Eine interessante Veranstaltung im großen Saal „Haus eckstein“ Nürnberg, die in Kooperation mit der Stadtmission Nürnberg e.V. durchgeführt wurde.


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Mitgliederversammlung 2008
Samstag, 13. September 2008
In Augsburg / Hotel Riegele, Viktoriastraße 4,
gegenüber Hauptbahnhof


Straubinger Tagung 2009
Freitag, 17. bis Sonntag, 19. Juli 2009
Justizvollzugsschule Straubing



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Liebst Du das Leben?
Dann verschwende keine Zeit,
denn daraus ist das Leben gemacht.

Spruch von Benjamin Franklin


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© LAG 2008-07-04