Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
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Bamberg


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Ehrenamtliche der JVA Bamberg

suchen immer Gleichgesinnte, die sie bei der Betreuung von Strafgefangenen unterstützen.


Bamberg

Bamberg, Am Kranen   Foto Herbert Dotzler

Fachdienst zur Begleitung und Beratung Strafentlassener
Obere Sandstr. 38
96049 Bamberg
Telefon 0951 5059-166
Fax 0951 5059-155
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Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz __________________________________

30. November 2012 - Pressemitteilung Nr. 307/12

Amtswechsel bei den Justizvollzugsanstalten Bamberg und Kronach / Ministerialdirektor Dr. Walter Schön verabschiedet Hans Lange und führt Thomas Vogt in sein Amt ein / "Wir wollen den Gefangenen eine Brücke in eine Freiheit ohne Straftaten bauen!" Der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, Ministerialdirektor Dr. Walter Schön, hat heute den Amtswechsel an der Spitze der Justizvollzugsanstalten Bamberg und Kronach vollzogen. Bei einem Festakt im Hegel-Saal der Bamberger Konzert- und Kongresshalle verabschiedete er Hans Lange in den Ruhestand. Gleichzeitig führte er Thomas Vogt als Nachfolger in das Amt des Anstaltsleiters ein.

Im rechtspolitischen Teil seiner Rede betonte Dr. Schön, dass das Übergangsmanagement einen ganz wesentlichen Baustein einer gelungenen Resozialisierung darstellt: "Die Basis für ein künftiges straffreies Leben wird während der Zeit des Vollzugs gelegt. Diese Basis - sei sie auch noch so gut - kann aber schnell wegbrechen, wenn der Gefangene von einem Tag auf den anderen in ein Leben ohne Leitplanken entlassen wird. Es ist deshalb wichtig, dass wir die Betreuung während und nach der Haft bestmöglich miteinander verzahnen."

Dr. Schön weiter: "Drei Bereiche sind für das Gelingen des Übergangs in ein straffreies Leben ganz besonders wichtig, nämlich Arbeit, Wohnung und Schuldenfreiheit! Hier wollen wir ansetzen und unser Angebot noch weiter verbessern. Erst kürzlich haben wir eine Kooperationsvereinbarung mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit abgeschlossen, die den Gefangenen wesentliche Vorteile bei der Arbeitssuche bringen wird. Im Bereich Wohnung soll ein Webportal den Sozialdiensten künftig dabei helfen, aus der in Bayern vorhandenen Vielzahl von betreuten Übergangseinrichtungen das richtige Angebot herauszufiltern. Und um zu verhindern, dass ihre Schuldenlast die Gefangenen in neue Straffälligkeit treibt, soll schließlich die Schuldnerberatung in den Justizvollzugsanstalten gestärkt werden. Mit all diesen Maßnahmen wollen wir den Gefangenen - auch im Interesse des Schutzes der Allgemeinheit - eine Brücke in eine Freiheit ohne Straftaten bauen!"

Hans Lange (65 Jahre) trat nach dem Studium der Rechtswissenschaften und einer etwa zehnjährige Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen sowie bei der Bundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof am 1. Februar 1996 in den bayerischen Justizvollzugsdienst ein. In der Folgezeit war er bei der Justizvollzugsanstalt München als Abteilungsleiter und bei der Justizvollzugsanstalt Landsberg a. Lech als Vertreter des Anstaltsleiters eingesetzt. In den Jahren 1993 und 1994 übernahm er für einen Zeitraum von drei sowie annähernd fünf Monaten die kommissarische Leitung der Justizvollzugsanstalt Augsburg. Seit dem 1. Mai 1994 leitete er die Justizvollzuganstalten Bamberg und Kronach.

Thomas Vogt (47 Jahre) begann nach dem Studium der Rechtswissenschaften am 12. Juni 1995 seinen Dienst bei der Justizvollzuganstalt St. Georgen-Bayreuth. Nach neunjähriger Tätigkeit u.a. als Abteilungsleiter und weiterer Vertreter des Anstaltsleiters wurde er 2004 an die Justizvollzugsanstalt Würzburg versetzt und zum Vertreter des Anstaltsleiters bestellt. Am 1. Oktober 2009 übernahm er die Leitung der Justizvollzugsanstalt Aschaffenburg. Diese Funktion hatte Thomas Vogt bis zur Übertragung der Leitung der Justizvollzugsanstalten Bamberg und Kronach am 10. September 2012 inne. "In den 18 Jahren seiner Tätigkeit als Leiter der Justizvollzugsanstalten Bamberg und Kronach hat sich Hans Lange durch seinen persönlichen Einsatz, seine Kompetenz, Geradlinigkeit und Zuverlässigkeit ausgezeichnet. Für alles, was er in den vergangenen Jahren für den bayerischen Justizvollzug geleistet hat, danke ich ihm sehr herzlich. Aufgrund seiner Persönlichkeit und seiner bisherigen beruflichen Leistungen bin ich davon überzeugt, dass auch Herr Vogt die verantwortungsvolle, aber zugleich schöne Aufgabe hier in Bamberg und Kronach mit Erfolg meistern wird," so Herr Dr. Schön.

