LAG - Info Nr. 43


Inhaltverzeichnis

Auf ein Wort
Hartmut Koppenhöfer
Peter Holzner
Was ist ein Vollzugsplan?
Sozialarbeit im Vollzug
Bundesverdienstkreuz
Hermann Jaugstetter
Ehrennadel
Fliedner Medaille
Wahrnehmung
16 28 meint
Justizmedaille
Angelika Schwanhäußer
Bürgermeister will Knast
Zehn Jahre TOA
Virtueller Blick
Ein Gebet
Ehrenamtliche im Vollzug

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Inhaltverzeichnis

Was EA wissen wollen
CISS
Augsburger Gespräche 2003
Entstrafe-Entlassene
Aus den Regionen
Ehrenamt nicht missbrauchen
Langzeitbesuche
90 Jahre SkF, Augsburg
Leserbriefe
Anerkennung
Offener Brief
Anregung durch 1628
Ebracher Marionetten
Presseclub
Beitrittserklärung
Termine

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Auf ein Wort

Liebes Mitglied, liebe Leserin, lieber Leser!

Immer noch froh gestimmt und voller positivem Nachhall komme ich von den Augsburger Gesprächen 2003 wieder einmal bei Ihnen „vorbei“! Dabei möchte ich Ihnen danken, dass Sie dabei waren und uns den Rücken gestärkt haben. Ich möchte jenen danken, die uns ihr Fernbleiben mitgeteilt haben, und denen, die, aus welchem Grund auch immer, nicht dabei sein konnten, sagen: „Sie haben eine interessante Veranstaltung mit zwei hervorragenden Referenten versäumt (siehe Seite 28 und folgende).
Wenn Sie nun unser neues LAG-Info durchblättern und durchlesen, dann werden Sie sicherlich beim einen oder anderen Artikel verweilen. Voller Dankbarkeit werden Sie eines Verstorbenen gedenken, Sie werden sich mit den Geehrten über deren Ehrung freuen. Und Sie werden nachdenklich bei kritischen und eindrucksvollen Lesermeinungen und Lebenserinnerungen innehalten.
Bei all dem werden Sie sich sicherlich, so wie ich, auch über die Neuen aus dem ostbayerischen und dem nordbayerischen Raum - Rosenheim und Coburg-Kronach - freuen. Es sind Bürgerinnen und Bürger, die uns bei Besuchen und bei der Begleitung von Strafgefangenen unterstützen werden.
Allen neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein herzliches Willkommen. Herrn Korndorfer wünsche ich einen guten Start und immer auch einige Minuten für unsere Anliegen.

Ihr
Norbert Merz

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Was ist ein Vollzugsplan und was sollte er beinhalten?

Fragen, wie sie bei einem Betreuertreff gestellt wurden.

Der Vollzugsplan enthält Angaben mindestens über folgende Behandlungsmaßnahmen:
Die Unterbringung im geschlossenen oder offenen Vollzug,

  • die Verlegung in eine sozialtherapeutische Anstalt,
  • die Zuweisung zu Wohngruppen und Behandlungsgruppen,
  • den Arbeitseinsatz sowie Maßnahmen der beruflichen Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung,
  • die Teilnahme an Veranstaltungen der Weiterbildung, besondere Hilfs- und Behandlungsmaßnahmen,
  • Lockerungen des Vollzugs und
  • notwendige Maßnahmen zur Vorbereitung der Entlassung.

