Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
Ehrenamt-im-Strafvollzug

LAG - Info Nr. 50


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LAG-Info 50   Inhaltsverzeichnis

Auf ein Wort
Gratulation
Wechsel in Straubing
Wechsel in Aschaffenburg
Klare Worte
70. Geburtstag
Steckbrief
Das 50. LAG-Info
Rückschau - Ausblick
50. LAG von A & M Helms
Fast ein Jubiläum
Programm
Russlanddeutsche
Projektleiterin Olga Bonet
Länder im Vergleich
Gerichtsnahe Mediation
Offensive Öffentlichkeitsarbeit
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  Inhaltsverzeichnis

Lachen hinter Gitter
Eingliederung ? Ausbildung
Christophorus Würzburg
89 Sänger zu Gast
Justizmedaille
Komm ins Offne, Freund!
Regionen
Besuch in der Forensik
Weiden
Aschaffenburg / Straubing
München / Nürnberg
Bayreuth
Bücher
Leser-Post
Presseclub
Beitrittserklärung
Termine
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Auf ein Wort

Liebes Mitglied, liebe Leserin, lieber Leser,

nun hat uns das neue Jahr schon wieder fest im Griff. Neue weitreichende Termine haben wir angenommen und in unseren Kalender eingetragen. Grundseminare, Treffen und Begegnungen mit den verschiedenen örtlichen Gruppierungen werden durchgeführt bzw. besucht werden. Tagungen und Anschubhilfen für die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher stehen an. Das ist alles gut so! Ihnen allen, den stillen Mitlesern, denen, die sich zwischendurch melden, und denen, die sich schriftlich oder mit Unterlagen am LAG-Info beteiligen, Ihnen allen sage ich Dank. Selbstverständlich würde ich mich sehr,
 
sehr freuen, wenn Sie sich im März auf den Weg nach Augsburg machen würden.
Ein nicht ganz einfaches Thema: „Spätaussiedler“. Gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht, so könnte man es überschreiben. Umso mehr würden Sie mit Ihrer Anwesenheit dokumentieren, dass uns diese Deutschen nicht gleichgültig sind. Und noch etwas bewegt mich seit Jahren. Mit einem Brief von Markus Höbel - erinnern Sie sich an den Bauernhof im Allgäu - und einem Gespräch mit Georg Modlmair wurde bei mir diese „Wunde“ wieder aufgerissen. Was machen wir mit unseren „einfacher strukturierten“ Entlassenen, die für einen Start bei der heutigen Arbeitslosigkeit total überfordert sind? Früher gab es für diese Menschen einen Bauernhof!

Ihr
Norbert Merz

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Das fünfzigste LAG-Info

Waren es gute, waren es schlechte Hefte? Hat es jemanden genutzt? Welche Themen wurden behandelt, welche Themen kamen zu kurz und worauf hätten die Leserinnen und Leser großzügig verzichtet? Diese und andere Fragen mehr können nur Sie, unsere Leserinnen und Leser, beantworten.
Wenn ich die Jahre zurückblicke, dann gab es berechtigte Kritik, es gab viel Lob und es gab auch sehr motivierendes Lob aus berufenem Munde.
Es ist sicherlich so, dass eine Informationsschrift wie das LAG-Info immer wieder Information enthält, die nicht alle interessiert,
 
oder dass der eine oder andere sehnsüchtig auf einen Artikel zum „Thema“ gewartet hat.
Wichtig war und ist uns auch in Zukunft, den Mitgliedern der LAG Informationen rund um den Strafvollzug anzubieten. Dass wir dabei auf Artikel der deutschen Presse, aus Informationen aus dem Internet - als nicht alles selbst erdenken und erfinden - zurückgreifen, liegt in der Natur der Sache, schafft damit aber auch eine breite Palette an Meinungen, Ansichten und Einstellungen. Ganz besonders wichtig ist mir immer Ihre Meinung, sind mir Ihr Hinweis und Ihre Kritik!