 

Beim ersten Ikonen-Kurs in der JVA Bamberg malten Häftlinge Gottesmutter oder Christus als Weltenherrscher

Christliche Kunst im Knast
aus Heinrichsblatt - Nr.40 - 4. Oktober 2009

Beim ersten Ikonenmalkurs in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bamberg haben alle Teilnehmer einen großen Erfolg verzeichnet: Jeder hat binnen einer Woche sein Bild von der Gottesmutter oder von Jesus Christus fertiggestellt. „Ich bin überrascht von den schönen Ergebnissen. Die eigene Ikone ist ein toller Erfolg - und außerdem eine schöne Erinnerung, die die Insassen nach der Entlassung mitnehmen können", betonte der Leitende Regierungsdirektor in der JVA Bamberg, Hans Lange, bei der Präsentation der Werke. Sein besonderer Dank galt dem katholischen Gefängnisseelsorger Michael Kutsch-Meyer für die Organisation und Maria Münzel für die künstlerische Leitung des Kurses.
Wie aber kam es zur christlichen Kunst im Knast? „Viele Männer hier malen oder zeichnen", erklärt Gefängnisseelsorger Kutsch-Meyer. Also gewann er Ikonenmalerin Maria Münzel für einen Ikonen-Malkurs in der JVA. „Es ging alles ganz schnell", erinnert sich diese. Binnen einer Woche hatten sich sieben Teilnehmer für den Kurs entschieden und ihren Beitrag für die Materialien geleistet.

Mit Stolz betrachtet dieser Häftling die von ihm gefertigte Ikone
Fotos: Gertrud Lange

Maria Münzel und Michael Kutsch-Meyer machten sich an die Vorbereitung. Sie besorgten von den Pinseln über Farbbehälter, Pigmente, Transfergold bis hin zu den Ikonenbrettern alles Nötige und richteten Arbeitsplätze in der Anstaltskirche ein. Als Einführung hielt Maria Münzel einen Vortrag über die Ikonenmalerei, zu dem gut 30 Gefangene kamen. Mit sieben von ihnen arbeitete Maria Münzel weiter.
Eine Woche lang malten die Männer täglich drei Stunden an ihren Bildern, die entweder die Gottesmutter von Kasan oder Christus als Weltenherrscher (Pantokrator) zum Vorbild hatten. Keiner von ihnen hatte Erfahrung mit dieser Maltechnik. Alle versuchten aber, ihrer künstlerischen Vorlage möglichst nahe zu kommen.
Dennoch wirkt jede Ikone in ihren Details anders, zum Beispiel bei den Lichtreflexen, der Gestaltung der Beschriftung oder dem Gewandschmuck. Nach dem Vergolden trugen die Männer die Farben in vielen Schichten auf. Maria Münzel sah sich vor Herausforderungen gestellt: Die Zeit war knapp bemessen, sie hätte den Häftlingen gerne mehr erklärt und ihnen das Handwerk der Ikonenmalerei noch näher gebracht. „Aber die Gruppe hat mir Mut gemacht, das Projekt weiterzuführen. Die Leute waren superengagiert, sie haben sich gegenseitig weitergebracht und sind als Gruppe richtig zusammengewachsen", sagt sie. In der Mitte der Woche kam es allerdings zu einem Tiefpunkt. „Ich dachte nur: Die Ikonen müssen gelingen", erinnert sich Münzel.
Abends nahm sie die Bildentwürfe mit nach Hause und korrigierte sie. „Am nächsten Tag machten alle weiter. Da wurden die Ikonen dann wirklich zu ihren Ikonen."
Die Häftlinge denken gerne an den Kurs. „Ich hatte das Gefühl, ich mache etwas wirklich Wichtiges. Ich habe hoch konzentriert gearbeitet. Das hat richtig Spaß gemacht", sagt Michael.
Er hat besonders daraufgeachtet, „dass das Bild strahlt". Der 31-Jährige versah das Bild der Muttergottes mit dem Jesuskind mit einem hellroten Rahmen - und dachte dabei auch an seine Freundin und ihr gemeinsames Kind. Gerne würde er das Bild in seiner Zelle aufhängen.