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    Sozialarbeit im deutschen Justizvollzug

    Sozialarbeiter
    Den Sozialarbeitern obliegt die soziale Hilfe gem. den §§ 71 – 75 StVollzG. Sie arbeiten dabei mit einer Vielzahl von Behörden und Stellen zusammen. Sie wirken mit bei der Gestaltung, Durchführung und Änderung des Vollzugsplanes, bei der Beurteilung des Gefangenen und bei der Freizeitgestaltung.
    Sozialarbeiter sind Ansprechpartner für Gefangene in Fragen der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, bei Fragen zu Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Unterhalt. Sie beraten die Gefangenen zur Schuldenregulierung und zur Suchtmittelabhängigkeit. Dabei benennen sie die spezialisierten Beratungsstellen und stellen den Kontakt zu diesen her. - Auszug aus Vorträgen von Wolfgang Gottschalk, JVA Neumünster -

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    Bundesverdienstkreuz für Herman Jaugstetter

    zu Ihrer wohlverdienten Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz durch Herrn Ministerpräsidenten Stoiber darf ich Sie sehr herzlich beglückwünschen.
    Selten war diese Würdigung so angebracht, wie in Ihrem Fall. Sind es doch gerade die Bescheidenen, die Ruhigen und Unauffälligen, die im zwischenmenschlichen Bereich so Gewaltiges vollbringen. Und auch das wird der Öffentlichkeit nicht bekannt. Der Gefangene, der Entlassene nimmt, nicht mehr straffällig geworden, diesen durch Sie ausgelösten und mit zu verantwortenden Erfolg ausschließlich für sich in Anspruch. Nun so, glauben wir, soll es auch sein. Und trotzdem, auch wir brauchen die Anerkennung!
    Dass es Sie gefreut hat, konnte ich am Telefon erkennen und spüren. Und ich denke, es ist richtig und gut, dass Sie diese Ehrung genießen und sich darüber freuen.
    Denn – und das ist auch sehr wichtig – durch Ihre Ehrung wird nicht nur Ihre Person, sondern auch die Arbeit und Betreuungsleistung der Ehrenamtlichen gewürdigt und für ein paar Minuten in den Mittelpunkt gestellt. Und wie es in der Würdigung durch den Ministerpräsidenten schon heißt, es geht auch um die Vorbildfunktion, von der wir in unserer nur auf Materialismus ausgerichteten Zeit so wenig zu bieten haben.

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    Verleihung der Ehrennadel der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation

    Frau Marie-Louise Banhierl, ehrenamtlich tätig in der Justizvollzugsanstalt Augsburg
    Laudatio: Frau Christine Abele, Justizvollzugsanstalt Aichach

    Herr Leitender Regierungsdirektor Hubert Fluhr, Leiter der Justizvollzugsanstalt Heimsheim
    Laudatio: Herr Ministerialdirigent Futter, Leiter der Strafvollzugsabteilung im Justizministerium Baden-Württemberg

    Herr Alfred Helms, ehrenamtlich tätig in der Justizvollzugsanstalt Landshut, Augsburg
    Laudatio: Herr Peter Möller, stellvertretender Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.

    Herr Norbert Merz, 1. Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
    Laudatio: Herr Ministerialdirigent Harald Preusker, Leiter der Strafvollzugsabteilung im Sächsischen Staatsministerium der Justiz

    Frau Erna Schlenkrich, ehrenamtlich tätig in der Justizvollzugsanstalt Magdeburg
    Laudatio: Herr Regierungsdirektor Paul-Heinz Krygier, Leiter der Justizvollzugsanstalt Magdeburg

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    16 28 meint

    Kann und muss der Vollzugsplan alles regeln?