Norbert Merz


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Rückschau und Ausblick

Hätte sich damals, 1987, unser Gründungsmitglied Dr. Willi Becher nicht ein Herz genommen, die LAG-Info, unsere Informationsbroschüre, würde es wahrscheinlich nicht geben. Dass dies auch den Fortbestand des Vereins gewaltig beeinflusste, liegt auf der Hand. Schon sehr früh, kurz nach der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft, forderte er, die Mitglieder waren auf ganz Bayern verteilt, eine Vereinszeitung aufzubauen, die regelmäßig erscheinen müsse. Selbst wenn es noch so wichtige und gravierende Ereignisse gegeben hätte, die Zusammenkünfte waren schon aus Kostengründen (Fahrtkosten) auf das unbedingt Nötige zu reduzieren. So blieben für die Mitglieder die jährlich vorgeschriebene Mitgliederversammlung und die Straubinger Tagung - falls man/frau dazu eingeladen wurde - für eine persönliche Diskussion und thematische Auseinandersetzung.
Dünn war unser erstes LAG-Info, und noch wurde sehr viel mit Schere und Prit-Stift gearbeitet und zusammenmontiert, um so zu einer brauchbaren Kopiervorlage zu kommen. Neben der Darstellung unserer (LAG-) Aufgaben waren die Satzung, die neue Vorstandschaft, Brief an den Ministerialdirigenten Dr. Dietl (einer unserer Förderer im Justizministerium), Gedichte von Gefangenen, „Gedanken über unsere Arbeit als ehrenamtliche Betreuer von Gefangenen und Entlassenen“ (aus Resozialisierung von Ernst Klee, Handbuch zur Arbeit mit Strafgefangenen und Entlassenen, Claudius-Verlag, München 1973) und auch Presseberichte aus „Die Zeit“ und der „Süddeutschen Zeitung“ enthalten. Ja, selbst Büchertipps, wie zum Beispiel das Buch von Georg Wagner „Das absurde System“, mit einer sehr ausführlichen Darstellung des Autors, waren bereits enthalten.
In einem Artikel vom 13. Mai 1987 titelte die Süddeutsche Zeitung: „Gegenreform in Sachen Strafvollzug?“ mit dem Untertitel: Durch einen Vorstoß im Bundesrat droht der Vorrang der Resozialisierung in Gefahr zu geraten. Den Rekordumfang erreichte die NR. 2. Ganze vier Seiten stark war die LAG-Info, aber wir konnten von unserem ersten Besuch im Ministerium berichten. Interessant sind die wiederkehrenden Themen wie „Im Gefängnis soll gesühnt werden“, „Höherer Lohn für Häftlinge“, usw. Erst 1999 sollte per Beschluss des Bundesgerichtshof eine Änderung herbeigeführt werden. Voller Hochachtung muss man auch die Liste der Kontaktbeamten (1988) lesen. Sechs Personen erfüllen diese Funktion zum Wohle der Ehrenamtlichen bis heute und mit enormer Hingabe. Einige andere sind Anstaltsleiter/innen bzw. Abteilungsleiter/innen und wieder andere sind in den letzten Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gegangen.
Über die erste Bewährungsprobe des Vorstands der LAG anlässlich der Herbsttagung in Augsburg berichtete Heft 4/1989. Der Vorstand hatte zur Abschlussdiskussion auch die Presse eingeladen (Fernsehen und Printmedien). Kritisch und offen, wie nun mal Ehrenamtliche sein können, wurde alles und nichts, was einem Ehrenamtlichen im Rahmen seiner Betreuungsaufgabe so zu Ohr und zu Gesicht kam, auf dem Tagungstisch ausgebreitet. Sehr zum Ärger des Vertreters des Ministeriums und der Verbandsvertreter, die sich durch eine Äußerung einer Ehrenamtlichen besonders angesprochen fühlten. Und was nicht direkt vor Ort zu Verstimmungen geführt hatte, zeigte spätestens einige Tage später, als die namhaften Zeitungen über die Herbsttagung berichteten, enorme Wirkung.
Mit dem Jahr 1988 wurde eine gute Tradition gestartet: der Besuch beim jeweiligen Justizminister. In einer sehr offenen und freundlichen Atmosphäre konnten der damaligen Staatsministerin, Dr. Berghofer-Weichner, Anliegen der beruflichen Aus- und Weiterbildung (Qualifizierung) der Gefangenen, Besuchsregelung für Ehepartner (und Kinder) und die Problematik der Schuldenregulierung während der Haft vorgetragen werden.
Das Heft 5 (1989) präsentiert sich im roten Umschlag, der bis zum heutigen Tag beibehalten wurde und bereits als eine Art Markenzeichen anzusehen ist. Hier werden die Mitglieder über die Straubinger Tagung, über Fahrkosten-Erstattung, die Ausbildung der Beamten des Vollzugsdienstes und eine sehr kritische Anmerkung (Die Zeit, 3. 3. 89) von Dr. Georg Wagner informiert: „Eine Sitzkur, nicht mehr“. In dieser Zeit erscheint Dr. Willi Bechers erstes Buch: „Das Gefängnis als Vater-Ersatz“.
Mit dem Heft 8 (1991), das nur einen Bericht vom Besuch in der Jugendstrafanstalt Neuburg-Herrenwörth enthielt, ändert sich der Heftl-Macher, womit letztlich auch die große zeitliche Distanz zwischen Nr. 8 und 9 zu erklären ist. Im Info 7 wurde in einem offenen Brief das Verhalten eines LAG-Vorstandsmitglieds zu den Vorgängen der Dachbesteigung in der JVA Straubing kritisiert. Damit verbunden war leider der Rückzug der Gruppe aus der LAG-Mitarbeit.
Der Umfang steigt mit Nr. 9 auf 36 Seiten. Neben vielen Pressemeldungen (Wechsel an der Spitze der JVA Erlangen, Dr. Gerhard als Nachfolger von Dr. Dietl) wurde ein Schriftwechsel mit dem Ministerium zum Unfallschutz abgedruckt. Im September 1991 (Heft 10) veröffentlicht die LAG ein von Horst Hilger, Augsburg, ausgearbeitetes Konzept „Soziales Entlasstraining“ und das Konzept eines Grundkurses für ehrenamtliche Mitarbeiter des Diakonischen Werks Augsburg.
Wissen Sie, dass das Jugendstrafvollzugsgesetz zur Zeit (November 2004) kurz vor der Verabschiedung steht? Und was berichtete Heft 11 im September 1992? „Jugendstrafrecht wird reformiert: Bei Straffälligen das Prinzip „Erziehung statt Strafe“ anwenden!“ Bei einer Tagung in Augsburg (1. 10. 1991) fordern die Ehrenamtlichen neben einer besseren Entlohnung für die Gefangenen auch bessere Aufstiegschancen für Beamte und Angestellte sowie die Beseitigung des Personalmangels im Strafvollzug. Frau Werler, Nachfolgerin von Albert Bickel und Vorgängerin von Herbert Meißner, wechselt nach 10 Jahren Tätigkeit in der Justizvollzugsschule Straubing (Straubinger Tagung) in eine JVA.
Das Straubinger Manifest und die Verfassungsbeschwerde füllten im Dezember 1992 das Heft Nr. 12. Ereignisreich dann Nr. 13: Kontakt e.V. Bayreuth – Erfinder des Eheseminars 1977 – feiert das 25-jährige Bestehen. In diesem Zusammenhang müssen Namen wie Bernd Mayer und Rosi Schimanek genannt werden. Straffälligenhilfe Erlangen feiert 20 Jahre. Die Sache der Ehrenamtlichen wird in einer 25minütigen Sendung im Frankenfenster live gesendet.
Während neue Mitglieder, aktive Mitstreiter der Grundtenor von Nr. 14 ist, ist in Nr. 15 die Rede von drangvoller Enge in den JVA, Kittchen vollbesetzt, vom Forschungsauftrag „Täter-Opfer-Ausgleich“ und von der Schufa. Zehn Jahre LAG werden mit Nr. 16 verkündet, das auch über das kommende Insolvenzgesetz berichtet. Leider tauchen immer wieder Hinweise von Hauptamtlichen auf: Ehrenamtliche würden die Stellen der Hauptamtlichen gefährden! Im Dezember 1994 (17) wird die Gewalt an den Schulen behandelt und im Mai 1995 (18) entdeckt die LAG die Ausländerbetreuung. Drei Veranstaltungen (Augsburg, Nürnberg, Erlangen) bringen wenig Erfolg bei den Ausländerbeiräten dieser Städte. Ein kritischer Brief (Dr. Werner Graeser) an das ZDF dagegen zeigt bei allen Talkteilnehmern Wirkung.
AK Reso wird 20 Jahre, Geiselnahme in Celle bringt viel negative Stimmung, Augsburg sucht einen Bauplatz für die neue JVA - und das alles im September 1995 (19).
 