Josef, der älteste Teilnehmer, fand im Malen die Ruhe, die er sich lange gewünscht hatte. „Ich bin Mal-Laie und fühlte mich eigentlich überfordert, aber irgendwie ist es dann doch gegangen." Seine Ikone mit dem hellgrünen Rahmen verbindet er mit einem Ziel: Seiner Entlassung. Sie fällt mit dem Geburtstag seiner Enkelin zusammen, der er das Bild dann schenken will.
Sascha schließlich, der in seiner Freizeit auch Bleistiftbilder und Portraits anfertigt, bemühte sich um eine besonders feine Malweise, gerade Linien, filigrane Verzierungen an Buchstaben und Sternen. Sein Jesuskind sieht den Betrachter kindlich-unbeschwert an. Auf die Augen ist der 32-Jährige besonders stolz. „Sie sind sehr plastisch geworden, die gehen mit dem Betrachter mit, wo er auch steht." Seine Wiedergabe der Gottesmutter von Kasan wird er seinem Vater schenken.
Michael Kutsch-Meyer freut sich über die Ergebnisse und die positiven Rückmeldungen der Häftlinge. „Der Kurs hat sich über das entstandene Bild hinaus gelohnt. Die Teilnehmer haben sich intensiv mit ihrem Bild beschäftigt, Durchhaltevermögen bewiesen und gemerkt: Mit Engagement kann ich etwas schaffen", zieht der Gefängnisseelsorger sein Fazit. Eine Neuauflage des Kurses ist geplant.

Gertrud Lange

 

Jede der während des Malkurses in der )VA entstandene Ikone wirkt auf den Betrachter anders.

Sie gehen freiwillig ins Gefängnis
aus Zeitung: Fränkischer Tag

Gedankenaustausch wichtig für ehrenamtliche Strafgefangenenhelfer

Erstmals haben der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg und die Gefängnisseelsorge Bamberg gemeinsam einen Begegnungs- und Fortbildungstag für Ehrenamtliche angeboten. Unter der Leitung von Marc May und Elisabeth Nüßlein trafen sich neun Frauen und Männer, die in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bamberg ehrenamtlich tätig sind.

Die Aktivitäten reichen von Besuchen und Gesprächen über Koch-, Töpfer- oder Englischkurse bis hin zu religiösen Angeboten für die Inhaftierten.
Die Ehrenamtlichen verstehen sich als Bindeglieder zwischen einer streng reglementierten und abgeschotteten Welt hinter Mauern und der Welt "draußen".

Sie verbringen Zeit mit Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, die Fehler gemacht und Schuld auf sich geladen haben und mit denen deswegen mancher Bürger nicht zu tun haben will.
Unentgeltlich und mit großer Motivation tun sie ihren Dienst; um den Inhaftierten den Weg zur Wiedereingliederung in ein normales Leben zu erleichtern.
Beim Begegnungstag im Dr.-Philipp-Kröner-Haus der Caritas berichteten die Ehrenamtlichen über die schönen Seiten ihrer Arbeit, aber auch von den Schwierigkeiten. Dabei dienten etwa Scherben als Bild für zerbrochene Lebensentwürfe, eine "harte Nuss" symbolisierte Existenzängste, ein Stück Schnur zerrissene Beziehungen oder ein Edelstein die bereichernde Begegnung mit Menschen.

Aus den Wortmeldungen wurde deutlich; dass die Frauen und Männer die Arbeit mit Inhaftierten als erfüllend empfinden - trotz vieler offener Fragen und mancher Enttäuschungen.

Man war sich einig, dass der Erfahrungsaustausch; die Reflexion der eigenen Arbeit, Fortbildung und fachliche Begleitung wichtige Elemente der Tätigkeit sind und man sich für andere Menschen auf Dauer nur engagieren könne; wenn man; die eigenen Kraftreserven immer wieder auffüllt.
Voraussetzung; um sich im ehrenamtlichen Besuchsdienst der JVA zu engagieren, sind Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und Aufgeschlossenheit auch gegenüber Personen in besonderen Schwierigkeiten.


Bamberg, Klein Venedig

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© LAG  30.11.2010