    Für länger dauernde Freiheitsstrafen sieht der § 7 des Strafvollzugsgesetzes die Erstellung eines Vollzugsplan für jeden einzelnen Gefangenen vor. In acht Punkten werden unter Absatz (2) wichtige Behandlungsmaßnahmen aufgeführt. Von der „Unterbringung" über „Wohngruppe" bis zur „Entlassung" soll der Vollzugsplan, mit angemessenen Fristen, die Behandlung des Gefangenen regeln.
    Eine gute Sache, wie ich meine, denn in diesem Plan können die Weichen für eine bessere Zukunft des Gefangenen gestellt werden - „können" - , wenn der Unsicherheitsfaktor „Gefangener" nicht wäre! Da nützt manchmal der beste Plan nichts.
    Aber der Reihe nach:
    Kommt ein Straftäter das erste Mal in Haft, weiß er von einem Strafvollzugsgesetz und einem Vollzugsplan überhaupt nichts! Ist ihm auch so was von „egal" und „gleichgültig". Er hat wirklich andere Sorgen: Was ist mit Frau und Kindern, mit seinem Vermögen, mit den Nachbarn, ja auch: Wo bin ich hier? Wie lange muss ich bleiben? Bei guter „Führung" wird man doch schneller entlassen, oder?
    1000 Fragen - keine Antwort. Gesetz? Plan? Einkauf? Drittel? Halbstrafe? Ehrenamtlicher? Vollzugsinspektor? Sozialarbeiter? Arrest im Gefängnis? Unter diesem Druck soll der Gefangene an seiner Zukunft mitwirken? Er kann ja nicht einmal die Gegenwart bewältigen! Wohl denen, die in einer Anstalt mit gutem Sozialdienst einsitzen. Einen „Grundkurs" für Strafanfänger gibt es ja leider nicht, obwohl dieser zum besseren Verständnis der Haftstrafe dringend notwendig wäre. Es dauert lange, bis sich ein Gefangener in dieser neuen Umgebung zurecht findet, Wiederholungstäter haben es da besser. Sie wissen schon, wie der Hase läuft, sie können diesen Vorteil oft nutzen. Dass der Vollzugsplan bei ihrer vorhergehenden Strafe gescheitert ist, bleibt unberücksichtigt. Gleich bei allen Gefangenen ist aber: Kaum einer weiß überhaupt, was in seinem Vollzugsplan festgelegt wurde und wird, das interessiert ihn nicht, das ist Anstaltssache! In meiner Haftzeit habe ich überhaupt nicht gewusst, das es so etwas gibt, ich glaube auch, der Vollzugsplan kam erst nach meiner „aktiven" Zeit ins Gesetz.
    Trotz allem meine ich aber, dass der Vollzugsplan eine prima Vorschrift ist. Er muss nur mit dem Gefangenen und realistisch angelegt sein.
    Wir Ehrenamtliche können auf diesen Zug aufspringen und haben da natürlich einen Riesenvorteil: Unser Wirken mit dem Gefangenen für seine straffreie Zukunft ist der beste Vollzugsplan. Wir können die Schwächen des Inhaftierten aufzeigen, ihm sagen, wo er noch nachlegen muss, was er ablegen soll, wo er an sich, an seinem Ego noch arbeiten muss. In seinen Stärken werden wir ihn unterstützen und ermuntern. Durch Gespräche und Briefe sind wir wesentlich näher an unseren Betreuten, als es die Anstalt je erreichen wird. Bei Fehlverhalten seitens des Gefangenen können wir schneller reagieren, uns auf die neue Situation einstellen, unseren „Plan", wenn man so will, auf die neue Sachlage ausrichten.
    Der Vollzugsplan der Anstalt und auch unser Plan als Ehrenamtliche haben gemeinsam das Vollzugsziel im Auge: „... der Gefangene soll fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen." Die Anstalt und wir haben dieses Ziel zwar oft erreicht. Ob aber der entlassene Gefangene das in die Tat umsetzt? Die Anstalt hat nun ihre Aufgabe erfüllt (meistens). Der Entlassene wird dem Einfluss der Strafvollstreckung entzogen.
    Mir, als Ehrenamtlichem, ist das aber zu wenig. Ich habe es allen von mir Betreuten gesagt und werde es auch immer wieder sagen: „Wir haben viel Zeit miteinander verbracht, wir haben besprochen, wie es nach der Entlassung weitergehen muss. Ich erwarte nun, nachdem ich meinen Teil erledigt habe, dass du auch deinen Teil mit der gleichen Zielstrebigkeit erbringst. Das ist mein Lohn von dir für meine Arbeit.“
    Unser Plan für dich ist erst dann beendet, wenn wir beide nach einiger Zeit feststellen können: „Der Knastaufenthalt war nur eine Episode in deinem Leben, unser Plan ist aufgegangen."