Ausführliches zu Drogen und deren Wirkungen gab es in Nr. 20. Schon wieder einige Jubiläen in Nr. 21 (9/96): „10 Jahre Innere Mission München“ und „15 Jahre CISS Lauf-Simonshofen“, Mecklenburg-Vorpommern wagt es, von privat ein Gefängnis bauen zu lassen.
Im Januar 97 (Heft 22) ziert ein Pfauenauge die Titelseite. Für die erste Veranstaltung „Augsburger Gespräche 1997“ konnte Prof. Dr. Christian Pfeiffer gewonnen werden. Seit dieser Zeit werden die Augsburger Gespräche alle zwei Jahre angeboten. Maßregelvollzug, Leistung nach BSHG für Strafgefangene und Entlassene sind weitere Themen.
Das Heft 23 „Das Zusammenwirken“ hatte u.a. die Eröffnung der JVA Würzburg, einen kritischen Bericht zum Strafvollzugsgesetz von Harald Preusker, Frauen (Beamtinnnen) im Männervollzug und den Start der LAG ins Internet  eine Würzburger Student (Winfried Puchinger) ermöglichte dies - zum Thema.
16 28 - dies ist eine Gefangenennummer - publiziert zum ersten Mal (Nr. 24 / Dezember 1997), der Spiegel berichtet von der eigenartigen Faszination der Gewalttäter auf Frauen, die LAG hat einen Stand auf der Messe „Freizeit und Hobby“. Im April 1998 (25) viele Zeitungsberichte zum Bundesverfassungsgericht „Lohn für Gefangene wird überprüft“, das Justizministerium im Internet und ein immer noch interessanter und gültiger Aufsatz: „Reichweite und Grenzen in unserem Umgang mit Strafgefangenen und Haftentlassenen“.
Alle reden und berichten vom und über das Ehrenamt, die LAG in Nr. 26 (7/98) auch. Neben vielen Hinweisen und Stellungnahmen zum Ehrenamt wurde damals auch eine sehr kritische Betrachtung: „Was kostet der Spaß“ an Hand einer Vierteljahresabrechnung einer Ehrenamtlichen angestellt.
Der Titel „Die Mauer“ (27) hat auf den ersten Blick reichlich wenig mit dem 70. Geburtstag von Albert Bickel, dem 60. Geburtstag von Alfred Helms oder dem Weggang von Peter Küspert zu tun, und trotzdem sind das Menschen, die Mauern abreißen, überwinden oder begehbar machen.
Sauter wird Justizminister (Nr. 28 / Dezember 98), Telearbeit im Knast, SmartFilter für eine problemlose Internetanwendung im Gefängnis. Aschaffenburger Frauen eröffnen das Café „Grenzenlos“, der erste Ausgang, Fachtagung in Berlin, Mutter-Kind, Schachmeisterschaft in der JVA Straubing, das waren einige Highlights aus Nr. 29 / März 1999. Um die Familie und die sozialtherapeutische Justizvollzugsanstalt Erlangen ging es in Nr. 30! Das nächste Heft (31) würdigt die 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit von Anneliese Schröttle, stellt einen Leitfaden für Einsteiger vor und berichtet von den Gefühlen eines Gefangenen bei seinem ersten Vier-Stunden-Ausgang.
Der Jahrtausendwechsel wird mit Nr. 32 (Dezember 1999) aufgegriffen, mit einer Fragebogenaktion sollten die Wünsche und Anregungen der LAG-Mitglieder ergründet und erfragt werden. Außerdem wurde viel über Sozialtherapie geschrieben. Täter-Opfer-Ausgleich, Kommunikation: das A und O der Betreuung sind Beispiele aus Nr. 33.
Nicht nur über „20 Jahre Justizvollzugsschule“ war in Nr. 34 (Juli 2000) zu berichten, es gab Nachdenkenswertes (Funktionärsdenken blockiert Gemeinschaft), Handreichungen für die sächsischen Ehrenamtlichen, eine Frau bekennt Farbe (Marie Wolf) und Kunst hinter Gitter (JVA Nürnberg).
Im Oktober 2000 (35) wurde über die Zeitarbeit, den Vollzugsplan, über das Gespräch bei Justizminister Manfred Weiß berichtet. LAG-Info 36 erzählt vom Bundesverdienstkreuz für Horst Münzer, von den Augsburger Gesprächen 2001 (Gefährliche Sexualstraftäter), was machen wir mit alten, ehemaligen Strafgefangenen, Tag der Sachsen in Zwickau.
„Gewalt macht Spaß“ von Micha Hilgers im Heft 37 (2001) sorgt für Aufregung, Vitus Wagner wird 80 und erzählt aus seinem Leben und seinem Engagement, JVA Straubing feiert den 100. Geburtstag, Argumente zur Abschaffung der Sicherungsverwahrung.
Im November 2001 (Heft 38) wird das Programm für das „Nürnberger Podium 2001“ vorgelegt, über den Fliedner Preis, den elektronischen Hausarrest und über einen Vortrag von Prof. Johannes Gründel berichtet.
Supervision wurde für Ehrenamtliche nur in Neuburg-Herrenwörth (Heft 39) angeboten. Ebenfalls hochaktuell und deshalb aufgegriffen wurde die Problematik der Angehörigen von Inhaftierten. Das Familienseminar für Strafgefangene, ein Super-Angebot des AK Reso Nürnberg.
Kontaktperson, das Bindeglied zu den Ehrenamtlichen, Aufbau einer Ehrenamtlichen-Gruppe in Kronach, die Medaille für Verdienste um die bayerische Justiz, Berichte über unterschiedliche Eheseminare in verschiedenen Justizvollzugsanstalten waren einige Themen aus dem Heft 40 (Juni 2002).
Nr. 41 / September 2002 behandelte die Themen Jugendgewalt, Mediation, Betreuung Aufgabe der Pfarreien, Zwanzig Jahre Straubinger Tagung, Wohngemeinschaft Rosenheim, 63. Ausstellung im Cafe Wundertüte in Bayreuth.
Heft 42: Auszeichnung für Alfred Helms in Naumburg, regelmäßige Treffen der Ehrenamtlichen In Kronach, Straubing, Rosenheim, Landsberg, München, Nürnberg und Aschaffenburg, Prof. Dr. Heinz Schöch Hauptreferent bei den Augsburger Gesprächen 2003, Haftentlassungsvorbereitung.
Vorstand auf Reisen: Herrenwörth, Rosenheim, Bayreuth, Landsberg, Augsburg (Information für türkische Interessenten), 10 Jahre T-A-O Aschaffenburg, Langzeitbesuche hinter Gittern sehr gefragt, Ebracher Marionettenspieler (Jugendstrafanstalt) im Heft 43.
Verbrechen  Schuld oder Schicksal?, Arbeitsmarkt Deutschland, ein gefährliches Gesprächsthema für die Entlassungsvorbereitung!, Leichte Muse für schwere Jungs (Sänger bietet Gitarrenunterricht in der JVA Kronach, Leserbrief aus Bautzen  eine kleine Auswahl aus Nr. 44.
November 2003 erscheint das Heft 45 mit folgenden Überschriften: Erfahrung weitergeben, Tag der offenen Tür in Bernau, Thesen für unser Engagement, Strafbefehl - Geldstrafe - Geldbuße, Im Abseits? - Menschen im Strafvollzug.
Und schon geht’s weiter mit „Entlassungsvorbereitung“, Heft 46 im Februar 2004 und folgenden Themen: 15 Jahre ehrenamtliches Engagement (Peter Möller), Bernhard Wydra geht, Reinhardt Vogl kommt (JVS), Handwerkliches zur Entlassungsvorbereitung, Partner-Treff in der JVA Nürnberg, Angst - Selbstwertgefühl, Gründe für eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, kleine Schritte zurück ins normale Leben.
Mit den fünf Säulen der Weisheit wartet Heft 47 auf. Aber auch der Start für Ehrenamtliche in Laufen-Lebenau wird vorbereitet oder vom Wert der Dinge, die Gruppenstunde mit Georg Modlmair, ist lebenslänglich wirklich lebenslänglich, das Symposion in Würzburg, JVA Erlangen fußballert für einen guten Zweck sind weitere Informationen.
Heft 48: StVollzG §154 macht ehrenamtliche Mitarbeit möglich, Lilli Kaul im Jugendarrest, Wernsteiner Initiative, Kemptner Mitgliederversammlung, Schüler in Stadelheim, Prof. Dr. Gründel, Moraltheologe, Hauptreferent bei der Straubinger Tagung.
Und dann die Titelseite von Nr. 49 / Oktober 2004 mit dem Spannungsdreieck. Erinnern Sie sich noch? Wenn nicht, dann schlagen Sie einfach nach! Oder haben Sie das Heft 49 schon entsorgt?

