Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
Ehrenamt-im-Strafvollzug

Amberg


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Stadtbrille in Amberg
Ehrenamtliche der JVA Amberg
suchen immer Gleichgesinnte, die sie bei der Betreuung von Strafgefangenen unterstützen.

Sie erreichen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine sehr engagierte und kompetente Gruppe, über den Kontaktbeamten der JVA Amberg:

Ehrenamtliche Betreuung:
Herr Hohlheimer, Tel.: 09621-79-171

JVA Amberg
Werner-von-Siemens-Str. 2
92224 Amberg
Telefon: 09621/79-0
Fax 09621/85051
E-Mail: poststelle@jva-am.bayern.de

Sollten Sie an einer ehrenamtlichen Tätigkeit interessiert sein,
rufen Sie einfach unter der Nummer 09621/79-0 an oder schreiben Sie eine E-Mail an die LAG
.

Wir brauchen Sie ganz dringend und freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail.

„Morgen sind sie wieder Nachbarn…“

Paarseminare in der JVA Amberg

Die Überschrift stammt aus einem Artikel, der in der SZ* zu lesen war.
Sehr nachdenklich, sehr kritisch und pointiert befasst sich der Autor Heribert Prantl mit der gegenwärtigen Situation des Strafvollzugs. Vieles deckt sich mit dem, was wir bei Paarseminaren in Amberg bzw. Straubing erfahren.

„Die Stärke eines Strafvollzugs zeigt sich weniger in der Dicke der Anstaltsmauern… Ein starker Strafvollzug ist der, der dafür sorgt, dass Artikel 6 Grundgesetz, der Ehe und Familie unter den Schutz des Staates stellt, nicht vor Gefängnismauern endet. Wer unten sitzt, der fällt auch tief: Die Familien werden mitbestraft, und das liegt nicht in der Natur der Sache…
Im sechzigsten Jahr des Grundgesetzes wäre es Zeit zu überlegen, wie Haft familienerträglich gestaltet werden kann.“
*Süddeutsche Zeitung Nr. 270 vom 20.11.08, S. 4

Was in Straubing schon eine lange Tradition hat, gibt es in Amberg seit April 2008 in anderer
Form: Seminare für Inhaftierte und deren Partnerinnen, die einmal pro Monat von Mitarbeiterinnen der EFL-Beratung (Inge Hebborn in Straubing, Dorothea Stanzel-Bauer in Amberg) angeboten werden.
„Die Familien werden mitbestraft…“, das ist wohl eine der bittersten und von der Öffentlichkeit weithin mit Desinteresse bedachten Erfahrungen, die die Betroffenen machen.

Wir bieten den Paaren an, die vielfältigen Probleme, die sich aus der Haftsituation ergeben, zu bearbeiten. Diese „Arbeit“ erfordert ein ganzes Spektrum von beraterischen Interventionen und Methoden. Mir fallen dazu einige Begriffe ein, die anschaulich machen, was es ist:
Selbsthilfegruppe, Kommunikationskurs, Konfrontation, Biografiearbeit, Wohlfühlstunden, Partnerschule, Sorgenrunde, Seelsorge,… und nicht zuletzt: Zukunftswerkstatt.
In Straubing (s.u.) ist es eine fortlaufende Gruppe, in Amberg bieten wir die jeweils dreistündigen Seminare fünfmal (2009 auf achtmal verlängert) für die Teilnehmer an. Für jeden Kurs werden sieben bis acht Paare ausgewählt. Die Liste der Bewerber ist lang, und bei denen, die nicht dabei sein können, ist die Enttäuschung oft groß. Denn alle Inhaftierten haben Angst um ihre Beziehung und ihre Familie und sehen in den Seminaren eine Chance, diese zu stabilisieren.
Sozialarbeiter, Seelsorger und andere, die mit Gefangenen zu tun haben, bestätigen, welch enorme Bedeutung stabile Paarbeziehungen für deren Sozialverhalten in der JVA haben.
Und wie viel mehr diese für die Zeit „danach“, also nach der Entlassung; bedeuten. Das Angebot der Paarseminare dient also auch der Resozialisierung; denn „morgen sind sie wieder Nachbarn…“.

Dorothea Stanzel-Bauer
Dipl.-Theol., Pastoralreferentin, Eheberaterin,
Nebenstellenleiterin

Gesamtbericht: http://www.eheberatung-regensburg.de/dokumente/jahresbericht.pdf

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© LAG 2010-04-28