    Dein ⁄ Ihr
    16 28

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    Jubiläum: Zehn Jahre TOA

    Wiedergutmachung ohne Richterspruch: Seit zehn Jahren Täter-Opfer-Ausgleich Außergerichtliche Konfliktschlichtung in Aschaffenburg - Interessen der Opfer betont Aschaffenburg. Wiedergutmachung ohne Richterspruch: Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) will Täter und Opfer einer Straftat in ein konfliktlösendes Gespräch bringen. Als Modellversuch wurde diese Möglichkeit außergerichtlicher Schlichtung 1992 in Aschaffenburg auf den Weg gebracht. Verstärkt müsse der Täter-Opfer-Ausgleich jetzt auch auf schwerwiegendere Straftaten von Erwachsenen ausgedehnt werden, hieß es bei der Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen gestern im Aschaffenburger Justizgebäude.
    aus einer Meldung Main-Echo vom 25. 11. 2002

    Fachstelle des Diakonischen Werks Augsburg kämpft seit über zehn Jahren um außergerichtliche Lösungen
    Laut Elke Mahne müssen zwischen Täter und Opfer für einen Ausgleich drei Voraussetzungen erfüllt sein: Der Täter ist weitgehend geständig, es gibt ein persönliches Opfer, Täter und Opfer müssen freiwillig teilnehmen. Trifft dies zu, kommt es zu einem Schlichtungsgespräch, in dem Mahne als Vermittlerin auftritt. Täter und Opfer sprechen über Tathintergründe, Folgen, Ohnmacht und Wut und über ihre Moralvorstellungen. Auch über die Zahlung eines Schmerzensgeldes wird diskutiert. Wenn alles gut geht, bewältigen Täter und Opfer gemeinsam den Zwischenfall und die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren einstellen.
    Auszugsweise aus „Augsburger Allgemeine Zeitung“ vom 11. 12. 2002

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    Virtueller Blick hinter bayerische Gefängnismauern

    Bayerns Justizminister Dr. Manfred Weiß hat heute (28.03.2003) in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim die neu geschaffene Internet-Homepage des bayerischen Justizvollzugs freigegeben.
    Weiß: "Das Internet ist ein ideales Instrument, um Informationen über den Justizvollzug in Bayern zu vermitteln und Serviceleistungen anzubieten. Neben statistischen Daten etwa über die Belegungssituation in den bayerischen Justizvollzugsanstalten enthält die Homepage grundlegende Fakten über das ′Leben hinter Gittern′ in Bayern, beispielsweise über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Gefangene oder die Dienstleistungspalette der in den Anstalten vertretenen Arbeitsbetriebe. Darüber hinaus werden wichtige Serviceleistungen für Angehörige und Besucher von Gefangenen geboten, etwa Anschriften, Telefonnummern, aktuelle Besuchszeiten und Anfahrtsbeschreibungen zu den Justizvollzugsanstalten."
    Die Internet-Präsentation diene auch dazu, ein in weiten Teilen der Bevölkerung bestehendes "schiefes Bild" vom Strafvollzug und seinen Einrichtungen zu korrigieren, das sich an gängigen Schlagworten wie "Verwahrvollzug" oder "Hotelvollzug" zeige. Weiß: "Die Vorstellungen der Menschen sind oftmals geprägt von abstrusen Fernsehserien und Reportagen über die in keiner Weise vergleichbaren Zustände in anderen Ländern. Auch ohne sog. Web-Cam wird unsere Homepage demgegenüber ein realistisches Bild von unseren Gefängnissen vermitteln."