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Die 50ste LAG-Info

Von Alfred und Marga Helms

1987 bis 2005  fünfzig Hefte in siebzehneinhalb Jahren! Wir besitzen sie alle noch, von „Nummer 1“ an. Wenn man sie in die Hand nimmt, durchblättert und da und dort ein paar Zeilen liest, kann man ermessen, welche Arbeit und Mühen hinter jeder Ausgabe stecken. Wissenswertes, Lehrreiches, Unterhaltsames, für jeden etwas, für die Arbeit als Ehrenamtlicher unverzichtbar.
Zehn Jahre waren wir bereits in der Straffälligenhilfe tätig, als die Landesarbeitsgemeinschaft gegründet wurde. Kurz darauf erschien dann auch die Nummer 1 der Info, blass-grün, mit der Abbildung eines Zellenbaus und vergitterten Fenstern, davor sechs Männer.
Und genau das ist es: Nicht der Zellenbau, nicht die Gitter sind wichtig, die Menschen sind es, Menschen in den JVA, aber auch gleichgesinnte Menschen – die als Ehrenamtliche im Vollzug tätig sind oder von Berufs wegen damit befasst sein müssen.
Damals, 1987, bildete sich eine Gruppe von Idealisten, die die „Info“ aus der Taufe gehoben haben: Dr. Willi Becher, Dr. Werner Gräser, Karlheinz Spitzer, und eben Dipl. Ing. Norbert Merz. Schon das erste Heft trägt seine unverkennbare „Handschrift“. Wir gehen sogar soweit und sagen: Die LAG-Info war und ist von Nummer 1 an das Werk von Norbert Merz. Natürlich wissen wir, dass jeder Verein, der nach außen wirken will und muss, ein „Sprachrohr“ braucht. Die LAG-Info ist bei
 
weitem mehr als nur ein Vereinsblatt, ein Mitteilungsblatt. Die Info ist eine Institution in der LAG und der bayerischen Justiz - die Info ist ein wesentlicher Teil der LAG und das ist Norbert Merz zu verdanken.
Ob Ehrenamtlicher, ob Bediensteter in der Justiz, ob Gefangener oder auch nur interessierter Bürger - für jeden bringt die LAG-Info das, was er oder sie wissen sollte oder wissen müsste. Alle Gesetzesänderungen, alle neuen Bestimmungen und Auslegungen, alle Urteile von Gerichten, die für uns von Bedeutung sind, alle Personalien in der gesamten Justiz - Norbert Merz schreibt darüber in der LAG-Info, er ist eben auch Nachrichtenbörse.
Und immer steht bei Norbert Merz der Mensch im Vordergrund - der andere Mensch - über sich schreibt er wenig in seiner „Rückschau und Ausblick“ in diesem Heft. Da wollen wir nachhelfen.
Das stand in der LAG-Info: Ab Heft Nummer 1 bis Nummer 50:
„V.i.S.d.P.“ Norbert Merz und „Auf ein Wort“ von Norbert Merz und „Vorsitzender der LAG „Norbert Merz“. Heft Nummer 4: Norbert Merz im Justizministerium. Heft Nummer 21: Bundesverdienstkreuz für Norbert Merz. Heft Nummer 29: „Begegnungen“, ein Bericht über Norbert Merz. Heft Nummer 35: Norbert Merz zum x-ten Male im Justizministerium. Heft Nummer 41: 20 Jahre Straubinger Tagung mit Sonderheft von Norbert Merz. Heft Nummer 43: Norbert Merz erhält Fliedner-Medaille in Naumburg usw. usw. usw.
Lieber Norbert, wir, Marga und Alfred Helms, sagen Dir für 50 Hefte der LAG-Info danke. Wir wünschen, dass wir Dich als Motor unserer Landesarbeitsgemeinschaft und als „Macher“ unserer LAG-Info noch lange in diesen Positionen behalten.

Glückwunsch für die goldene „50“.


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Fast ein Jubiläum: Die Augsburger Gespräche

Auch die Augsburger Gespräche haben ein kleines Jubiläum. Denn im März
2005     werden wir die fünfte Veranstaltung dieser Art durchgeführt haben.

Welche Diskussionspunkte und Themen waren uns bisher bedeutsam?

1997:     Versöhnen statt einsperren (TAO) - Kriminalitätsentwicklung der 90er Jahre
1999:     Strafvollzug der Zukunft - Wohin entwickelt sich der Strafvollzug? - Besonderheiten des Jugendstrafvollzugs
2001:     Gefährliche Sexualstraftäter? - Rückfall nach Sexualdelikten - Behandlung von Sexualstraftätern -
               Gefährlichkeitsbegutachtung von Sexualstraftätern
2003:     Gegenwärtige Probleme des Strafvollzugs - Öffentlichkeit und Massenmedien - Überlastung und
               Finanzierung - Neue Entwicklung im Strafvollzug im internationalen Vergleich

Und das Echo? Bisher immer sehr positiv!

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Russlanddeutsche - ohne Hilfen bald wieder in Haft

Junge, aggressive Aussiedlerhäftlinge nur in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede? Wohl kaum! Denn immer mehr beunruhigen Gefängnispersonal und Politik die jungen, aggressiven Russlanddeutschen in den deutschen Gefängnissen.
Mit den Augsburger Gesprächen 2005 will die LAG diese Thematik auch aufgreifen und einem breiten Publikum vorlegen.
Eine nochmalige Integrationsoffensive mit zusätzlicher Sprachförderung könnte helfen! Aber folgen Sie den Ausführungen von Uwe Pollmann in seinem Artikel (taz aus NRW).
„Knast?" sagt Alexander in einem Gefängnisgang der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede. „Das ist kein Knast hier, das ist wie ein Kindergarten in Russland." Damit spricht der 25-jährige Spätaussiedler, der wegen einer Reihe von Schlägereien und Diebstählen hier einsitzt, das aus, was viele junge russlanddeutsche Mitgefangene denken: „Man kann sich hier viel erlauben. Wenn man Glück hat, bekommt man noch Urlaub. Aus Russland kennen wir das nicht."
Alexander, der mit zwölf aus Kirgisien nach Deutschland kam, ist einer von 130 Aussiedlern im Bielefelder Gefängnis. Vor zwei Jahren noch machten diese zehn Prozent der Insassen aus, heute ist es das Doppelte. Vor allem die harte Art, den Strafvollzug anzugehen, bereitet Bediensteten zunehmend Sorgen. „Die machen Geschäfte, von denen wir wenig erfahren, weil 99 Prozent von uns kein Russisch verstehen", so der Beamte Peter Gruchel. Mafiaartige Geheimbünde würden die Aussiedlerszene im Knast beherrschen und sehr gewalttätig gegen Mitgefangene vorgehen: „Das wird beim Duschen, beim Sport, beim Hofgang ausgetragen, wo wir es selten mitbekommen."
Auch Übergriffe und Drohungen gegen Wachpersonal verunsicherten die Kollegen. Das beunruhigt ebenso JVA-Leiter Robert Dammann. Man werde von einer Masse junger Russlanddeutscher überrollt, die überwiegend wegen gewalttätiger Überfälle und Schlägereien in Verbindung mit Drogenkonsum verurteilt wurden: „Die stecken es locker weg, wenn ihnen für 14 Tage der Fernseher entzogen oder der Kontakt beschnitten wird. Darauf ist die Anstalt nicht vorbereitet, da haben wir keine adäquaten Angebote."
Die Erfahrung kann Jochen Welt, Aussiedlerbeauftragter der Bundesregierung, nur bestätigen. Vor allem aus Regionen mit hohem Aussiedleranteil in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen weiß er von einem wachsenden Anteil junger Russlanddeutscher in den
 