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    CISS- Unser Angebot vor Ort

    Für die Zeit nach der Entlassung bieten wir in unserem Haus 19 Einzelzimmer als Starthilfe an. Die Aufenthaltsdauer in unserer Einrichtung liegt zwischen 6 und 18 Monaten.
    Während dieser Zeit wollen wir versuchen, in vertraulichen Einzelgesprächen, mit Ihrer Teilnahme an unserem I.S.T. Programm (Individuelles Soziales Training), vielen Freizeitangeboten (Tennisplatz, Volleyball, Tischtennis, Kraftraum, Sauna, Freizeiten, Ausflüge, Geselliges, Kulturelles und Kreatives) die Zeit der Haft aufzuarbeiten und den Grundstein für einen gelingenden Neustart zu legen. Nach dem Auszug aus unserer Einrichtung helfen wir, wenn Sie es wünschen, in den persönlichen Angelegenheiten weiter. „Ehemalige“ können an den Angeboten unseres Hauses auch nach ihrem Aufenthalt teilnehmen.

    CISS e.V. Simonshofen
    Tobias-Kießling-Straße 3
    91207 Lauf
    Tel.: 09123-13813 / Fax: 09123-13823
    http:⁄www.ciss-simonshofen.de

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    Augsburger Gespräche 2003

    Themen waren:
    Gegenwärtige Probleme des Strafvollzugs - (Prof. Dr. Schöch)
    Neue Entwicklung im Strafvollzug im internationalen Vergleich - (Prof. Dr. Frank Arloth)

    Die Augsburger Gespräche 2003 (22. März 2003) waren, wie mir von vielen Teilnehmern am Ende der Veranstaltung bestätigt wurde, wieder eine gelungene, der LAG Ehre einbringende Veranstaltung.
    Da waren zum einen die treuen Teilnehmer, die diese Veranstaltung immer wieder gerne besuchen, zum anderen hatten wir mit Prof. Dr. Heinz Schöch von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Prof. Dr. Frank Arloth, Ministerialrat im Bayerisches Staatsministerium der Justiz und Professor an der Uni Augsburg, zwei hervorragende Kenner der Materie. Vor allem ist Professor Schöch nicht nur national, sondern auch international (Japan) enorm engagiert.
    Glücklich, wer solche Referenten für seine Veranstaltungen begrüßen darf!

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    Aus den Regionen

    Amberg: Erfolgreiche ehrenamtliche Mitarbeit auch in der JVA Amberg.
    Kurt Rammelt, Leitender Regierungsdirektor, und Heribert Hohlheimer, OL im JVD und Kontaktbeamter, begrüßen 21 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum vorweihnachtlichen Beisammensein.

    Bayreuth: Jahresabschlussfeier in der JVA
    Dieter Waas, Leitender Regierungsdirektor, hatte für den 12. Dezember eingeladen, und Fritz Feulner, Kontaktperson und Sozialpädagoge, hatte für den musikalischen Rahmen und das leibliche Wohl gesorgt. „Musica vocalis“ überprüfte die Akustik des Ordensaales. So wurde die Jahresabschlussfeier zum Genuss für Ohr, für Gaumen, aber auch für das Auge. Das kalte Büfett bot nicht nur vom Feinsten aus der Küche der JVA, sondern war auch künstlerisch arrangiert.

    Nürnberg: JVA lud ins Sozial-zentrum
    Hans Welzel, Leitender Regierungsdirektor, hatte sich den 14. Januar für einen Empfang der Ehrenamtlichen ausgesucht. Nicht nur der Erfahrungsaustausch sollte gepflegt werden, sondern die JVA Nürnberg, allen voran Hans Welzel, wollte sich für die ehrenamtliche Mitarbeit bedanken und diese Leistung ganz besonders anerkennend herausstellen.