Gefängnissen zu berichten. Häufig seien diese Mitte der 90er Jahre in hoher Anzahl im Alter von 13 bis 17 Jahren gekommen und hätten kaum Sprachunterricht genossen, ergänzt Pfarrer Edgar-Ludwig Born, Aussiedlerbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen: „In der Schule haben sie es nicht vernünftig gelernt und auf Sprachkurse hatten sie später ohne Arbeit keinen Anspruch."
Schuld an der Misere könnte man an der damaligen Regierung festmachen, die Mitte der 90er Jahre bis zu 380.000 Aussiedler einwandern ließ, ohne die Integration und die Sprachkurse massiv zu unterstützen.
Was nützt es? Wir müssen, so Pfarrer Born, noch größere Anstrengungen für jugendliche Aussiedler unternehmen: „Es muss gerade jetzt massive Integrationsinitiativen geben. Man muss die jungen Leute kontinuierlich begleiten. Noch immer warten viele bis zu einem Jahr auf einen Sprachkurs." Darüber hinaus sei es notwendig, in den Gefängnissen JVA-Beamte und Seelsorger mit den kulturellen Hintergründen der Russlanddeutschen vertraut zu machen: „Da lässt sich manches entspannen."
Das meint auch der Bielefelder JVA-Leiter Dammann. Die Chancen russlanddeutscher Gefangener auf Wiedereingliederung ständen „nicht ganz so schlecht". „Die Gefangenen sind noch relativ jung und damit für Veränderungen noch zugänglich." Allerdings müssten sie so rasch wie möglich einen gründlichen Sprachunterricht sowie eine Chance auf Ausbildung und Beruf erhalten. „Für Angebote sind wir schon offen, wenn es vernünftige Angebote gibt", bestätigt Alexander. Derzeit jedoch stehen die Aussichten für ein anderes Leben nach der Haft bei dem jungen Aussiedler nicht gut.
Und das heißt: „Viele Leute sind nach einiger Zeit wieder im Knast.“ (aus taz NRW Nr. 7297 vom 1.3.2004)

Anmerkung: Wohin wollen wir die jungen Menschen eingliedern? Welche verfolgungswürdigen Ziele können wir ihnen bieten? Kennen diese jungen Leute nicht nur eine uns fremde Kultur? Können wir diese Jungen überhaupt motivieren und wie?

Ich kenne in der Zwischenzeit sieben sehr engagierte Frauen und Männer aus der ehemaligen UdSSR, die sich angesprochen füllen, ihre Landsleute in die Freiheit zu führen (siehe Grundkurs in Nürnberg).


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Projektleiterin Olga Bonet, Nürnberg

Ich durfte sie beim letzten Grundkurs des AK Reso Nürnberg kennen lernen. Eine lebensfrohe, lustige, sehr engagierte und couragierte junge Frau aus Kasachstan.

Den nachfolgenden Text habe ich dem Internet entnommen (http://www.deutscheausrussland.de/)

1983 absolvierte Olga Bonet die landwirtschaftliche Fachschule in Kotirkol als Ökonomin. Sie arbeitete zunächst in der Wirtschaftsabteilung und anschließend in einem Dienstleistungsbetrieb in Krasnoarmejsk, Kasachstan. Ab 1985 war sie als Abteilungsleiterin im Großwerkplattenbau in Noworossisk tätig. 1994 absolvierte sie die Hochschule für Bauingenieure in Moskau.
Nach der Aussiedlung im Juni 1994 absolvierte sie einen Qualifizierungslehrgang zur Bürokauffrau in Fürth. Sie engagiert sich seit 1997 bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ehrenamtlich als Betreuerin von Spätaussiedlern und berät neu angekommene Aussiedler in der Landesaufnahmestelle Bayern in Nürnberg.
Seit 1999 ist sie Mitglied des BdV-Vorstandes in Nürnberg, seit 2001 Vorstandsmitglied des Hauses der Heimat in Nürnberg.

 

Projektbeschreibung:

Auf folgende Maßnahmen soll besonderes Augenmerk gelegt werden:

  • Feste und Auftritte als Zwischenbilanz der Integrationsarbeit;
  • Kulturangebote für Jugendliche in Gruppen (Gesang, Tanz, Theater, Sport);
  • Spezielles Freizeitangebot für Jugendliche in den Sommerferien;
  • Förderung des Selbstbewusstseins von Jungen und Mädchen;
  • Vermittlung in vorhandene Vereine und Einrichtungen;
  • Suchtprävention;
  • Jugendtreffs;
  • Veranstaltungen zur Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern;
  • Besuch städtischer Einrichtungen und Museen;
  • aufsuchende Betreuungsarbeit (Übergangswohnheime, Treffpunkte u.ä.);
  • Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche, Bewerbungstraining.

Norbert Merz

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16 28 meint:

Rückblick auf neunundvierzig LAG-Infos.

Heute schreibe ich für das fünfzigste Heft der LAG-Info. Es ist mein 27. Beitrag - „16 28“. Vor sieben Jahren habe ich damit begonnen, aus der Sicht eines ehemaligen Strafgefangenen über dies und jenes zu schreiben. 16 28 war meine Gefangenen-Buch-Nummer in der JVA Bernau. 16 28 ist mein Leben als Gefangener, der ich bis 1977 war.
Wenn ich nun in diesem Jubiläums-Heft zurückblicke, stelle ich fest: Ich stehe zu jedem meiner Beiträge. Man hätte einiges anders formulieren können  aber es „passt“ schon. Leser haben mir geschrieben – zustimmend, aber auch in bitterböser Ablehnung meiner Ansichten. Ich bin kein großartiger Diplomat oder Taktiker. Geschrieben wird das, was ich gerade denke. Dabei sehe ich manchmal Probleme der Haft und der Entlassung anders, eben aus der Sicht eines Menschen, der selber in Haft war.
Nur ein Beispiel:
Ein Unbedarfter schreibt einen Aufsatz über eine Haftzelle in einer JVA und ich schreibe einen. Sie werden mir doch zustimmen, dass es einen gewaltigen Unterschied ausmacht, ob man eine Zelle als Besucher nur anschaut und darüber schreibt, oder ob man lange Jahre in einer Zelle gelebt hat, leben musste! Beide Aufsätze sind richtig und wahrscheinlich auch ehrlich gemeint, sie werden aber erheblich „anders“ sein.
Und dieses „Anders“ möchte ich Ihnen als 16 28 vermitteln. Das Leben in einer JVA unterscheidet sich eben doch vom Leben in der Freiheit, es soll ja auch eine Strafe sein. Wenn mir auch oft gesagt wird, dass meine Haftzeit nun schon so lange zurückliegt und sich viel gebessert hat. Ja, aber sieben Jahre sind sieben Jahre, mit Kaffee und ohne Kaffee, mit Fernsehen und ohne Fernsehen, mit mehr Geld beim Einkauf oder weniger, wie zu meinen Tagen in den 60ern und 70ern. Die Zeit ist unbestechlich, die Zeit ist die Strafe, nicht die JVA und nicht vordergründig die Haftbedingungen. Die Zeit, in der man älter wird. Die Zeit, die immer Freund und Begleiter in der Kindheit und Jugend war, ist nun Strafe!!
 