    Kronach: Das KroCoTeams hatte sein erste Begegnung mit Gefangenen
    Erinnern Sie sich noch an das KroCoTeam (Kronacher, Coburger Ehrenamtliche für die JVA Kronach) mit seinem vielseitigen Angebot? Nicht nur Besuch und Briefe schreiben und Gitarrenunterricht waren angesagt, nein, all das wird auch in englischer oder polnischer Sprache angeboten.
    Und dann war es soweit. Drei Frauen und fünf Männer stellten sich am 25. Januar zwischen 10:00 und 11:00 Uhr den Gefangenen der JVA Kronach. Etwas mehr als dreißig Gefangene unterbrachen ihren Haftalltag, um mit möglichen Betreuerinnen und Betreuern ins Gespräch zu kommen. Für den einen oder anderen sicherlich ein ganz neues Samstagsvormittags-Feeling. Und so wundert es nicht, dass bereits zwei Gitarren-Interessenten Kontakt aufgenommen haben. Der Dank geht an Regierungsdirektor Hans Lange, Leiter der JVA Bamberg und Kronach, und Amtsinspektor Bruno Beierlorzer.

    Rosenheim: Von der Informationsveranstaltung über Grundkurs zum Betreuertreff
    „Aufeinander zugehen“ so titelten wir, um für den 8. November 2002 in die Räume des Diakonischen Werks Rosenheim einzuladen.
    Das Diakonische Werk Rosenheim und die Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern (LAG) in Kooperation mit dem Leiter der Justizvollzugsanstalten (JVA) Bernau wollte mit dieser Aktion in Südostbayern Bürgerinnen und Bürger für eine ehrenamtliche Mitarbeit in der Straffälligenhilfe interessieren und motivieren.
    „Wir wollen für die Region Zeichen setzen“, sagte Michael Radtke vom Diakonischen Werk Rosenheim bei einer der ersten Planungsrunden. „Und warum sollten sich im südostbayerischen Raum mit seinen fünf JVA keine Menschen finden, die mit Strafgefangenen für ein straffreies Leben zusammenarbeiten werden?“ fragte Norbert Merz von der LAG.
    Und es meldeten sich Frauen und Männer, die dann vom 27. bis 31. Januar 2003 den Grundkurs absolvierten, der mit einer Besichtigung der JVA Bernau endete.
    Bereits für den 28. Februar konnte Peter Möller, der Hauptakteur dieser Rosenheimer Aktion, die Neuen mit Gefangenen zusammenbringen, die dringend auf eine Begegnung mit Bürgern von draußen warteten.
    In regelmäßigen Treffs werden nun die Neuen unter der fachlichen Leitung des Beauftragten für Straffälligenhilfe des Evangelischen Hilfswerks München und 2. Vorsitzenden der LAG, Peter Möller, in Rosenheim Erfahrungen und Informationen austauschen.

    Augsburg: Information für die türkische Gruppierung
    Augsburg-Königsbrunn - Tuncay F. hatte eingeladen und 34 türkische Mitbürgerinnen und -bürger kamen, um sich über ein ehrenamtliche Engagement für türkische Strafgefangene zu informieren.
    Bei einem verhältnismäßig hohen Anteil der türkischen Strafgefangenen an ausländischen Strafgefangenen wurde immer wieder die Frage gestellt: Können Landsleute, die die Sprache beherrschen, die kulturellen und die religiösen Gegebenheiten kennen, nicht besser und gezielter an der Wiedereingliederung dieses Personenkreises mitwirken, als deutsche Ehrenamtliche dazu in der Lage sind?
    Dieser Frage gingen vor einigen Jahren Werner Graeser, Horst Hilger und Alfred Helms nach und diskutierten mit türkischen Bürgern im kleineren Kreis diese Thematik.
    Ähnliche Begegnungen mit Ausländerbeiräten gab es in Erlangen und in Nürnberg.
    Tuncay F., ein Mitglied der LAG, seit zehn Jahren deutscher Staatsbürger und in verschiedenen türkischen Vereinigungen engagiert, hatte diese Idee wieder aufgegriffen und nach Königsbrunn bei Augsburg eingeladen. Orientiert am Strafvollzugsgesetz und an den Möglichkeiten, die eine JVA üblicherweise für eine Betreuung einräumt, versuchten Norbert Merz und Alfred Helms die Interessierten zu informieren, Fragen zu beantworten und den Sinn einer ehrenamtlichen Beteiligung aufzuzeigen.
    „Dabei geht es“, wie Alfrad Helms ausführte, „nicht nur um Gespräche, sondern auch um Briefkontakt, aber auch die Begleitung bei der Wiedereingliederung“.
    Dass das Thema Strafvollzug und die Begegnung mit türkischen Strafgefangenen interessierte, ließen die vielen und sehr unterschiedlichen Fragen erkennen. Und weil mit einer Begegnung die Fülle und die damit verbundene Problematik nicht zu bewältigen ist, beschloss man, sich in absehbarer Zeit wiederzutreffen.
    Wenn dann über die eigene Motivation, über den zeitlichen Einsatz und die Tragfähigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit Klarheit herrscht, werden wir gemeinsam mit den evtl. in Frage kommenden Anstaltsleitungen die nächsten Schritte festlegen. Das beginnt bei einem Grundseminar und endet bei der behutsamen Hinführung durch die Beauftragten der jeweiligen JVA.
    Nur wenn ehrliche im Rahmen der vollzuglichen Gegebenheiten mögliche Betreuungsarbeit geleistet wir, wird es für alle ein Erfolg werden. Hauptgewinner sollten die Inhaftierten türkischen Männer und Frauen sein, die so in ihren eigenen Kulturkreis wieder rückgeführt werden.
    In einer weiteren Begegnung ging es am 8. März 2003 nun darum die nächsten Schritte zu konkretisieren.
    Wir hoffen auf eine faire Unterstützung und Begleitung durch die Anstaltsleitungen. Norbert Merz