Bei allen Vorträgen und Seminaren, zu denen ich eingeladen werde, versuche ich, deutlich zu machen, dass Freiheitsstrafe zuallererst im Kopf stattfindet. Ein Hafturlauber sagt von sich nicht: „Ich bin ein freier Mann“, er sagt: „Ich bin ein Gefangener auf Hafturlaub“. Über dieses Phänomen habe ich lange nachgedacht, es ist logisch: Die „Zeit“ ist noch nicht um. Diese Denkweisen der Gefangenen möchte ich in meinen 16 28-Beiträgen „rüberbringen“. In den bisher erschienenen Sechsundzwanzig habe ich das auch versucht. Das war manchmal witzig und unterhaltsam, das war aber auch besinnlich und nachdenklich - wie das Leben eben ist in unserer Zeit.
Ehrenamtliche und andere Leser der LAG-Info, sollen Gefangene besser verstehen, die „Problembewältigung“ der Inhaftierten richtiger einordnen können, das möchte ich erreichen. Gefangener  Bediensteter  Ehrenamtlicher, eine Zwangsgemeinschaft, die auf ein menschliches „Miteinander“ angewiesen ist, will ich beschreiben. Unabhängig von seiner derzeitigen Lage, seinem Beruf, seinem Auftrag, jeder einzelne ist mir wichtig. Über jeden möchte ich zum Nachdenken anregen, ob „gut“ oder „böse“.
Die wenigen „Promi-Gefangenen“ auf „Dora zwo“ sind nicht Ziel meiner Zeilen. Sie benötigen einen Ehrenamtlichen nur zum Zeitvertreib. Für ein unterhaltsames „Bla-Bla“ solcher Leute stehe ich nicht zur Verfügung. Nach ihrer Entlassung gehen sie sowieso wieder in ihr gesichertes soziales Umfeld zurück - der „Wohlstand“ hat sie wieder.
„Meine“ Leute sind auf „B1 – 3“ untergebracht, mit mangelnder Bildung und Ausbildung, die nach der Haft nicht wissen wohin, die auch da noch Anleitung brauchen, von denen sich die Angehörigen losgesagt und die keine sozialen Bindungen mehr haben. Diese brauchen einen ehrenamtlichen Betreuer, darüber möchte ich in der LAGInfo berichten können - als Ehemaliger!
Für die nächsten 50 LAG-Infos wünsche ich mir von Ihnen, liebe Leser, viele, viele Zuschriften auf meine Glossen - so oder so - egal wie, ich bin da nicht zimperlich. Unsere Arbeit, die ehrenamtliche Betreuung von Strafgefangenen und Haftentlassenen wird auch in den nächsten Jahrzehnten nicht überflüssig werden. Andere Menschen, neue Themen, neue Probleme und Aufgaben werden auf uns warten. Wir wollen bereit sein. Die LAG-Info wird uns begleiten.

Ihr 16 28 (Sechzehnachtundzwanzig)


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Kabarett-Veranstaltung im Frauengefängnis Aichach
im Dezember 2004

Lachen hinter Gittern

Knast-Alltag als Kabarett – dargeboten von Expertinnen in eigener Sache: In der JVA Aichach ist das seit 14 Jahren Tradition. Inhaftierte Frauen nehmen sich selbst auf den Arm, ihre Erlebnisse, Eigenheiten, Konflikte, Sehnsüchte. Aber auch die Zustände im Knast, unverständliche Vorschriften, geldgierige Anwälte, ruppige Vollzugsbeamtinnen – Kritik in ironischer Verpackung. Die evangelische Pfarrerin Hanne Friedlein bietet mit ihrer Theatergruppe den Frauen ein Ventil, durch das mächtig Luft abgelassen wird, die sich in einem Jahr Knastleben angestaut hat.
Applaus, Jubel, ein begeistertes Publikum – oben auf der schlichten Holzbühne des Veranstaltungsraumes in der Haftanstalt Aichach verbeugen sich zwölf Frauen. Zwei Stunden lang haben sie es geschafft, dass die inhaftierten Frauen im Publikum ihren Knastalltag nicht vergessen, sondern – viel besser noch – darüber lachen können. Und als die Darstellerinnen schließlich wieder in ihre Zellen zurückkehren, werden sie dort mit Applaus empfangen. Was ist passiert?
Eigentlich nicht viel. Wenn Julia (alle Namen geändert) auf der Bühne ihrer Zellengenossin Kerstin ihren Anwalt empfiehlt, nicht weil der so gut ist, sondern weil Julia böse draufzahlen musste und sie Maria diesen Misserfolg ebenfalls gönnt – dann ist das eine Situation, die so fast jeden Tag im Aichacher Knast tatsächlich passiert. Und all die Julias und Kerstins im Publikum können sich nun die dabei entstandene Wut so richtig von der Seele lachen. Thema des Kabarettabends ist die Menschenwürde, die im Haftalltag so oft zu kleiner Münze zerschlagen und billig gehandelt wird. Warum sollen die Inhaftierten auch voreinander mehr Achtung haben als ihnen von außen entgegengebracht wird? „Menschenwürde ist unantastbar, nur nicht im Knast da“ singen die Frauen mit galligem Sarkasmus. Und im Publikum ist es jetzt so still, dass man den eigenen Atem hören kann.
 

 

 


Kabarett ist harte Arbeit. Die Frauen müssen wie beim Theater vorsprechen und vorsingen. Mut ist gefordert – und Disziplin. Wer mitmachen will, darf während der gesamten neunmonatigen Vorbereitungszeit nicht schlapp machen. Das bringt Struktur ins eintönige Gefängnisleben. Die Texte werden gemeinsam verfasst, gemeinsam wird überlegt, wer welche Rollen übernimmt. Hanne Friedlein führt Regie. Doch auch sie muss wie alle anderen bereit sein, Kritik entgegenzunehmen. Nicht allen fällt das leicht. Doch aus der Selbstüberwindung entsteht Selbstvertrauen.
Auf der Bühne geht es inzwischen um ein heikles Thema: Sexualität. Inge macht Helga ein eindeutiges Angebot. Doch Helga will Geborgenheit. Also heuchelt Inge ihr echte Liebe vor und weiß doch, dass sie Helgas Wunsch nach Treue nicht einlösen kann. Mancher Zuschauerin rutschen an dieser Stelle Tränen in die Augen. Besonders für die Besucher von „draußen“ ist das starker Tobak. Was ist das für ein Leben in dieser kleinen, abgeschotteten Welt? Aber gibt es diese tiefen Enttäuschungen und Verletzungen nicht auch hinter den heimelig erleuchteten Fenstern der kleinen Häuser außerhalb der JVA? Nur dass hier im Knast alles wie in einem Brennglas gebündelt erscheint.
Jede Sequenz auf der Bühne moderiert Hanne Friedlein an. Sie benutzt klare Worte, wenn sie den Gefängnisalltag anspricht. Mitleid wollen die Frauen hier nicht. Sie wollen Verständnis für ihre besondere Situation, sie fordern Anerkennung dafür, wie sie mit ihrem Leben trotzdem zurechtkommen. Sie bekommen eine Menge Beifall für ihren Humor, den sie sich bewahrt haben. Sie verdienen Respekt für die Stärke, die sie aus ihren Schwächen gewinnen. Und sie strahlen etwas aus, was man hinter diesen Mauern nicht gesucht und doch gefunden hat: Würde!

Helene Nestler, ehrenamtliche Betreuerin in Aichach, und ihr Mann Christof Stolle


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Justizmedaille für Markus Höbel

Markus Höbel ist Dipl.-Theologe, von Beruf Landwirt, Landmaschinentechniker und seit 1996 katholischer Religionslehrer an einer Münchner Berufsschule.
Seit 1989 (15 Jahre) ehrenamtlicher Mitarbeiter in der JVA München. „Hier betreuten Sie“, so Beate Merk in der Laudatio, „bisher 7 Strafgefangene, mit denen Sie auch nach der Strafentlassung Kontakt haben und denen Sie in Lebenskrisen zur Seite stehen.“ Bei den betreuten Gefangenen handelte es sich um sehr schwierige Sexual- und Gewalttäter mit langjährigen Haftstrafen.
Markus Höbel ist Sprecher des Arbeitskreises „Ehrenamtliche in der Straffälligenhilfe" in München, seit 2003 betreibt er einen Bauernhof im Allgäu (siehe Bericht im LAG 49 „Katzenloh“) und betreut zur Zeit (§ 35 SGB VIII) zwei sozial auffällige Jugendliche intensiv.
(Auszug aus der Rede von Justizministerin Dr. Beate Merk) N.M.

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Komm ins Offne, Freund!

Idee und Entstehungsgeschichte

von Anita Ehlers* und Martin F.
„Dies war das Schönste, was es geben konnte. Das Wetter hat gepasst, die Stimmung war gut, es gab keine Eile, das Programm war offen, die Atmosphäre war locker, heiter, fast ausgelassen. Wir haben Kontakte verbessert, neue geknüpft, es gab keinerlei Zwang. Ein paar Stunden konnten wir abschalten, die Natur erleben und Menschen beobachten."
So ähnlich wie dieser Kommentar, den Martin F. gab, lauteten viele Bemerkungen zum Gruppenausflug, der im Juni ans Hochufer der Isar führte. Einen solchen Ausflug unternehmen Ausgangs- und Ausführungsberechtigte der sozialpädagogischen Station der JVA Stadelheim dreimal im Jahr mit ausführenden Beamten, Sozialarbeitern und Psychologen der Anstalt und Mitarbeitern des Arbeitskreises Ehrenamtlicher in der Straffälligenhilfe. Über Ausgänge und Ausführungen hinausgehend erlaubt die JVA einen gemeinsamen „Tag in Freiheit", für den die beteiligten Nicht-Inhaftierten nicht nur viel Zeit eines Wochenendes „hergeben", sondern auch Unkosten und mühsame Anfahrten auf sich nehmen, um „den Jungs" ein Stück „Normalität" zu vermitteln. Sie werden reichlich entschädigt durch die Anregungen, die sich einerseits durch die Ausflugsziele (Tierpark, Nymphenburg, Botanischer Garten, Blutenburg und Moschee, Pinakothek der Moderne (Regenprogramm!)) ergaben und mehr noch durch die Beziehung zu allen anderen Teilnehmern - und dazu zählen auch Hunde der Betreuer -, die sich gelegentlich zu Freundschaft verstärkt. Alle erfahren, was Martin so formulierte: „Die Gemeinsamkeit verwischt die Unterschiede zwischen Gefangenen, Beamten und Ehrenamtlichen."
Bewährt hat sich der Sonntag als Ausflugstag, weil dann viele Münchner Museen freien Eintritt gewähren. Andererseits empfanden einige Teilnehmer die Menschenfülle und die vielen

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großen Räume in Museen als beengend und beängstigend, denn die Furcht, die Gruppe oder den Anschluss zu verlieren, kann dann überhand nehmen. Die Auflagen sind bei aller Freizügigkeit einigermaßen streng: Die Gruppe muss zusammenbleiben, der zeitliche Rahmen ist durch die Rückkehr um 16 Uhr etwas eng. So sagte Sigi: „Schön war‘s, das Wetter auch, nur zu kurz!“
Dirk empfand als besonders wohltuend „Draußen sein", und Andy meinte, die Ausflüge hülfen dabei, sich draußen zurechtzufinden.
Selbstverständlich ist der Konsum von Alkohol und anderen Rauschmitteln tabu, deshalb scheiden reizvolle Orte wie Biergärten aus, und Transport- und Wetterprobleme erschweren die Planung von Picknicks und Grillpartys. Als größtes Problem erwies sich die Preisfrage des Mittagessens - es soll gut, reichlich und kostengünstig sein, denn die Gefangenen haben außer einem Zuschuss von 5 € aus der Kasse der Ehrenamtlichen höchstens 10 € Eigengeld zur Verfügung. (Die Ehrenamtlichen tragen ihre Kosten selber, die Beamten und Angestellten der JVA bekommen sie ersetzt.) In München ist es nicht leicht, am Wochenende ein gutes Essen für etwa 8 € zu bekommen!
Zusätzlich zum monatlichen Besuchsnachmittag, bei dem der Arbeitskreis Ehrenamtlicher die Abteilung besucht und bei Getränken und Imbiss Zeit zu Gesprächen und zum Kennenlernen habt, bringen diese Gruppenausflüge Normalität in das Leben hinter Gittern und Mauern. Einen weiteren, eher unerwarteten Vorteil beschreibt Dirk so: „Man kann Kontakte knüpfen und auch mit denen reden, die man sonst kennt. Und dabei lernt man sich anders kennen."

*)    Anita Ehlers ist ehrenamtliche Mitarbeiterin in der JVA Stadelheim und Mitglied im AK EIS


Gruppe Rosenheim: Besuch in der Forensik

Von Günter Schlierbach

Der normale Strafvollzug ist den Mitgliedern der ehrenamtlichen Betreuergruppe beim Diakonischen Werk Rosenheim aus ihren Tätigkeiten in den Justizvollzugsanstalten Bernau, Laufen-Lebenau und Straubing vertraut. Eine besondere Art des Vollzugs lernten sie, gemeinsam mit Angehörigen der Telefonseelsorge Rosenheim, beim Besuch des Fachbereichs Forensik des Bezirkskrankenhauses Gabersee in Wasserburg kennen.
Dr. Stefan Gerl, Leiter der Einrichtung, informierte die Besucher zunächst über die Aufgaben des Fachbereichs. Er sei für den südostoberbayerischen Raum einschließlich der Landkreise Miesbach und Erding zuständig und verfüge über 7 Stationen mit 120 Betten. Primär sei die Forensik für den Maßregelvollzug von psychisch oder suchtkranken Rechtsbrechern zuständig, die im Zustand aufgehobener oder verminderter Schuldfähigkeit straffällig geworden seien, erläuterte Dr. Gerl. Die Bandbreite der Straftaten reiche vom Tötungs- Sexual- und Brandstiftungsdelikt über Körperverletzung, Betrug, Raub, Betäubungsmittel- und Verkehrsdelikt bis hin zum Seriendiebstahl. Neben dem Maßregelvollzug fungiere der Fachbereich als Zentrum der Begutachtungskunde, fuhr Dr. Gerl fort.
Die Therapierung der Patienten erfordere eine intensive Betreuung, die durch ein multiprofessionelles Team von Ärzten,