    Neuburg-Herrenwörth: Die Ehrenamtlichen um Pfarrer Eßel tagen im Altmühltal
    Eine Einladung zum Wochenendseminar, die ich gerne angenommen habe, dauerte wegen weiterer terminlicher Verpflichtungen in Augsburg leider nur einen Samstagvormittag lang. Mit einer Betrachtung zum Tage, einem Gebet und einem köstlichen Frühstück wurden vier interessante Stunden eröffnet.
    „Die Aufgaben und die Aktivitäten der LAG e.V.“ lautete das Thema dieses Vormittags. Aber letztlich wurden daraus interessante Erlebnisberichte der Beteiligten, aufschlussreiche Informationen mit sehr offenherzigen Einblicken in die Betreuung der jugendlichen Strafgefangenen.
    Es waren - und ich hoffe, dass das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von sich sagen können - schöne, „reiche“ Stunden in einem alten enorm viel Gemütlichkeit ausstrahlenden Altmühltal-Haus mit Menschen, mit denen ich auch in Zukunft viele Stunden der Begegnung verbringen möchte. Norbert Merz

    Landsberg: SkM Landsberg feiert sein 25-jähriges Bestehen
    Im kleinen Rahmen feierten junge und ältere Mitglieder sowie die Gründer der Landsberger Gruppe ihr 25-jähriges Bestehen. Mit drei kurzen Ansprachen - Vorstand des SkM, Alfred Helms, für die Justizvollzugsanstalt Landsberg Friedhelm Schneider und für die LAG Norbert Merz - war die kleine Feier eröffnet und die Aktivitäten, Aktionen, Taten und Projekte ohne großen Pomp dargestellt und gewürdigt.
    Letztlich sind es Ausdauer, die Mutmacher und die Immer-Wieder-Zupacker, die den Erfolg dieser kleinen Schar von sehr aktiven Menschen ausmachen.
    Und so wunderte es nicht, dass man bereits, zwar etwas launig, auf das 50ste Jubiläum hinwies.

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    Ehrenamt darf nicht missbraucht werden!

    In einer Presseerklärung vom 9.6.02 warnt der DBH-Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik, Träger des Projekts LOTSE, vor der zunehmenden Gefahr des Missbrauchs der guten Idee des Ehrenamtes in der Straffälligenhilfe. (LOTSE INFO Nr. 29, Juli 2002.)
    Ist es wirklich so, dass Justizverwaltungen vor dem Hintergrund des Spardrucks der öffentlichen Haushalte Bürger zum zivilgesellschaftlichen Engagement aufrufen, um damit Personaleinsparungen bei den hauptamtlich Tätigen abzufedern?
    Und was wäre denn so falsch, falls Personaleinsparungen durch Ehrenamtliche abgefedert werden würden? Ist es besser, die Besuche, die Betreuung der Gefangenen einzustellen, nur weil wir kein Geld für Hauptamtliche haben?
    Vorschlag:
    Lasst uns doch der Reihe nach alle staatlichen, öffentlich-rechtlichen, caritativen und sonstigen Vereinigungen vornehmen und uns das Engagement, die Aufgabenstellung, die Einsätze, die Ergebnisse, die im Rahmen der Straffälligenhilfe geleistet werden, leidenschaftslos anschauen.
    Lasst die Politiker und die Bürgern erklären, was sie „im Namen des Volkes“ bereit wären für einen (humaneren) Straffvollzug aufzuwenden. Wohlgemerkt im ehrlichen Abwägen und Vergleichen zu und mit den anderen gesellschaftlichen Aufgaben. Lasst uns aus diesem Aufgabenkatalog und mit den verfügbaren Mitteln das gesamte Gefüge einer Straffälligenhilfe gestalten.
    Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Aber nur Einsperren und dann den überstundengeplagten Beamten die Aggressionen in den Anstalten zu überlassen, das halte ich für ein zu einfaches Muster.
    Keiner will irgendeinem Menschen den Arbeitsplatz streitig machen. Auch ich bin für eine Begleitung und Anleitung durch Professionelle und wünsche mir selbstverständlich Ausbildung, Fortbildung und Supervision für Ehrenamtliche. Nur, wie wir in Bayern sagen: „Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.“
    Gemeinsamkeit
    Lasst uns gemeinsam - unter Beteiligung aller am und im Vollzug engagierten Menschen - Lösungen suchen, ohne den Ehrenamtlichen das schlechte Gewissen des Jobvernichters einzureden.
    Norbert Merz

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    Mönche auf Zeit im Theater

    Jugendliche aus der Haftanstalt Ebrach spielten in der JVA Nürnberg:
    „Das Geheimnis des schwarzen Abtes" Über vier Wochen haben sie gemeinsam mit Gefängnisseelsorger Hans Lyer für ihren Auftritt vor den rund 200 Zuschauern geprobt. Lyer, der sich von den Sagen und Legenden um das alte Zisterzienserkloster inspirieren ließ, schrieb ein Jahr lang an dem Drehbuch.
    Heute ist in den historischen Gemäuern die Jugendjustizvollzugsanstalt Ebrach untergebracht.
    „Die Inhaftierten sind Mönche auf Zeit", erzählt der Seelsorger schmunzelnd mit Blick auf die mysteriöse Figur des schwarzen Abtes, die dem Stück auch seinen Namen gibt.
    Dieser Abt formuliert in seiner Schlussrede in Anspielung auf die Legende: "Die wahren Reichtümer sind nicht Gold und Silber, sondern die inneren Werte, die Talente der Menschen und ihre Weiterentwicklung.
    Und so betonte Hans Lyer: "Jeder könne sich verändern und habe das Recht, ein anderer zu werden." Es sei die Aufgabe der katholische Kirche, aber auch der gesamten Gesellschaft, die gestrauchelten Jugendlichen bei ihrer Resozialisierung zu unterstützen.
    „Das Geheimnis des schwarzen Abtes" sei eine Chance für die jungen Menschen, nach außen zu treten.
    Gekürzt aus Nürnberger Nachrichten, 14.3.2003 CLAUDIA BEYER

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    Termine

    • Straubinger Tagung 2003
      4. bis 6. Juli 2003

    • Mitgliederversammlung 2003
      Samstag, 22. März 2003
      Gaststätte Rubenbauer ⁄ Im Hauptbahnhof
      Augsburg

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    © LAG 2004-01-10