 
Psychologen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Pflegern sowie Kräften des Sicherheitsdienstes gewährleistet sei. Außerdem stünden den Patienten Geistliche zur Verfügung.
Die Sicherheitsstufe der 7 Stationen reiche vom Hochsicherheitstrakt bis zu Häusern mit relativ freierem Vollzug. Therapieverlauf, Behandlungsfortschritt und persönliches Verhalten der Patienten seien Kriterien für die Unterbringung in den jeweiligen Häusern und Lockerungen im Vollzug bis hin zur Beurlaubung, so Dr. Gerl weiter.
Beim Gang durch eine Abteilung des Hochsicherheitstrakts hatten die Besucher Gelegenheit, mit Insassen (in der Einrichtung sind ausschließlich Männer untergebracht) ins Gespräch zu kommen und die Werkstätten zu besichtigen. Denn Arbeitstherapie ist ein wesentliches Element des Vollzugs. Kunstvoll gestaltete Tifanny-Lampen und Kunstwerke aus Ton machten deutlich, dass in so manchem Patienten ein erhebliches kreatives Potenzial steckt. Die Möglichkeiten zur Beschäftigung reichen, je nach Therapieverlauf, von der Arbeit in der Werkstatt der geschlossenen Abteilung über Tätigkeiten im Krankenhausgelände bis zur mehrmonatigen Arbeitserprobung in externen Betrieben. Letztere ist auch Teil der Entlassungsvorbereitung und verfolgt das Ziel, dem Patienten zu einem Arbeitsplatz und einem günstigen sozialen Umfeld für die Zeit nach der Entlassung zu verhelfen.
Auf die Frage, ob in der Forensik die Begleitung der Patienten durch ehrenamtliche Betreuer möglich sei, antwortete Dr. Gerl: „Ehrenamtliche Betreuer sind uns jederzeit willkommen.“

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JVA Weiden - Pressegespräch mit dem Neuen Tag

Als Helfer „freiwillig in den Knast"

Ehrenamtliche Mitarbeiter im Strafvollzug suchen Unterstützung - Infoabend am 8. November Weiden. (hcz) „Man braucht Ausdauer. Es gibt auch Enttäuschungen. Es kann aber auch viel Freude machen, wenn man Erfolge sieht, wenn ein Strafgefangener sein Leben wieder in den Griff bekommt", sagt Norbert Merz, der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug (LAG). Für seine Arbeit sucht er jetzt Ehrenamtliche, die in Weiden helfen wollen. Am Montag, 8. November, um 18 Uhr findet dazu ein Informationsabend in der Cafeteria der Volkshochschule statt. Bisher gibt es in unserer Region nur einen einzigen Mitarbeiter. Alfred Schell geht seit einem Jahr freiwillig in den Knast. Er besucht Insassen der Justizvollzugsanstalt, hilft bei Behördengängen, berät und hört zu, „Reden lassen" sei sehr wichtig, so Schell. Viele, die in Weiden einsitzen, haben keine Verwandten oder Bekannten am Ort. Sie bekämen über Monate keinen Besuch, hätten keinen Ansprechpartner, wenn Schell nicht wäre. Und: Ausgang übers Wochenende, wenn es auf die Entlassung zugeht, bekommt nur, wer irgendeine Bezugsperson nachweisen kann. Wenn die Strafe dann verbüßt ist, gilt es wieder, Bürokratie zu überwinden, Ämter aufzusuchen und Briefe zu schreiben. Auch hier helfen die Mitarbeiter der LAG, die mit der Caritas und der JVA Weiden zusammenarbeiten. Für knapp 120 Gefangene steht dort nur ein hauptberuflicher Sozialarbeiter zur Verfügung. In Zeiten immer knapper werdender Kassen ist an eine Aufstockung nicht zu denken. Deshalb suchen Merz und Schell jetzt Mitarbeiter. Einen Mal-, Computer-, Schach- oder Bastelkurs organisieren, Gesprächskreise leiten oder einfach nur Besuche machen und zuhören. Jeder kann sich nach seinen Fähigkeiten einbringen. In einem Grundseminar bekommt man eine Erstqualifikation vermittelt. „Die Arbeit macht Sinn!" betonen die beiden LAG-Mitarbeiter Merz und Schell, die im Ruhestand noch eine neue Aufgabe übernommen haben.

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Grundkurs

Grundkurs für Ehrenamtliche der - Evangelischen Straffälligenhilfe -
vom 15.11. bis 19. 11. 2004

Ein erfolgreicher Grundkurs für Einsteiger in die ehrenamtliche Betreuungsarbeit wurde mit einem Besuch in der JVA Stadelheim abgeschlossen.
In der Einladung konnte man lesen:
„Betreuung und Wiedereingliederung von Strafgefangenen ist nicht nur eine Aufgabe des Staates, sondern auch eine der Gesellschaft, in deren Auftrag der Strafvollzug geschieht. Uns lassen die Probleme und die Situation von Menschen hinter Mauern und Gittern nicht gleichgültig! Als Ehrenamtliche leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Wiedereingliederung und ergänzen die Arbeit des Strafvollzugs in den Bereichen, wo individueller Einsatz, Hingabe und Nächstenliebe gefordert sind.“ Vorausgegangen war ein Informationsabend im Bodelschwingh-Haus in der Schillerstraße in München.
 

 

Grundkurs für Ehrenamtliche des
AK Reso Nürnberg

vom 22.11. bis 25. 11. 2004

Mit einem Besuch in der JVA Nürnberg wurde ein erfolgreicher Grundkurs für Einsteiger in die ehrenamtliche Betreuungsarbeit abgeschlossen. Sechs Frauen und drei Männer befassten sich mit dem Strafvollzug, den damit verbundenen Pflichten und Aufgaben, um möglichst bald in die aktive Betreuung Strafgefangener einzusteigen.
Das Besondere an dem Nürnberger Grundkurs war, dass sich zum ersten Mal auch Russland-Deutsche beteiligten. Mit ihrem Engagement wollen die zwei Frauen und drei Männer die jungen Aussiedler, die zur Zeit in der U-Haft einsitzen, mit Sprache (Russisch), Mentalität und anderen gezielten Maßnahmen erreichen, um die Inhaftierten nach ihrer Entlassung zu integrieren und einzugliedern.

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Paketaktion für die Häftlinge

... diese Paketaktion wurde  so schreibt Gerhard Zimmermann, ehrenamtlicher Mitarbeiter in der JVA Bayreuth, am 12. Dezember 2004  von unserer liebenswerten Kollegin Mechthild Holstein ins Leben gerufen. Erstmalig im Jahr 2003 und nun schon zum zweiten Mal haben die Gemeindemitglieder die Möglichkeit, Weihnachtspakete ins Pfarramt St. Georgen zu bringen. Von dort gelangen sie mit Hilfe des Soz. Päd. Herrn Fritz Feulner in die JVA Bayreuth und werden an Gefangene verteilt, die alle sozialen Bindungen zur Außenwelt verloren haben. Weihnachtszeit hinter Gittern ist für die Betroffenen die schwerste Zeit des Jahres. Mögen diese Gaben zum Glauben an die Liebe, zur Einsicht und zum Willen für eine bessere Zukunft verhelfen.

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Termine

Augsburger Gespräche 2005

Samstag, 12. März 2005,
10:00 bis 16:00 Uhr
in
Augsburg, St. Stephan

 

 

Straubinger Tagung 2005
vom 08. bis 10. Juli 2005
Justizvollzugsschule Straubing

Mitgliederversammlung 2005
24. September 2005
in Augsburg


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Spruch

„Gott schenkt dir dein Gesicht, lächeln musst Du schon selbst.“


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© LAG 2006-01-17